Italienischer Weißwein in Lava Nova

Tag 4: 26.08.16 Auf zumVesuv und guten Weißweinen

Assisi und dann zum Vesuv

Grablegungskirche von Assisi, dann weiter Richtung Vesuv

Heute zog es mich weiter…zum Vesuv..
Vorher habe ich jedoch noch die Grablegungskirche vom heiligen Franz von Assisi besucht… diesmal ohne Werkzeug und Messer und schon gegen 09.30 Uhr – da war noch gute Touristenruhe und ich bin innerhalb 5 min an den Karabinieri vorbei gekommen. Schlussendlich war dieser Besuch sehr intensiv, viele Mosaiken, Bilder, Wandmalereien bekanntester alter italienischer Künstler…aber das kann man alles selbst nachlesen und googeln. Weitaus eindrucksvoller war die Spiritualität in der Krypta mit seinem Grab..das summte regelrecht. Klingt komisch, war aber so..und es war nicht nur die Klimaanlage! Außerdem hatte ich noch ein nettes Gespräch auf englisch mit einem jungen Franziskaner aus Padua, der mir den oberen Wandelgang mit seinen alten Wandmalereien erklärte.
Dieses Gesamtkunstwerk zu Ehren des Nationalheiligen von Italien gab es komplett ohne Eintritt.

Gute Freunde

Golf von Napoli

Entspannen am Hotelpool über dem Golf von Napoli

Dann zurück zum Auto, an Rom, Montecassino (Mutterkloster aller Benediktiner und von Benedikt von Nursia 529 gegründet), Waldbränden, Neapel vorbei zum Vesuv in ein Hotel und erstmal an den Pool…denn, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich…anbei die Einschätzung eines „besonders lieben Freundes“:

„Bisher wurde im Blog noch nicht thematisiert, dass Heike und das Ärzteteam ihn in einem Spezialfahrzeug begleiten, das Andreas durch eine Zugstange zieht ( sog. Trailgaitor). Ich bin natürlich der Letzte, der solche Details ‎ in den Blog stellt. 10 km pro Tag zwischen 5 Sterne Hotels sind trotzdem wie ein Ritt auf der Kanonenkugel. Hoffentlich überlebt Heike die Strapazen !

Da braucht man keine Feinde mehr…

Für heute Abend noch ein nettes Restaurant ausgeguckt, wo ich hoffentlich wieder in den Genuss eines guten Glasses Weißwein komme…mal schauen.

Das Lava Nova und wieder ein genialer Weißwein

Entschleunigung bei italienischem Weißwein

Leben wie es sein soll: Gutes Essen mit kühlem Weißwein… so geht Entschleunigung

Und wie fein…im Restaurant Lava Nova sprechen wir französisch und ich bekomme einen Aperitif (am Ende gratis!), weil der Chef noch einiges vorbereiten muss…und dann lasse ich ihm die Wahl bei Essen und kampanischen Weißwein.
Im Übrigen sitze ich bei knapp 30 Grad draußen und kämpfe gegen Mücken, genieße aber die laue Luft und den Ausblick über den Golf von Neapel..

Wir fangen mit der autochthonen Rebsorte Falanghina an und zum Essen kommt als Vorspeise „La Parmeggiana“… in einem Briqueteig eingehüllte und mehrfach geschichtete gebratene Aubergine, Salsa von Kartoffeln, Parmesan, belegt mit einer Creme fraîche und wieder belegt mit zart frittierten Zucchinistreifchen…LECKER!
Primi Piatti – Pasta
Nudelröllchen mit Kapern und Fischbäckchenwürfelchen, kleinen gebratenen grünen Peperoncelli mit getrockneten, gesalzenen schwarzen Olivenbröseln (der Hammer-das muss ich machen) bestreut und ein feines Lemonensößchen
Secundo
Ein dickes Thunfischfilet fein gebraten mit Meersalz, auf einer kalten säuerlichen Ratatouille mit Kapern…und dazu immer noch der Falanghina Glas 2…
Bei uns:
CA‘ DEI LUPI
FALANGHINA

