Dew Drop- (Kirsch-)Wein einmal anders

Kirschwein

Dew Drop… Alles Kirsche, oder was?

Ein Kirschwein im Wein-Knueller- Quartier

Alles Kirsche oder was? Die Frage stellte sich mir vor kurzem, als ich von Matthias Pojar einen Obstwein zum Verkosten bekam. (Ich liebe ja solche Überraschungspakete- fernab vom Mainstream!) Sonst sind Kirschweine zwar nicht zwingend der Bereich, in dem ich normalerweise unterwegs bin, aber ich war definitiv neugierig. Das Etikett finde ich schon mal Spitze: klar, strukturiert und mit handverlesenen Vermerk darauf. Mit 13 % Alkohol aber nicht unbedingt leicht zu nennen, aber das schmeckt man kaum- wie ich später noch feststellen durfte 😉

Die Verkostung

Kirsche, Zimt und Co

Die Nase voll Weihnachten… kirsche, Zimt und Co lassen grüßen

Mein Mann durfte mit verkosten und wir waren beide überrascht. Im Glas, kaum zu unterscheiden von einem „normalen“ Rotwein, wird der Unterschied spätestens in der Nase richtig deutlich. Eine kleine Explosion an Aromen! Da es sich um einen Kirschwein handelt, natürlich zuerst einmal Kirscharomen, danach aber zimtig, weihnachtliche Gewürze-also passend zur Jahreszeit. Die Nase macht Lust auf mehr, also ab in den Mund. Geschmacklich ist der Kirschwein auch gut zu händeln. Ein wenig ungewöhnlich, wenn man sonst dem Traubensaft hold ist. Die Kirschnoten sind leicht flüchtig, aber ein gelungender Kirschwein ist es auf jeden Fall. Eine Idee, die mir sofort dabei in den Sinn kommt, ist der Weihnachtsmarkt. Oder präziser gesprochen ein Glüh- Kirschwein. Die sonst notwendigen Aromen sind definitiv schon gegeben, leicht erhitzt schmeckt der garantiert auch. Das werde ich demnächst nochmal probieren.

Mein Fazit: Matthias ist ein toller Obstwein gelungen. Ich würde ihn allen empfehlen, die gern etwas Neues ausprobieren. Eingefleischte Rotweinfans sollten aber bei Rotwein bleiben 😉

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Auf Wiedersehen Sizilien- auf nach Apulien… dazu jede Menge Oliven

Tag 23: 14.09. Taormina

Weinlese

Taormina hat eine bezaubernde Lage und eine tolle Bio- Winzerin… und genau zu der fahre ich mitten in der Weinlese- ein Traum!

Heute dann nochmal kurz aufs Radl, um das viel gerühmte Taormina anzusehen…irrsinnige Lage auf dem Berg unmittelbar am Meer-touristisch..
War eine nette kleine Tour mit vielen Höhenmetern. Danach wollte ich an den Strand. Das Problem war, dass der Hotelstrand bewacht wurde und mir am Eingang für das Handtuch 3.-€ (ich hatte ein eigenes mit) und dann noch 3.-€ für eine Liege abgeknöpft werden sollten… da wurde ich schwäbisch und ging 150m weiter zum öffentlichen Strand.
Dann zum Weingut Vivera am Etna… Tolle Weine von Ätna, Corleone und aus dem Ragusa-Gebiet. Jeder- incl. des wahnsinnig mineralischen Rosé- bemerkenswert, so aber auch die Preise. Alles von und mit Ätna UND biologisch verdoppelt den Preis einer Flasche, die dann mal schon 18.-€ kostet. -.-

Bio Bio

Nerello Capuccio

Hier wird 6 Wochen vor der Ernte nochmal richtig reduziert, damit die ganze Kraft in die verbleibenden Beeren geht… gut, aber teuer. Der Rote ist ein Nerello Capuccio vom Ätna. Hier wird alles von Hand geerntet.

Vivera

Weingut Vivera- modernste Anlagen und ein schönes Barrique- Fasslager (französische Eiche von Moirreau)… gut, aber… 😉

Wird schwer. Aber, die Winzerin hat auch Weine wie einen Ätna-Weißen mit Chardonnay von Corleone und da wird’s richtig leicht (nicht so massiv mineralisch) und preislich bei 8 € bis 9.€. Ich habe in jedem Fall was zum Verkosten mitgenommen und dazu 2 Olivenöle von verschiedene Oliven. Ich freue mich schon auf die Verkostung. Und ich sehe die Notwendigkeit des biologischen Ausbaus… Der kostet halt.
Lustig war, die Winzerin Loredana sprach besser englisch als ich (keine Kunst) und französisch außerordentlich schnell mit Italienischem Dialekt, aber Italienisch war sie eine Uzzi…aber da war ich eh chancenfrei.

Auf Wiedersehen Sizilien

Apullien

Die Diva Ätna zeigt sich zum Abschied nochmal ohne Wolkenhäubchen… jetzt gehts ins Land der Trulli (das sind die Rundhäuser und nicht die Mehrzahl von Trullas ;-))

Insgesamt war die Insel schön … es war gut, dies so zu tun … ich werde sicher mit Heike nochmal paar Dinge anschauen (zB. Palermo) und viele auch nicht…
Es wird Zeit für mich, zu gehen!
Auf nach Puglia…

Tag 24: 15.09.

Heute war das große Umsetzen dran. Von Sicilia nach Pugliai. Immerhin 550 langweilige Kilometer mit dem Auto und dies teilweise auf Landstrassen. Jedenfalls hat sich die feuerspeiende Diva namens Ätna nochmal gezeigt.

