Buchrezension: Fleisch essen? U. Weiler

Buchrezension: Ulrike Weiler- Fleisch essen?

Buchrezension: Ulrike Weiler- Fleisch essen?

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Buch rezensieren möchte. Eigentlich auch völlig fachfremd- es geht nämlich um die Frage „Fleisch essen?“ und nicht um Wein. Ich habe mich trotzdem dazu entschieden, denn Bestandteil des Buches sollen auch Rezepte von Markus Eberhardinger sein… und der ist ein nicht ganz unbekannter Sternekoch 😉

Also auf ins Rezensionsvergnügen: Die Autorin Ulrike Weiler ist studierte Agrarwissenschaftlerin und lehrt an der Uni Hohenheim als Professorin für Nutztierwissenschaften. Das Buch selbst ist quasi eine Argumentationshilfe für alle Fleischesser. Ich persönlich zähle mich da eher zu den im Buch bezeichneten „Flexitarier“. Sprich, ich esse Fleisch durchaus gern und mit großem Vergnügen, aber dazwischen liegen Phasen des vegetarischen Alltags. Oder wie ich es nenne, ich bin Wochenend- Fleischfresser 😉

Frau Weiler untersucht im Buch u.a. den Einfluss der veränderten Ernährungsgewohnheiten- speziell beim Fleisch essen- auf die menschliche Spezies. Sie unterscheidet dabei wer oder was für Fleischesser es dabei gibt und definiert u.a. was Flexitarier, Omnivoren, Vegetarier etc. sind. Die Schreibe ist angenehm und stellenweise unerwartet humorvoll, jedoch wird hier eindeutig eine Lanze für den Fleischkonsum gebrochen und die Vorteile einer ausgewogenen Fleischernährung beleuchtet. Sie geht dabei auch auf die Risiken des Fleischkonsums ein und zeigt vor allem wo und wie man hochwertiges Fleisch findet.

Das Buch ist also durchaus für Flexitarier 😉 und „Fleischfresser“ geeignet. Wer allerdings Veganer oder Vegetarier ist, der sollte sich ein anderes Buch zu Gemüte führen- es sei denn er möchte sich bekehren lassen 😉 Die auf dem Cover angebotenen Rezepte darf man nicht überbewerten, sie sind keineswegs in Hülle und Fülle zu finden. Herr

Verantwortungsvoller Fleisch- und Trinkgenuss ;-)

Verantwortungsvoller Fleisch- und Trinkgenuss ;-)

Eberhardinger legt sein Augenmerk auf eine die Argumentation von Frau Weiler unterstützende Warenkunde. Ich persönlich finde das etwas Schade, da hier meines Erachtens die Chance vertan wird, das Buch für eine breiter Masse- abseits der Suche nach Fakten für den Fleischkonsum anzusprechen. Alles in allem aber ein gutes Buch. Vor allem weil es sich ganz klar für eine artgerechte Tierhaltung und eine größere Wertschätzung beim Verzehr des Fleisches einsetzt. Hier leistet das Buch für mich seinen größten Beitrag. Jeder der sich für Billigfleisch entscheidet, sollte neben dem Tierwohl auch einmal an sein eigenes Wohl und diverse Gammelfleischskandale denken.Wer sich dafür interessiert, wird beim Westend Verlag fündig.

Ich genieße dafür nun erstmal ein leckeres Stück Rindfleisch- aus biologischer Herkunft- und dazu einen süffigen Rosé.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Der Messias- Verkostung à la Mädelsabend

Nun sitze ich ja direkt an der Quelle und mein Keller „läuft“ vor Wein fast über, was meine Schwester bemüssigte eine Weinverkostung mit ihren Mädels einzufordern. Ehrlich gesagt war das längst überfällig und mir kam es sogar ganz entgegen. 😉

Verkostung des Weingutes Messias aus Portugal

Verkostung des Weingutes Messias aus Portugal

Das schöne an der Geschichte- meine Schwester kann richtig gut kochen und ich komme damit nicht nur in den Genuß leckerer Weine, sondern auch von gutem Essen. Um es kurz zu machen, der Abend war lang, das Essen super und die Weine auch. Jeden einzelnen nun hier vorzustellen, sprengt meine heutige Zeitkapazität, deswegen nur meine zwei persönlichen Wein- Highlights des Abends- da sie sozusagen aus der Außenseiterposition gestartet sind. Beide stammen vom Weingut Messias. Hier ist der Name Programm. Beide Weine gibt es ab einem Preis von 4,29 €- z.B. hier. Wer jetzt Weine à la „Baron Rothschild“ erwartet wird natürlich enttäuscht. Wir reden hier ganz klar von netten Alltagsweinen, die man aber sehr angenehm trinken kann- muss ja nicht immer die 20 €- Flasche sein 😉

 

Aber der Reihe nach: Zuerst der Messias Vinho Verde

Messias Vinho Verde

Messias Vinho Verde

Wörtlich übersetzt heißt der Wein „grüner Wein“. Auch wenn sich damit ganz gut die Farbnuancen des Weißweines beschreiben lassen, zielt der Name doch eher auf die Region, in welcher der Wein angebaut wird. Nämlich ganz im Norden Portugals zwischen den Flüssen Douro und Minho. Der Messias setzt sich aus den regionstypischen Rebsorten Loureiro ( 40%), Azal ( 40%) und Pederna (20%) zusammen. Da es in dieser Region sowohl sehr warm, als auch verhältnismäßig niederschlagsreich ist, wachsen die Reben zu teilweise 2m hohen Pergolen, um sie vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen.