Der Weißwein überrascht mit frischen Zitrusnoten, Granatapfel und zarter Quitte und von würzig-mineralischen Nuancen begleitet – Perfekt für jede Sommernacht … und zu Tomaten und Mozzarella, Antipasti, sommerliche Küche, Fisch in Salzkruste
Preis um die 5,50 €

Als Ergänzung der Rotwein vom gleichen Weingut..
AGLIANICO
Komplexe Aromen von dunklen Beeren, Pflaumen und Kirschen werden von feinster Würze umspielt, passt zu Wild, Rinderfilet Wellington, Rib-Eye-Steak mit Ofengemüse und Sour Cream

Was steht am Ende…Il conto per favore…und die ist mit großem Wasser mit 37.-€ wieder sehr preiswert (oder lieg ich da „geschäftsessensversaut“ falsch?)

Und jetzt schnell einschlafen, denn wenn ich 07:00 frühstücken kann, probiere ichs zum Vesuv…sonst nach Pompei…

Der Manager- Papa

Die Suche und alles endet im Wein Montefalco

Tag 3: 25.08.2016 Montefalco

05:18 Uhr wieder ein kleines Nachbeben-aufgewacht, als „klein“ registriert, weiter geschlafen…heute früh dann im Fernsehen die Opferzahlen gesehen – es ist entsetzlich! Das ruft mir derzeit immer wieder ins Gedächtnis, wie dankbar man für kleine Augenblicke sein sollte!

Piazza F. Silvestri u.links

Bevagna mit einem der schönsten umbrischen Plätze- Piazza F. Silvestri (unten links)

Bevagna in Italien- in keinem Reiseführer zu finden und doch sehenswert!

Kleine Gässchen, blauer Himmel… Italien zum verlieben!

Nach dem Frühstück habe ich mir dann das Radel aus dem Auto geholt, meinen Wasservorrat in den 2 Höfle-Radflaschen aufgefüllt und bin los..diesmal Richtung Süden.
Als erstes fahre ich nach Bevagna. Ein wunderschönes Dorf auf dem Berg, in keinem Reiseführer erwähnt, aber für mich eines der schönsten italienischen Dörfer.

…und wer sich die Zeit nimmt, sieht die vielen liebenswerten Kleinigkeiten.

Philosophische Betrachtung

Etwas philosophisch betrachtet befinden wir uns doch das ganze Leben – auch in unseren Urlauben – auf der Jagd nach dem Besten, Schönsten, Bekanntesten.., um auch fein sagen zu können: „Da war ich auch schon…“, „Das habe ich ebenfalls schon gesehen.“… Nehme ich mein letztes Hörbuch für die elendiglich langen Fahrten BaWü-Leipzig „Die Känguruhchroniken“ gilt: „Ich habe einen einfachen Geschmack, mir genügt immer nur das Beste“ … Oskar Wilde“…und ja, so bin ich doch auch..
Aber:
Allein das Verweilen in der einen Gasse von Bevagna erzählt vom Leben da und bringt mir mehr für mich, als alle Sehenswürdigkeiten zügig zu absolvieren. Und genau deshalb fahre ich später nochmal dahin und hole mir ein kleines Bild.