 

Dorf in Italien

Eines der fünf schönsten Dörfer Italiens… Cistericeno… oder so 😉

Unambitioniert bin ich gegen 15:00 Uhr angekommen, habe ein schönes Zimmer gezeigt bekommen und bin dann aufs Radl und zu einem der 5 schönsten Dörfer Italiens… Ja, war ganz ok., aber das Andere in Umbrien gefiel mir besser. Immerhin waren es 200 Höhenmeter.
Schön war der entspannte Abend mit Wein und Vorspeisen draußen und den beste Oliven ever ever ever…

Nö, die waren ohne Haltbarkeitsverlängerer, einfach genial! Auch hier zeigt sich mal wieder, welche Vorteile der biologische Anbau von derlei Zeugs hat.

 

 

Es wird immer besser

Oliven

Essen unter Oliven… ich bin verliebt in Apullien

Dann im Restaurant kam es noch besser:
Erstens ein „Reisnudelsalat“ mit grünen Bohnen, getrockneten Tomaten und Zitronenzesten und dem fruchtigeren Olivenöl (ich hätte das andere genommen, aber er sagte: Frucht zu Frucht, bitter zu Fleisch).
Danach so eine Art Flankensteak in dicke Streifen geschnitten mit einem Salat…davor eine Flasche Weißwein (hab ich mit Studenten geteilt) und eine Rote (vor der sitze ich noch) ..wow, bin gleich breit…
Trotzdem richtig interessantes Öl… der vielgerühmte Locorrotondo war net schlecht… muss ja nicht alles mögen..

Tag 25: 16.09. Ich bin verliebt in Apulien

Sicilia war schön, aber ich bin hi

er, sehe die vielen schönen weißen Gebäude, die teilweise integrierten Trullis und vor allem diese vielen, wahnsinnig alten Olivenbäume. Die Besitzer sprechen davon, sie seien um die 600 Jahre alt. Das heißt auch, Sie haben
– beide Weltkriege und die Gründung des italienischen Staates im 19.Jh. als Methusalems erlebt,
– beim diese Region beeinflussenden Erdbeben um 1738 schon als alte Bäume die Oliven verloren,
– sind in der Zeit des 30-jährigem Krieges um die 200 Jahre alt gewesen,
– waren bei Luthers Übersetzung des Neuen Testamentes (1522) und der ganzen Bibel (1534) ins Meissnerische Kanzleideutsch (also DAS Standarddeutsch!) so alt, wie wir gesund gern werden würden (also 100) und
– wurden um die Zeit des Konziles von Konstanz (1414-1418) zur Beendigung des Abendländischen Schismas gesetzt.

 

Was für eine Lebenszeit, die sich in den Stammformen wieder findet..

Und ich liebe Bäume…

Oliven

Oliven, Oliven, Oliven… wohin das Auge blickt

Vor allen anderen jedoch diese schönen, durchsetzungsstarken, hornalten, Brände, Kriege, Trockenzeiten, Regenperioden überstehenden ungepflegt- natürlichen Olivenbäume!
Und so hatte ich heute eine Flachetappe mit ca.200 Höhenmetern, die für mich die entspannteste Radtour seit langem war. Es waren ca. 28- 34 °C, schöner Wind, sonnig, fast eben und überall Steinmauern und Olivenbäume auf einem ausgewiesenen Radweg (mit vielleicht 20 Autos in 2 Stunden).
Zurück gekommen, geduscht, für ca. 2 Stunden eine Siesta gemacht und dann für die kommenden 3 Tage ein Quartier (in Apulien!) ausgewählt. Ich habe Traubenmost gekauft, getankt und mich auf den Aperitif und das Essen vorbereitet.

Apulisches Essen… natürlich mit Oliven

Da gabs zu einem schön-leichten apulischen Prosecco nach den kleinen Vorspeisen und leckeren Oliven… Antipasti halt:

Hotel

Das erste jemals von mir fotografierte Hotelzimmer… Absolut empfehlenswert!

– Kartoffelmus mit Olivenöl und angeschwenktem Spinat mit Oliven
– in Olivenöl gebratene Paprikaringe mit Kapern
– Frischkäse mit Ruccola, Mandeln und Honig
-Pizzastückchen..
Danach:
Orecchiete mit Mandeln bestreut in einer Zucchini-Minz-Creme
Und zuletzt:
Eine halbe grillte, mit Olivenöl besprühte Aubergine mit einem Mozzarella und Tomatenhälften sowie ein schöner gemischter Salat mit Zitrone ne Olivenöl

Hatte ich schon erwähnt, dass ich auf einer apulischen Masseria (Pachthof) namens Narducci untergebracht bin und das jedem empfehlen kann (für 2-3 Nächte)!

 

Tag 26: 17.09. Vieste- Hauptstadt des Gargano

Vieste

Vieste und jede Menge Trulli… einfach bombastisch Land und Leute in Apullien

Heute ging es in einer Spontanentscheidung über viele Zwischenziele nach Vieste – das ist am Stiefelsporn Italiens.
Das waren die Zwischenziele:
– Locorotondo und Alberobello als wesentliche Städte des Trulligebietes
– Andria – Lieblingssitz von Kaiser Friedrich II. und Grabstääte von 2 seiner 4 Frauen
– Castel del Monte als von Friedrich II. initiiertes Bauwerk die reifste Schöpfung der staufischen Pfalzbaukunst und eines der bedeutendsten mittelalterlichen Architekturdenkmäler überhaupt – beeindruckend die exponierte Lage in der Landschaft
– Foggia – 1222 verlegte Friedrich II. seine Residenz von Palermo nach Foggia (nach dem Erdbeben 1731 ist vom Residenzschloss nur noch der Portalbogen erhalten)
– Manfredonia – von Manfred, Sohn Friedrich II. anstelle der beim Erdbeben 1223 in einen Sumpf verwandelten antiken Stadt Siponto neu gegründeten Stadt, deren Fertigstellung er wegen einer für ihn tödlichen Niederlage gegen die Anjous in Beneventum nicht mehr erlebte.