Wein wie es ihn nur in Italien gibt

Dann geht’s, vorbei an silbrigen Olivenhainen, weiter den Berg hoch…heute sind es etwa 400 Höhenmeter nach Montefalco…die Stadt mit dem schönen Rotwein Sagrantina Di Montefalco. Den muss ich haben, gemeinsam mit meiner Familie zu Hause trinken (auf den Geburtstag meiner schon wieder ein Jahr älteren großen Tochter anstoßen) und eventuell auch teilen 😉 wenn ihr nett fragt…
Und wieder kommt ein Stadttor und ein wirklich schönes Madonnenbild (1404-1417) in der Chiesa Di San Agostino.
Dann überkommt mich beim Anblick eines Metzgers/Fleischers und den vielen Würsten ein kleines Appetitchen…Panini con Salumi und Wasser – beides nehme ich völlig entspannt in einem Gässchen zu mir…die Entschleunigung greift schon!
Jetzt noch ein schöner Platz und die Minikirche Chiesa de S.Lucia und dann zu einer rasanten Abfahrt Richtung Olivenstadt Trevi…die ich aber nicht erreiche, sondern nur aus der Nähe fotografiere, weil ich wegen Schlagloch bei 13%-iger Abfahrt und lockeren ca.87 kg mir eine „8“ ins Hinterrad fahre oder presse oder…also am Kanal in praller Sonne (40,6 Grad Lenkertemperatur) entlang zurück nach Foligno, duschen, erste Eindrücke schreiben und jetzt auf Suche nach einem Radhandwerker der Qualität Höfle, Owen…

Herausforderungen einer Auszeit

Puh…das waren nochmal Herausforderungen..ohne Italienisch, mit gutem Französisch und verbessertem Englisch…Hinterraddecke geschrottet, kein Ersatz aber einen dickeren Schwalbe-Reifen für vorn, dafür den Vorderreifen nach hinten mit Einstellung Gangschaltung und Scheibenbremsen…schnell, für einen Laien kompetent und für 25.-€…
Dann nochmal mit dem Auto ins schöne Dorf, ein Bild kaufen. Das habe ich gebraucht und für 20.-€…so kann man Kunst erwerben – mal sehen, was ich davon in paar Wochen halte?!

Artisanales Bierfestival

Dann abends zu dem Festival mit Bier…naja, eins geht als Aperitif..und dann will ich weder Sangria noch Eisbein mit Sauerkraut.. neeh neeh neeh!
Also ab ins umbrische Lokal-  Ohne Aperitif, weil ja schon gebiert..

Essen in Italien dazu Montefalco

Umbrisch-bodenständiges Essen… Das koche ich nach! Dazu der Montefalco- mein neuer Lieblingswein?!

Start with..
Rührei mit Trüffel…höchstlecker und dazu Grecchetto – erster Volltreffer,
Gnocchi mit Sagrantino – Norbert macht die Gnocchi bissfestbesser, aber bei der Weinsauce (Wein und Kochsahne und Fond…Ende – hab’s mir angesehen!) war ich im Himmel…zusammen mit dem zu warmen Montefalco Sagrantino ..

Ja…ab sofort sind bei wein-knueller.de die umbrischen Weine von PERTICAIA gelistet…wenn ich wieder in Deutschland bin. 😉

Und sollten die Euch zu teuer sein (meine selbst gesetzte 20.-€-Grenze wird gesprengt)…trinke ich die mit meiner Frau und unseren Freunden in Nürtingen/Esslingen…und Sascha, der mit mir diese Sauce so lange nachkochen wird, bis wirs haben… Sascha in Bautzen, ich freu mich drauf!

 

Hier ist schon der..
MONTEFALCO SAGRANTINO DOCG
Trinktemperatur 18°C
Lagerfähigkeit 10-12 Jahr(e)
Alkohol 14,5% vol
Säure 5,1 g/l
Restzucker 1,5 g/l

Ein würziger Charakter durch Nuancen von Zimt und dunklen Früchten wie Backpflaumen. Durch deutliche Tannine und einen langen Abgang vollendet. Ein monumentaler Wein, international prämiert!
3 Gläser Gambero Rosso | 89 Punkte Parker
Speiseempfehlung
als Aperitif, Schweinemedaillons mit Rosmarin und Oliven-Serviettenknödeln, Rind, Lammbraten

WEITERE WEINE DIESES WEINGUTS
MONTEFALCO ROSSO …
GRECHETTO UMBRIA IGT
Interesse darf angezeigt werden, aber ich hole die Weine eh…und dann verkosten wir mal.
So, das Finale war dann ein völlig platt geklopftes Rinderstückchen (Scamone lt. Bild) mit Ruccola und Pinienkernen sowie dem sehr schönen Olivenöl von Viola www.viola.it .und der wirklich gute Espresso..