Ein Schwabe in Italien

Zwei interessante Aspekte bei dieser ganzen Stauferei Friedrich II. -die Italiener nennen ihn den Schwaben (Svevia…was aber sicher von dem westgermanischen Stamm der Sueben kommt?)- wurde mit 3 Monaten an die Herzogin von Spoleto übergeben und wuchs auf in Foligno… Meinem willkürlich gewählten Startort dieser Rundfahrt.

Wie auch immer, Ziel war Vieste, von dem ich außer ersten Eindrücken noch nichts sagen kann – außer, dass es schön liegt..

Auch hier gibts „lecker Essen“

Deswegen noch eine kleine Radtour durch und dann zum Essen in die Stadt.
Ich habe heute so normal Bresaola mit Ruccola und Orcchiette mit Gambas gegessen (und am Ende noch Bruschetta mit einem Sprizz nachgeschoben), dass nichts erwähnenswertes zu erwähnen ist – außer dem sympathischen Wirt (das ist eine komplette Geschichte für sich, die ich, wo auch immer erzählen werde) und der völlig desinteressierten jungen Kellnerin, die mit Augen und Körper schon weg ist, wenn sie noch den Teller hinstellt, sich aber aufopfernd und höchst interessiert um das kleine schreiende Kind am anderen Ende der Terrasse bemüht- die hat ja schonmal eine klare Vorstellung von Ihrer Zukunft..

Vollmond in Apulien

Meer

Traumhafte Blick… egal wo in Italien

Auffällig wurde mir aber am Meer sitzend, dass ich plötzlich Vollmond über dem Meer sehe…d.h.bei uns steht er jetzt über dem Tiefenbachtal und bei meinem Start war das wohl auch so…sind 4 Wochen (fast) um?!
Jedenfalls schaffe ich die 6 Wochen nicht, weil ich mit meiner Familie und deren Großfamilie das jährliche Familienwandern mitmachen möchte, nochmal meine Kinder danach heimsuchen will und Anfang Oktober ein interessantes Gespräch habe. Kurzum  es zieht mich zu meiner Familie.
Und jetzt habe ich meine angemessen kleine Rechnung bezahlen wollen, der noch ein Limoncello mit Mandorlas vorausging, da hat er mir noch 15% vom Rechungspreis gestrichen, das „Du“ (er spricht deutsch!) angeboten und mich zum nächsten Abendessen doch in sein Restaurant gebeten… und das werde ich annehmen, weil der Typ einfach so klasse ist!

Der Manager- Papa

Ätna & Syracusa: Herausforderung & Geschichte

Zweit Tage, zwei unterschiedliche Erfahrungen: Der Ätna- meine persönliche Herausforderung- ich meister sie! Syracusa- historische Stätte- sehenswert, liebenswürdig, quirlig…

Tag 21: 12.09. Grüne Energie auch auf Sizilien

Ca. 100km durch das sizilianische Hinterland nach Syracusa..
Eine landschaftliche reizvolle Tour, wenn da nicht im weiteren Hinterland die vielen Windräder wären. Jeder kennt meinen politisch nicht korrekten Hass auf die Dinger: Landschaftsverschandelnd müssen die Betonpfähle und Masten irgendwann entsorgt werden. Nur sind dann die einzelnen Betreiber-GmbH’s verschwunden, insolvent oder was auch immer und werden die Entsorgung der geneigten Allgemeinheit überlassen. Von den 50-70 Teilen da auf den Bergrücken drehte sich mangels Wind kein einziges. Glücklicherweise haben die Planer die Küste mit Dauerwind bisher davon verschont. Überraschenderweise findet sich in der europäischen Gegend mit den meisten Sonnenstunden kaum eine Solaranlage… mmmh?

Syracusa- toll!

Syracusa

Syracusa lockt mit jeder Menge Geschichte!

Ein kleiner geschichtlicher Abriss:  Syracusa wurde vor ca. 2800 Jahren gegründet und hat dann bis zu 500.000 Menschen beherbergt. Eine Wahnsinnsgröße für damalige Verhältnisse. Angekommen in Syracusa geht’s ab in den ärchäologischen Park. Hier kann man ein großes römisches Amphitheater, einen Altar von fast 200m Länge auf dem der Tyrann Hieron II. jährlich in einem Abwasch 450 Stiere Zeus opferte, das größte griechische Theater (größer als in Athen!) und Steinbrüche für die Aufbewahrung von 7.000 athenischen Kriegsgefangenen besichtigen.

Dann gings weiter auf die Gründeninsel Orthigia, wo ich auch das Hotel gebucht und sofort den einzigen freien Parkplatz gefunden habe. Von hier aus ist der Ätna nicht fern. Also das Auto abgeworfen und ab ins Gewimmel! Viele interessante Bauten, Kirche im Tempel, alte Normannenburg und v.a.m., aber verdammt touristisch… muss man sicher gesehen haben, aber der eine Tag dafür heute reicht mir.

Prüfung: Bin ich wirklich schon entspannter?

Syracusa

Syracusa- Lecker Essen, lecker Blick, lecker Meer!

Zur Zeit findet gerade eine Prüfung statt, wie entspannt ich bin. Für eine Focaccia und ein Caprese wurden bisher 45min gebraucht… und ich sitze noch hier und schlürfe mein Wasser, ohne ausgeflippt zu sein – mal schauen, wie lange da bei mir nichts anbrennt?
Ok… 65min, dann bin ich entspannt aufgestanden, habe mein Wasser bezahlt und bin ins Hotel. Sehr schönes Zimmer, naja 5* und als Sonderangebot bezahlbar. Ich bin halt außerhalb der Saison hier.
Dann wieder auf Rundgang: Tempel, Kirchen, Barock, Kneipen ohne Ende. Und in einer lacht mich die Bedienung beim Verlangen nach Aperol Sprizz aus und bringt mir Campari Sprizz und 2 Wraps mit Ruccola, Ricotta und Thunfisch. Meine einzige Angst, dass der auch frisch ist und ich morgen Radeln kann. Dazu kommt ein Quetschkommodenspieler, der gar liebliche italienische Weisen spielet und singet und am Ende einen Titel bringt, der einen Hund im Eckgebäude wahrlich zum Jaulen bringt… luschdig!