Ich gehe jetzt schreiben und trinke bei dem Festival noch einen Mojito…schließlich kann ich morgen Autofahren und lass das Rad im Kofferraum…auf nach… Neapel

Ich sollte was mit Essen und Trinken in Zukunft machen..und noch Reisen..
Guts Nächtle, ihr Lieben!

Der Manager- Papa

Der Tag nach dem Erdbeben…

24.08.2016: Zu hohe Berge, 2100 Jahre alte Mauern, Sonne und 84 km weiter das Erdbeben

Mein erstes Erdbeben… nachts halb 4… Stufe 6 auf der Richterskala… Was man da denkt? Zunächst ist da pures Erstauenen, die Erde bebt und wackelt. Kennt man sonst nur aus dem Fernsehen. Das es hier viele Tote gibt/

Erdbeben in Italien... in Spello ist davon nichts zu merken

Zu hohe Berge, die Alternative: Spello eine Stadt, die es seit dem 3. JH v. Chr. gibt- Das Erdbeben scheint weit weg zu sein… und ist es doch nicht.

geben wird, kommt einem dabei zunächst nicht in den Sinn. Trotzdem begleiten mich diese Gedanken den ganzen Tag und werden es sicher noch einige Zeit tun. Ein paar Kilometer weiter kämpfen Einsatzkräfte um noch Verschüttete zu retten und ich fahre Rad zum Vergnügen… Ein bisschen Ruhe finde ich in der Cattetrale di San Ruffino in Assisi. Hier begegnet mir wieder Psalm 23- Ich kenne ihn auswendig, es ist mein Taufpsalm, er verschafft mir Gewissheit.

Doch zunächst geht es aufs Rad, ich radle mir meine Sorgen weg. Ich- der 56jährige, übergewichtige Untrainierte- habe aktuell zu viel Respekt vor der heißen Sonne, den Höhenmetern und Strecken über 80 km. Also mache ich eine Trainingstour nach Assisi und bekomme fast alles: 38,9 C auf dem lenker, 540 Höhenmeter, aber eben nur 52,4 km.

Besichtigung der Stadt Spello

Liebenswerte Gässchen in Spello In der Mitte ein römisches Aquädukt über der Stadt Spello. Definitiv zu besichtigen

Auf nach Spello

Ich beginne meine Tour in Foligno in Richtung West, um dann auf vielen kleinen Wegen nach Spello zu fahren. Die Stadt gibt es seit dem 3. Jh vor Christus und ist von einer 2 km langen Mauer aus Augustuszeiten mit 6 Toren umgeben. Die Stadt ist definitiv besichtigungswürdig! Die aktuellen Bilder von Spello könnt ihr hier sehen. Und da ich wegen der scheinbar kurzen Strecke ein bisschen rummäandere, entdecke ich diese liebenswerten Gässchen, alte Portale und ein römisches Aquädukt ganz in der Nähe über der Stadt (mittleres Bild links).

Nun geht es weiter auf der Via degli Ulivi (hier ist eine tolle, leichte Route beschrieben, auf der man sich „warmradeln“ kann- hätte ich das mal vorher gewusst ;-)). Ich radle zwischen tausenden Olivenbäumen nach Assisi, die Sonne brennt, ich höre Zikaden und die Welt scheint still zu stehen… Berg hoch und runter, hoch und runter… Radfahren, nur dem eigenen Rhythmus verpflichtet bei pinienduftender, weich- warmen Luft… Aber ich komme gegen Mittag am Weltkulturerbe an. Jede Menge Touristen und Pilgerer, aber für Ende August scheint die Menge überschaubar. Meine ersten Eindrücke dieser Stadt verbessern meine Laune weiter. Also ab in die Cattedrale San Rufino, die Taufkirche des Heiligen Franziskus, der heiligen Klara und Friedrich II. von Schwaben. Nach körperlicher Erschöpfung und geistiger Erbauung, habe ich mir definitiv ein Mittagessen verdient!

Es gibt Olivenbrot, Schinken vom hällischen Schwein, Tomaten, Paprika und ein kühles Aqua minerale frizzante- 1,4 l 😉 Eigentlich wollte ich nun- quasi als spiritueller Höhepunkt- zur Grablegungskirche des heiligen Franziskus von Assisi aus dem 13 Jh. Hier wurde mir jedoch leider, wenn auch nachvollziehbarer Weise, der Einlass durch maschinenpistolenbewehrte Wachleute verwehrt. Keine Chance hier mit Rad, Lenkertasche, Messer und Werkzeug rein zu kommen. Daher nur Bilder von außen. Hier muss ich nochmal hin! Mein Fazit: Assisi ist eine unaufgeregt- stolze und geschmackvolle Stadt! Die Italiener halt…

Italienisches Essen- lecker!

Italienisch für Anfänger… mein Einsteiger-Menü. Vielleicht das nächste mal etwas weniger ;-)

Über eine kleine Asphaltstraße geht es zurück nach Foligno, wenig befahren, aber mit immer wieder kleinen Sehenswürdigkeiten, ein gelungener Abschluss meiner ersten Rundfahrt in Italien!

Abendlicher Ausklang

Abends sitze ich im „Cuore Piccante“ in Foligno (empfohlen von TripAdvisor). Ich werde herzlich empfangen und das, obwohl es noch nicht einmal 20 Uhr ist… und auch noch in französisch- also für mich sprachentspannt und ohne „Polyglott Italienisch- 2000 Speisen und Getränke“ 😉

Den Einstieg mach frittierte Gemüse zum Frucht-Aperitif mit Rhum und Angostura. Nun folgen ein paar kleine regionale Vorspeisen, u.a. gebackener Ricotta, Beef auf roter beete mit Kartoffel- Ingwer- Eis, Endivie gebraten mit Grünem- Tee- Eis und Balsamico, Gebackenes Hasenfilet- Karee mit Rotweinzwiebeln und und und… jede Menge Inspiration für meine nächsten Kochabende! Dazu gabs die einheimische leichte Weissweinrebsorte Grechetto del’Umbria. Sie hat leichte Bitternoten und ist feinblumig mit gutem Säuregerüst. „Ich bin satt!!!“ und jetzt kommt die Primi Piatti… Eine Paté aus al dente Nudelteig mit Selleriecreme in einer Ricotta- Haselnusssauce mit Parmigiano reggiano. „Ich bin sehr satt!“ (Die Hälfte musste ich zurück gehen lassen -.- ) Das zweite Glas Weißwein schmeckt immer würziger. Hier sagt der multilinguale Inhaber beim Abräumen vielsagend augenzwinkernd „C’est trop.. hein?“ (zu deutsch: Es ist zuviel… nicht wahr?) Und schon kommt das Glas Sagretino di Montefalco, den wir in Deutschland leider nicht kennen. Vollfruchtige rote Beeren mit schönen Tanninen, kräftig und super zum Lamm. Dazu das zart gegarte umbrische Lämmchen mit gegrilltem gemüse und Kartoffelspalten in Rotweinjuice… „Und ich bin genudelt…“ für Dialektiker: voll fett satt… nun lass ich mich dann doch noch zu einem Dessert überreden, einem ganz Kleinen. Wer kann italienischem Charme schon wiederstehen? Melonen- Granita mit Limone und Espresso… Satt-satt-satt Aber gut wars!!

Der Manager-Papa

Ein Manager auf Abwegen… Sabatical auf Italienisch

Ich bin dann mal weg... Italien

Auf dem Weg nach Foligno

Finde ich mich? 26 Jahre Geschäftsführer, nonstop Stress… jetzt: 10 Monate und 3 Wochen voll bezahlte Aus(ruh)zeit und daher die Idee, den Traum der Sizilienrundfahrt um kleine Zusatzabstecher in Itlien zu ergänzen.