Erkenntnisse auch an Tag 21

Rissotto

Abend gut- alles gut… Rissotto wie immer bissfest- können Se halt

Da habe ich jetzt noch meinem Lieblingsschwager zum Geburtstag gratuliert und im Nachhinein das Gespräch analysierend bemerkt, warum ich so oft mit mir selbst spreche… ich brauche wieder sprachliche Kommunikationsäquivalente, soll heißen Gesprächspartner!!!

Respekt…

Heute spare ich mir den zweiten Aperitif. Ich habe bissle Respekt vor der morgigen Ätna- Tour. Also steige ich mit einem Fiano-Inzolia aus Syracusa ein und habe einen leichten, fruchtigen Weißen für den Gruß der Küche, 2 gebratene Sardinen auf grünem Salat und zur sizilianischen Caponata: weich angeschmorte gewürfelte Zucchini, Möhre, Paprika, Aubergine mit Mandeln, ziemlich viel Rosinen und Pistazien mit süßen Balsamico.
Und jetzt habe ich noch mein erstes Risotto hier genommen und möchte dazu gern einen Perricone von Fina aus dem Gebiet Marsala. Der war natürlich zu warm und leider 2 Tage zu lange allein in der Flasche. Das erste Problem lösten 1, später 2 Eiswürfel, das zweite nur der schwäbische Geiz in mir. Das Risotto dagegen war bissfest und hatte neben Safran noch ein Zucchinicreme mit drin und Mandelkrustel drüber. Ordentlich gemacht, aber bissle risottotrist…hier muss mir Koch Sascha mal erzählen, wie das aufgepeppt und frischer gemacht werden kann!
Und das Aqua minerale gassata/con gas/frizzante von Surgiva war fast so gut, wie das Pellegrino und aus dem Trentino.
Ferdsch!

Tag 22: 13.09. DER Tag

Heute wollte ich mir beweisen, ob sich die letzten Wochen auch körperlich was getan hat und mit dem Radl auf den Ätna. Ohne Flüche, aber mit der Frage, die ich mir zwischendrin doch mal stellte, ob ich das will. Der Berg hatte einiges mit mir vor.

Ätna

Ätna- Herausforderung und Befreiung

Gestartet bei soliden 26 Grad mit Wechselradsachen ging es letztlich 3,5 Stunden nur bergan, glücklicherweise ziemlich gleichmäßig. Dabei bin ich die erste Stunde sehr ambitioniert gefahren und war da schon ziemlich fest gefahren. Also ausruhen, 1/3 weniger Tempo und schon war die Welt wieder heil. Der Berg blieb die ganze Zeit während meiner Fahrt wolkenverhangen. Die Fahrt selber war prinzipiell angenehm, zumindest für jemanden, der sich gern selbst herausfordert, war aber auch fordernd genug, dass man sich einfach mit Nichts beschäftigte. Zumal um einen herum nur beruhigendes schwarz war – deswegen trage ich gern schwarz, es beruhigt. Dann kam jedoch brutal kalter Nebel dazu, der von unten hoch zog und zu Temperaturen bis 14.1 grd führte. Wie sollte es auch anders sein, kam genau dann auch noch Regen. Der durchnässte die eilends übergezogene Windjacke von außen und von innen floss dann auch noch reichlich Schweiß.

Weitere Erkenntnisse am Ätna

Zufriedenheit

Da isser… Ätna und ein sehr zufriedener Manager- Papa

Wie auch immer, mit Pausen und Kurvenzählen… Ich kam an und traf deutsche Touristen aus Kiel. Die erzählten, dass sich in den letzten 20 Jahren kaum was verändert habe, aber alles schmutziger geworden sei…
Sicher muss sich in den Köpfen hier bezüglich der Art des Abfallentsorgens was tun, aber ich sehe weiter die schöne, warme Insel mit vielen kulturellen Höhepunkten und liebenswerten Menschen.
Pünktlich bei meinem Treffen zogen die Wolken weg und gaben den Blick auf einen sehr entspannten Etna frei… und ich war dort! Die noch möglichen 1000 Meter mit Seilbahn und Bus für 51.-€ für die Fremdbeförderung habe ich mir geschenkt. 1.920 m war mein diesmaliger Höhenrekord.
Die Abfahrt dauerte ca. 40min und war spektakulär. Man entdeckte viel mehr als beim „in-sich-gekehrten“ Hochfahren. Danach ging es weiter nach Giardino Naxos/Taormina und damit zur letzten Sizilienstation für 2 Nächte. Bissle abenteuerlich das Auto im Hotelinneren untergebracht (natürlich schütze ich mir anvertrautes fremdes Eigentum auch für 10.-€/Nacht) und nach dem Duschen zum Aperol an einem schönem Platz am Meer. Und ich war immer noch nicht Baden, vielleicht sollte ich morgen anstatt einer Radtour mit wieder etwa 1000Hm mal den Privatstrand nutzen und mich dann nach 1 h langweilen, jedenfalls würde ich dann meinen 16.00 Uhr-Termin morgen bei der Winzerin von Vivera einhalten. Schau mir jetzt dieses Touri-Städtle an und suche mir was zum Essen…

Essen

Abendlicher Ausklang eines sehr befriedigenden Tages!