23.08.2016 18:10 Uhr Ankunft in Foligno- Beginn meiner Auszeit

Nach 960 km Stressfahren (dabei fahren die Italiener auf der Autostrada nahezu vorbildlich), habe ich es geschafft: meine Ankunft in Foligno, Italien- mein neues Abenteuer, meine Auszeit. Das Hotel ist ein schlechtes Mittelklassehotel- halt eine internationale Kette- dumm das ich nichts Typisches genommen habe. Hier bleibe ich für die nächsten zwei Tage. Zum warmwerden sozusagen. Man könnte auch sagen, ich bin total gefrustet gelandet… und dann noch Berge, die ich untrainiert nicht schaffe… also Umdenken- Change Management… das kann ich! Der Stress bleibt mir vorerst erhalten- wenn auch dieses Mal „hausgemacht“… aber deswegen mache ich das ja: Ich bin dann mal weg… den Stress lasse ich hinter mir!

Foligni versöhnt mich

Antipasti auf umbrisch

Ich gehe auf dem sehr schönen Marktplatz von Foligno essen, die vielen Palazzi ansehen und höre in der Kirche Psalm 23. Letztendlich versöhnen mich Essen und Trinken. Es gibt herrliche umbrische Antipasti, u.a. Ziegenkäse mit Honig, dazu einen einfachen Weißen.

Italienischer Rotwein

Stringozzi- umbrische Nudeln

Danach Stringozzi und dazu die umbrische Version eines Montefalco… ein bisschen zu warm, aber vollmundig rund mit Aromen von Mandeln und vollreifen Früchten…der Beginn einer Versöhnung? Auf jeden Fall der Beginn meiner Auszeit, komme was wolle- ich schau mir Italien an, ich mag die Nudeln, den Wein, schauen wir was sonst noch kommt.

Der Manager- Papa

Verdejo… Der Spitzenweißwein aus Rueda

Ich habe neulich in der „Weinwirtschaft“ einen sehr interessanten Artikel über „Kastiliens Weißweinikone Rueda“ gelesen und

Javier Rodriguez: Spanischer Wein- Sanzo Verdejo Frizzante und Sanzo Tempranillo Frizzante

Javier Rodriguez: Spanischer Wein- Sanzo Verdejo Frizzante und Sanzo Tempranillo Frizzante

musste sofort an meinen Lieblingswinzer Javier Rodriguez denken. Einer meiner Favouriten von ihm für den Sommer ist der Verdejo Frizzante, den man sich natürlich beim Lesen des entsprechenden Artikels unbedingt zu Gemüte führen sollte 😉

Optimaler Weise gut gekühlt. Für den Sommer nicht nur aufgrund der Aromen von Melone, Apfel und Zitronen geeignet, sondern auch weil er lediglich 10 % Alkoholgehalt hat. Damit zählt er zu den leichteren Weißweinen und kann definitiv auch schon mal zum Nachmittag genossen werden. 😉

Die Verdejo- Traube wurde übrigens im 11. Jahrhundert von Nordafrika nach Spanien eingeführt und hat sich hier hervorragend angepasst. Auch wenn die „Weinwirtschaft“ unterschwellig moniert, dass eine breitere „Auffächerung des Angebots“ von Weißweinen aus Rueda- also weg von reinen Verdjeo- Weinen hin zu Verdejo- Sauvignon- Cuvées- notwendig ist, gehört für mich ein guter Verdejo Frizzante von Rodriguez einfach zum Sommer dazu! Mit über 53 Mio produzierten Flaschen 2014 und einer Anbaufläche von über 10.000 ha ist der Rueda- Verdejo auch nach wie vor Spitzenreiter im Absatz. 80 % der Produktionsmenge trinken die Spanier übrigens selbst. Als Exportland stehen wir hinter Holland (mit über 3,3 Mio Flaschen) auf Platz 2. Über 2,3 Mio Flaschen wurden 2014 nach Deutschland verkauft. Sicher, davon ist nicht jeder von meinem Lieblingswinzer, nicht jeder als Frizzante ausgebaut und sicher auch (noch) nicht jeder getrunken, aber das Potential auf dem hiesigen Markt dürfte meines Erachtens wachsen. Vor allem, wenn tatsächlich- wie im Artikel angerissen- die Cuvées sich weiterentwickeln.

Verdejo lässt sich hervorragend ohne Begleiter trinken. Wer doch „Gesellschaft“ mag, dem sind kaum Grenzen gesetzt. Leichte mediterrane Küche, gern auch vom Grill, eignet sich genauso gut wie verschiedene Fischgerichte. Übrigens gibt es von besagten Lieblingswinzer (Javier Rodriguez) noch jede Menge anderer Spitzenweine, die regelmäßig diverse Auszeichnungen einheimsen. Völlig zu Recht wie ich finde. Wer mag, kann dazu hier auch nochmal lesen oder kostet einfach mal den Lacrimus 5.

Avinieren- Weinverkostung mit einem Glas

Avinieren- Weinverkostung mit nur einem Glas

Avinieren- Weinverkostung mit nur einem Glas

Frei nach dem Motto geht nicht- gibt’s nicht, dreht sich das heutige Thema um die richtigen Weinverkostung oder besser gesagt um eine improvisierte Weinverkostung und eine Technik, die sich „avinieren“ nennt.

Als eines der größten „Probleme“, für die Durchführung einer Weinverkostung, wird immer die Anzahl der Gläser benannt. Ok, im Idealfall haben wir für jeden Wein ein neues Glas. Aber eigentlich reicht im Minimum für jeden Gast ein Rotwein-, ein Weißwein- und ein Schaumweinglas. Natürlich kann man hier noch differenzieren nach Art des Rotweines: schwer oder leicht etc. Aber für den Einstieg sind die Gäste immer schon zufrieden, wenn jeder sein eigenes Glas hat 😉

Wein avinieren

Wein avinieren

Bei einer Verkostung geht es ja bekannterweise nicht darum jedes Glas auszutrinken, sondern darum, Farbe, Geruch und Geschmack des Weines zu analysieren. Für den Weinfreund steht dabei in der Regel die Frage im Vordergrund: „Mag ich den Wein so, dass ich ihn gern öfter trinken würde?“ Diese Frage lässt sich meist schon nach ein, zwei kleinen Schlucken klären und der Rest wird dann in den bereit gestellten Behälter entsorgt.
Aber zurück zu den Gläsern bzw. der Problematik für jeden Gast nur ein Glas zu haben. Das Prinzip, welches hier Anwendung findet nennt sich

„avinieren“.

Bei dem Thema scheiden sich die Geister… Fakt ist, selbst wenn Sie für jeden neuen Wein ein neues Glas haben, ist das Glas im Vorfeld bereits mit anderen Substanzen in Verbindung gekommen. Das können das Spülmittel, Staub oder auch Geschirrspülsalze sein. Mit dem Avinieren sollen diese Gerüche und Geschmäcker nun neutralisiert und auf den Wein vorbereitet werden.
Die Technik, die dabei Anwendung findet ist simpel und lediglich eine Übungsfrage. Man schüttet ein paar Tropfen des Weines in das Glas, hält dieses schräg und dreht das Glas nun am Fuß bis es komplett benetzt ist. Die Weintropfen kann man nun in das nächste Glas schütten und genauso verfahren… auf diese Art und Weise reduziert sich die Verschwendung des kostbaren Naß. Nur nach dem letzten Glas sollten Sie den Rest dann entsorgen. 😉 Nimmt man es jetzt ganz genau müsste man das Aviniern auch bei Dekantern anwenden… nur leider reichen da ein paar Tropfen nicht.

Wenn Sie in Zukunft also mehrere Weine aus einem Glas (nacheinander 😉 ) trinken wollen, wachsen Ihnen hoffentlich keine grauen Haare und den passenden Fachbegriff kennen Sie nun auch 😉 Weine zum avinieren oder einfach so trinken, finden Sie hier.

Weinhaltig Grüße

Julia Bock

P.S.: Es würde mich interessieren, was Sie von dem Prinzip halten… Sinnvoll oder Quatsch?

 

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