Und wie immer auch etwas zu Essen

Machen wird kurz:
Una Zuppa Siciliana
Una Zuppa di Cozze
und dazu passender Inzolia-Hauswein für 3.-€ in einer Top-Qualität.
Eigentlich wollte ich noch als Secundi Rührei mit Schinken bestellen, aber die Bestellung war für die Lady beendet… also betrachte ich das auch als ausreichend, was es fast war…

Der Manager- Papa

Ragusa, jede Menge Sehenswürdigkeiten und Wein

Tag 19: 10.09. Ich werde älter

Feigenkaktus

Oben links: Die Früchte vom Feigenkaktus sind gut gegen Diabetes (aber nur geschält essen 😉 ) Mitte rechts: westlichste Vorposten der damaligen Millionenstadt Syracusa in Palazzolo Acride… Wahnsinn!

Es lässt sich nicht verleugnen..ich bin älter geworden. Wenn ich vor 10 Jahren paar Tage trainiert habe, war ich richtig fit. Das bin ich derzeit auch, aber auf einem niedrigeren Niveau. Heute haben mich die 60km mit 1200 Höhenmetern brutal geschafft. Ok, es war warm, aber ich musste erstmal 2 Stunden relaxen, bevor es zum Aperitif ging. Also morgen mal ne Trainingspause mit der Hälfte von heute.
Heute ging es von Ragusa ins Ibleï-Gebirge rein, zum westlichsten Vorposten der Millionenstadt (damals!) Syracusa… irgendwann um 600 v.Chr. gegründet. Die Stadt Palazzolo Acreïde hatte dann die gleichen Probleme mit den Kathagern und wurde erst wieder von den Römern aufgebaut.
Beeindruckend karg-schön ist die Landschaft, die Grundstücke jeweils immer mit kleinen Mauern eingehaust, wie auch auf kroatischen Adriainseln zu finden. Wärme, Trockenheit, Steine lassen eben noch Kühe weiden sowie Oliven und Wein wachsen. Ergo, viele Häuser und Grundstücke auch hier zum Verkauf. Die Jugend will in die Städte oder den Norden, die Alten bleiben – ein typisch sizilianisches Problem.
Insgesamt jedoch eine schöne, herausfordernde Tour mit dem sehr schönen Duft der Pinien, wie sonst nur im Frühling auf Mallorca (im Herbst war ich noch nicht!) oder im Südfrankreich.

Ein erstes Fazit in Ragusa

Ich will mal ein kurzes Sizilien-Resümee anstrengen: Wir vernachlässigen diese Insel zu Unrecht! Sie hat wunderbare Landschaften, die Bade-Onkels und -Tanten finden tolle Strände (nicht die typical italian lidos!!!) und es gibt Kultur im Übermaß. Dazu scheint es preiswerter als andere typische Urlaubsorte. Man sollte jedoch auch an der richtigen Stelle die Augen zumachen können – der Umgang mit Abfällen ist differenziert und die Vorstädte sind oft das kalte Grauen. Aber die Menschen sind zutiefst liebenswürdig, hilfsbereit und gehen lächelnd durchs Leben.

Einfaches Essen

Ragusa

Einfaches und ordentliches Essen unten rechts: Ragusa Ibla- die Altstadt mit 25 Kirchen

Und heute mal ein einfaches Essen in Ragusa:
Zum Aperitif paar schöne Bruschetta, dazu Salumi tipico und ein wunderbar braun gereifter sizilianischer Ricotta. Als Primi ganz einfache Spaghetti Aglio Olio mit getrockneten Tomaten und dann ein Stück von dem Schweinchen mit Apfel und Tomatensalat, dazu ein einfacher Nero…noch Fragen?

Fragen und Antworten

Ok., ich hab welche…
Die Nummer mit dem schinken-umwickelten Schweinefilet kennen wir. Die karamellisierten Apfelscheibchen, die es hier in Ragusa dazu gab, gehören künftig einfach dazu… und ihr Oberköche (naja zumindest einer liest das ja), der am besten dazu passende Apfel wäre der Schweizer Glockenapfel aus der biologischen „Obschdbaumwiese“ meines Schwiegervaters und lieben Freundes Walter… Da geht nix drüber, weil er einfach die fehlenden astringierenden Säurenoten auch beim karamellisieren einbringt. Und nix da mit den üblichen Grünäpfeln der Sterneköche.

Und zur Krönung dazu ein brutal einfacher Nero. Der trockene Riesling hätte es wohl verfeinert, aber der Nero hat oifach sei Ding gmacht…
Das wars dann an kulinarischen Einlassungen zum absoluten Einfachgericht. Nur noch so viel: das Schwein war gut und rosé gebraten und kein Billig- Aldi/Lidl/Kaufland-Filet für 10.-€ pro 3 Kilo!

Tag 20: 11.09. Die Regelmässigkeit des Unbekannten

Modica

Modica- Barockstadt mit Schokolade und jeder Menge Treppen zum Radtragen

Die Tage legen sich aneinander, bei allem Unbekannten gibt es Regelmässigkeiten. Ich ruhe dann doch schon ganz gut in mir, so dass sich erste Gedanken an die Gestaltung der Heimreise breit machen. Immerhin muss ich ja Unterkünfte planen und ein wenig Voraus buchen.
Aber noch stehen tolle Dinge vor mir und genau deshalb habe ich heute eine kleine 40km/600Hm-Ausruhtour von Ragusa nach Modica und dann ins Ibleï-Gebirge geplant und entspannt umgesetzt. Ich war noch ziemlich fertig von gestern, aber da morgen ein Ruhetag ist vor der Etnatour, war das genau richtig. Insgesamt ist nicht viel zu sagen, schöne Tour, kleiner Tomaten-Brot-Salami-Imbiss, dann ein kleines Schläfchen und das Gepäck anders organisiert, damit ich in die letzten 5 Unterkünfte weniger Taschen schleppen muss. Im Übrigen habe ich ca.2/3 zu viel mitgenommen. Und ich dachte schon ich habe mich schon beschränkt – ein guter Test, falls nochmal eine größere Tour auch über längere Zeit ins Haus steht.

Korrekturen und Ergänzungen

Noch ein paar Korrekturen und Ergänzungen: Ragusa Ibla hat nicht 16 sondern 25 Kirchen und ist einen Ausflug wert. Die Meerenge bei Messina trennt das Tyrhenische und Ionische Meer – es bleibt aber, dass beide einen Höhenunterschied von 50cm haben und deswegen die nicht ganz ungefährlichen Strudel entstehen. Und zur historischen Einordnung: auf der Landseite gibt es den Ort Scylla und auf der Inselseite Charibdis…funkst? Das sind die beiden Monster, die in der griechischen Mythologie so viele Schiffe verschlungen haben, wenn man unaufmerksam war.
Und hier beginnt der staatstragend-pädagogische Teil: Liebe Kinder, was man macht, muss man immer richtig und konsequent machen, sonst wird man runtergespült.

Essen fassen… und ein kleiner Geschichtsausflug

Modica bei Ragusa

Noch ein paar Eindrücke aus Modica und einen Blick auf das Iblei- Gebirge mit den vielen Steinmauern

So und jetzt zum Aperitif und Abendessen bei arschkalten 22 grd gegen 20.00Uhr – ergo wieder lange Sachen anziehen..
Wie geht’s weiter?
Schöner Sprizz mit leckeren Bruschetta und Salat mit Pomodori und Bohnen (5.-€).
Dann als Antipasti eine sizilianische Käseplatte. Ja, da zeigen wir’s aber mal den Franzosen. Die wurden hier früher eh nicht so geliebt. Zumindest nicht die Bourbonen und Besatzer unter dem Prinzen von Anjou. Stichwort: sizilianische Vesper. Da ist den Italienern, nachdem einige Franzosen bei der Teilnahme an einem nachösterlichen Gottesdienst paar Mädels nicht systemgerecht angesprochen haben, der Faden durchgebrannt und sie haben innerhalb kürzester Zeit ganz Sizilien franzosenfrei gemacht (incl. weiblicher sizilianischer Kollaborateure). Da sie sich bei den Normannen und Staufern wohl gefühlt hatten, wurde ein Cousin als Regent herein gebeten, der dann spanischen Geblütes war und so kam Sizilien zu Spanien.
Zurück zum Käse…da wurde die Ziege ebenso mit Feigenkonfitüre und Honig angeboten, wie im Stammland des Ziegenkäses. Freunde, großes Kino! Nur gleich am Anfang hatte ich dann Sättigungsprobleme. Dennoch gabs danach Primi Piatti: Spaghetti mit getrocknetem Thunfisch (bottarca) und Mandeln…oberlecker!
Hach, geht’s mir richtig gut!

Der Manager- Papa

Marsala, Weißwein und Regen…

Tag 17: 08.09. Marsala… Stadt und Wein

Marsala

Marsala… Hier trotze ich dem Regen und genieße Stadt, Essen und Wein

Heute Morgen war es noch kälter und es hat geschüttet- für hiesige Verhältnisse. Mit anderen Worten: Es waren 24 °C und ca. 20 min feiner Nieselregen. Also bin ich sofort panisch nach dem Frühstück in Richtung Marsala aufgebrochen (da war volle Sonne) und habe es per Rad erforscht. Eine schöne Stadt! Am schönsten für mich war jedoch die belebte und betriebsam summende Piazza. Natürlich habe ich mich beim bekanntesten und mit ältestem Marsala-Hersteller Florio umsehen wollen, aber offenbar in der Erntezeit nur mit Anmeldung. Also nur den sehr schönen Shop besucht, bissle was zum Kosten gekauft und gut.
Dann einfach wieder fauli-mässig an den Pool (ohne rein zu gehen) und die Planung für die kommenden Touren und Tage gemacht. Da ich zwischenzeitlich schon anfange, mit mir selbst zu reden, und dies für nicht unbedenklich halte, werde ich sicher schon in 2 Wochen zurück sein. Ich werde also letztlich einen Monat unterwegs gewesen sein. Die Toskana und Friaul (auch da gibts tolle Weißweine) will ich mir für die Familie aufheben und ein paar Sachen im Süden schaue ich mir noch an.

Bio- Bio

Reben

Komplett andere Rebenerziehung

Der heutige Tag klang dann aus bei einem Aperitif in einer anderen Bar – mit Selbstbedienung bei den kleinen Appetithäppchen, dann dem Kauf einer schönen Keramik und dem anschließenden Essen bei „Alla Kasbah“ – diesmal ein schöner gemischter Fischteller und der übliche Bio-Grillo-Weisswein sowie seinem Abschiedsglas eines Passito von der Insel Pantellaria. Angenehmer Typ der Inhaber, auch bei der Rechnung, heute sollte es nur noch 25.-€ kosten.
Im Übrigen habe ich mal von Settesoli den Mandrarossa Syrah und Nero d’Avola verkostet. Beides sehr nette Rotweine, aber eben typisch internationalisiert. Soll heißen, auf den Geschmack des werten internationalen Publikums zurecht geschliffen. Das trinkt sich gemütlich und ohne Tiefpunkte, das ist mit 6-8.-€ reuelos bezahlbar, aber da ist nix mehr drin von der Typizität Siziliens, da steckt kein Kampf der Rebstöcke um Wasser im trockenen Klima. Die Rebstöcke werden bewässert, somit gibt es höhere Erträge was fehlt ist die Kantigkeit der harten Erd- und Steinformationen, die sich auch im Wein zeigt. Also, habe ich für mich entschieden, muss ich hier evtl.mal aus dem schönen Preislevel raus und gehe lieber auf die interessanteren und typischeren Hersteller und setze hier komplett auf Bio! Dazu setze ich mich nochmal mit Donnafugata (hoch internationalisiert und professionell) auseinander und treffe ich mich in ein paar Tagen noch mit einer Bio-Winzerin, deren Weinberge in 3 Gebieten liegen…dazu später.

Tag 18: 09.09. Auf nach Ragusa

Mittelprächtig geschlafen… heute geht’s zum letzten 3-Tage-Aufenthalt nach Ragusa. Also packen, Sachen im Auto verstauen und auf zum Frühstück – ein Minibrötchen mit Salami und Käse und ein schlechter Automaten-Capucchino..

Olivenbaum

Mein Olivenbaum für den Garten? Ca 600 Jahre alt vor dem Concordiatempel- ein Tempel für die Göttin der Eintracht

Tempel

Tempel über Tempel!!! Und was sind das für Löcher in den Säulenteilen? Zum besseren Ineinandersetzen?

Die Städte Marsala, Mozia, Palermo und Solunto waren phönizisch-punisch. Erice, Segesta-Calatafimi und Entella waren elysisch und der Rest griechisch, also auch Agrigento. Und was Tempel betrifft, hat man hier richtig zugelangt. Einer am anderen, quasi ein Tal der Tempel. Dazu kommt eine ausnehmend schöne Lage mit permanentem Wind. Also hat sich das neue Agrigento gleich etwas drüber angesiedelt und kommt richtig hübsch hässlich rüber. Bleiben wir also beim historischen Teil und lassen Bilder sprechen. Am schönsten für mich aber wieder die 600 Jahre alten Olivenbäume- sehr sehr schön! Ich möchte bei uns auch gern eine nälteren Olivenbaum integrieren… mal die eigene Frau fragen. 😉

Kirche und Zwiebeln

Unten links- ein typischer Kirchenneubau Oben rechts- Zwiebeln ohne Ende der Rest- wirklich schöne Strände

In jedem Fall war das mal eine kleine 10km-Wanderung… und so sollte es heute weiter gehen.
Danach bin ich erstmal in einer kleinen Stadt weiter gefahren. Dort habe ich Brot, Tomaten und scharfe palermische Salami gekauft und somit für morgen Mittag alles abgesichert. In Ragusa etwas am Rande der oberen Stadt in einem hübschen Design-Hotel für knapp 47.-€ incl.Frühstück eingecheckt und dann auf in die Unterstadt bzw.Ragusa Ibli.

Treppenstadt Ragusa

Ragusa

Ragusa, die Treppenstadt… schöne Gebäude aus dem 17. Jh. und viel Sanierungsbedarf

Wow, das war ein Lauf! „Hoch-runter-Treppen-Straßen!“ Kaum ein ebener Teil. Als ob es einen Wettkampf gab zwischen denen, die nach einem verheerenden Erdbeben (17.Jh.) die Stadt wiederherstellen (verschachtelt, heute Ibli) oder neu (barockgeordnet mit geraden Straßen) aufbauen wollten. Deshalb wurden 16 gewaltige Kirchen aufgebaut und gewaltigst ausgestattet und innen bemalt. Nach der Dritten war es gut für heute. Auf zum Restaurantsuchen und Aperitiftrinken!
Haha, wieder eine Enoteca gefunden, die mir zu einer gemischten Platte vom schwarzen Schwein aus Modica (nahe Ragusa) und für die Pasta mit eben diesem Schweinchen einen schönen Grillo gibt. Die armen belgischen Nachbarn mussten den internationalisierten Weißwein (ich glaube es war Chardonnay) trinken. Naja, kann ja auch gut sein…

Essen gut, Weißwein gut, alles gut!

Weißwein

Jeden Abend wieder… lecker Essen und trinken! Mit einem im Fass ausgebauten Weißwein

Aber ich hab sie erwischt, der Weißwein war im Fass ausgebaut – hat sie sofort zugegeben. Passte aber „leider“ echt gut zu der getrüffelten Wurst (Mortadella?) und der schönen Salami mit schwarzem Pfeffer und der super Feige mit zartestem Speckmäntelchen und dem Honig der schwarzem Biene. Klingt dramatisch und hat auch so geschmeckt.
Und weil ich Holz nicht soooo sehr beim Weisswein mag, nehme ich einen Rotwein und bekomme einen Rapallo oder so… Muss wieder etwas autochthones sein. Der bekommt mit den obligatorischen 2 Icecubes einen sehr feinen Geschmack nach Kirsche und bissle Mandel… und ist wirklich zu kalt. Aber Irgendwie sollte ich noch den Nero testen, nur wann?
In jedem Fall waren das wahrhaft wieder bissfeste – die können das Alle! – breite Nudeln mit dem wilden schwarzen Schwein als Ragout. Wirklich guten Stücken und Basilikum… auch wieder oberlecker.
Morgen muss ich Hardcoreradeln!

Der Manager- Papa

Sizilianische Geschichte zum Anfassen

Gebündelte Weißheiten und ein bisschen Geschichte in zwei Tagen

Viele Eindrücke, Gedanken und Geschichten sammeln sich auf so einer Reise, bei vielen denkt man, sie sind schreibenswert, andere vergisst man und holt sie später wieder hoch. Heute habe ich mal zwei Tage zusammengefasst. Ich habe hier viel Gelacht, viele historische Geschichtsstätten gesehen und wie immer die italienische Kulinarik genossen. Wenn ihr noch Tipps habt, was ich mir in den nächsten Tagen auf Sizilien unbedingt ansehen, erradeln oder verkosten sollte… immer her damit!!

Tag 15: 06.09. … Quartierverlegung in den Südwesten

Hotel auf Sizilien

Neues Hotel… Gute Laune 😉

Da kommt erstmal der Höhepunkt: Hotel mit großem Pool und pünktlich 17:23 Uhr fängt ein leicht dickbäuchiger Typ mit orange Spiegelbrille und „Gaksch aufm Kopp“ mit luschdiger Wassergymnastik zu lauter Musik an… und 20 Urlauber machen mit… Der Typ hat eine azurblaue Badehose an, mit dem Italienschriftzug drauf…einfach Hammer!

Zur Krönung setzt sich der Bademeister (s. Bild) auf den Beckenrand und lässt weiter wie die letzten 80 min ab und an seine Trillerpfeife erklingen, um regelmäßig seine Landsleute darauf hinzuweisen, dass sie sich die Füße vor dem Beckensprung abzuspülen hätten und jener nicht vom Rand zu erfolgen hätte.
Gaaanz großes Kino! Ich merke, dass manche Klischees auch im 3.Jahrtausend Bestand haben und ich zwingend Alkohol brauche oder mich intensiv ablenken muss, um nicht brüllend loszulachen. Also lese ich Tommy Jauds Geschichte „Überman“ und muss auch lachen… und werde immer wieder gezwungen zu kucken…

Entspannung pur!

Donnafugata bei Marsala

Donnafugata… das bekannteste sizilianische Weingut bei Marsala… viel zu teuer!

Mazara del Vallo

Mazara del Vallo- eine stark arabisch beeinflusst Stadt

Ansonsten war es bis hierher normal, es gab einen schönen Blick auf das Bergdorf Erice und bei Marsala ein Blick auf das dortige Weingut von Donnafugata, wo mir ob der Preise gleich mal alles vergangen ist (dann besser den Wein trinken!!) und ich auch nicht die Stunde auf die Führung in Italienisch warten wollte.

Danach bin ich im arabisch-normannischen Mazara del Vallo (linkes Bild) gelandet. Geschichte pur! Hier findet man den damaligen Hafen von Selinunte (Erinnerung 409 v.Chr. von den Trojaaussiedlern zerstört) und eine nette Altstadt. Mal schauen, wie das Essen sein wird.

Essen

Lecker Essen!! Dazu ein bisschen sizilianische Mentalität- eine handgeschriebene „Karte“

Aperol Spritzz con Aperitifo…ist also mit kleinen Lustigkeiten..
Da wir im arabisch beeinflussten Teil sind, wird’s heute mal Couscous mit Lamm, dazu ein lokaler weißer Gataratto von Milazzo „Terre della Baronia“

Tag 16: 07.09. Endlich mal wieder richtig radeln…

Heute habe ich eine größere Tour geplant und viel Glück beim Wetter. So treffen mich die ersten 20km immer am Meer entlang so ca.100 Mini-Regentröpfchen. Soll heißen: Heute gibt’s den ganzen Tag keine pralle Sonne, sondern schön bedeckten Himmel. Am Ende fühlen sich heute am Vorabend die 29 °C so kühl an, dass ich lange Jeans anziehe…Huhuhuuuu, ich will nicht ins Kalte zurück und bleibe hier!

Selinunte und eine kleine Geschichtsstunde

Geschichte pur in Selinunte

Im Osten Tempel und im Westen Tempel und Buranlage (Akropolis) und Häuser… Geschichte pur

Also 09.00 Uhr auf das Rad und ab nach Selinunte. Hier verloren 409 v. Chr. (16.000 Tote) die punischen Gegner der Trojavertriebenen aus Selesta mit ihren kathargischen Verbündeten und wurden dann noch erdbebenmässig so durchgeschüttelt wurden, dass die ganze Stadt letztlich in den Sanddünen unterging. 400 Jahre vorher wurde die Stadt von griechischen Kaufleuten gegründet und sehr reich. Was letztlich, wenn man den helenaverursachten Grundh

Sizilianische Wolken

Selbst bedeckt wunderschön… der Himmel über Sizilien

ass der alten Elymer bzw. Trojaner gegen die Griechen vernachlässigt, wahrscheinlich eher die Ursache für das Bündnis des damals wahrhaft starken Kathargo mit Selesta war.
Also Radl draußen angeschlossen, durch die Tempel- und Ruinenpersonifizierte Geschichte geschlurft, dann auf die Küchenstufen einer Ruine gesetzt und mein Mittag (2 Tomaten und Panini rustico) genascht und dann zurück auf der Provinzstrasse: 74km- schöne Tour!

Essen fassen… leichter gesagt als getan

Danach das Übliche: Duschen, eine kurze Siesta und auf zu Aperitif und Abendessen…ist aber erst 18.00 Uhr…jetzt habe ich das Städtle ca.5x in alle Himmelsrichtungen durchforscht und finde mich bei den kasbahartigen Gassen nicht zurecht. Also erfolgt eine  Stärkung bei einem Glässle Cataratto.
Und dann zum gestrigen kulinarischen Erfolg… Ich bin wirklich konservativ, ich kann die Touristenmenüs für 30.-€ nicht wirklich genießen. Selbst mit einer kleinen Flasche Wein, Wasser und einer Hauptspeise, heute Busuata mit roten Gamberos (und selbst verordnetem Chili) bin ich beim gleichen Preis! Aber es ist individuell und schmeckt. Dann bekomme ich schon mal von der Insel Pantelleria einen Passito- was für ein volles Maul an Geschmack! Sowas genießt man bei uns leider nicht wirklich, weil ja Süsswein… Hammer, Hammer, Hammer!
Ich hopse übrigens die ganze Zeit um Keramiken von einer richtigen Künstlerin rum..und die lässt nicht/ kaum mit sich handeln… aber morgen ist auch noch ein Tag. Ich will die in unsere künftige Küche integrieren… Oder ins Gartenzimmer… oder…

Der Manager- Papa

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