Das Weingut Messias wurde 1926 von Messias Baptista (daher also der Name 😉 ) gegründet und ist heute eines der größten und bedeutensten Weingüter Portugals. Gelobt wird nicht nur der Weißwein und der Rosé sondern auch die angenehm leichten Rotweine, aber die werde ich bei Gelegenheit mal verkosten ;-).

Der Vinho Verde ist fantastisch für den Sommer geeignet. Mit nur 8,5% Alkoholgehalt, darf er also durchaus auch mal zu einem leichten Mittagessen genoßen werden. Im Mund ist er angenehm spritzig und leicht perlend. Ich finde er hat eine angenehme Säure mit Zitrusaromen. Wer jetzt allerdings eher der fruchtbetonte Weißweinliebhaber oder gar Freund lieblicher Weine ist, der sollte sich einen anderen Wein aussuchen 😉 Für den Sommer bekommt er allerdings von mir die volle Weinknüller- Punktzahl 😉

Wenden wir uns nun dem Messias Vinho Rosé zu.

Messias Vinho Rosé

Messias Vinho Rosé

Der Rosé ist mein ganz klarer Favourit für diesen Sommer. Wer der typische Etikettenkäufer ist (von denen gibt es mehr als man denkt 😉 ) der wird auch nicht enttäuscht- ein schöner äußerer Auftritt- verstärkt durch den Himbeerton, den der Wein im Glas hat. Die Farbe stimmt mit Geruch und Geschmack überein. Angenehme Aromen von Himbeere und Erdbeere- schön fruchtig und süffig! Alkoholgehalt ist auch gerade mal bei 11 % – also ideal für warme Sommertage! Ich würde ihn bei ca. 8- 10 °C trinken. Geeignet ist er zu leichten, sommerlichen Speisen- die mediterrane Küche ist hier definitiv der beste Begleiter… Aber ehrlich: Eigentlich braucht der Rosé keinen Begleiter.

Richtig gut schmecken beide Weine natürlich in Gesellschaft von Freunden und Familie.  😉 Um zu schließen halte ich es heute mit Joachim Ringelnatz:

„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jede, aus denen man trinkt.“

Welche Favouriten haben Sie für diesen Sommer? Lassen Sie mir doch einen Tipp da, welchen Wein ich als nächstes verkosten soll.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

Rotweinflecken entfernt man mit Salz

Rotweinflecken

Rotweinflecken entfernt man mit Salz

Rotweinflecken entfernt man mit Salz! Den Spruch kennt wahrscheinlich jeder von Mutti. Allerdings reicht es oft nicht, wenn man einfach nur Salz auf den Fleck gibt. Aber auf jeden Fall wird er etwas heller. Das Internet selbst überschlägt sich mit Vorschlägen, wie man dem Problem schnellstmöglich zu Leibe rückt. Einige habe ich an einem alten Stück Teppich ausprobiert… Keine Sorge, ich habe einen Wein genommen, der nicht schmeckt- alles andere wäre ja Alkoholmissbrauch 😉 Für alle Tipps gilt, je eher der Fleck behandelt wird, umso größer sind die Erfolgsaussichten und unbedingt die Farbechtheit prüfen- sonst ist der Fleck am Ende größer als vorher 😉

Tipp Nummer 1: Rotweinflecken entfernt man mit Salz und Kohlensäure

Zuerst wird Salz auf den Fleck gestreut. Ist aber nur sinnvoll, so lange der Fleck noch feucht ist. Das Salz saugt die im Fleck verbliebene Feuchtigkeit und damit auch einen Teil der Farbe auf. Anschließend wird der Fleck mit viel kohlensäurehaltigen Mineralwasser ausgespült. Funktioniert ganz gut und ist v.a. praktisch, wenn sich der Fleck auf einer Tischdecke befindet.

Tipp Nummer 2: Rotweinflecken entfernt man mit Glasreiniger

Eins gleich vorweg: Der Glasreiniger sollte unbedingt klar- also nicht blau!- gefärbt sein. Ansonsten verändert sich nämlich nur die Farbe des Fleckes 😉 und das ist ja nicht unbedingt das Ziel. Das Prinzip ist ganz einfach- aufsprühen, einwirken lassen, trocken tupfen. Fazit funktioniert gut, ABER unbedingt vorab die Farbechtheit des Teppichs prüfen.

Tipp Nummer 3: Rotweinflecken entfernt man mit Weißwein

Ich gebe zu, der Tipp klingt wirklich lustig und NEIN: es geht nicht darum ausreichend Weißwein zu trinken, damit man den Fleck nicht mehr sieht… Die in Weißwein enthaltene Säure soll den Fleck lösen. Insofern einen möglichst säurehaltigen Wein nehmen- beispielsweise Riesling. Wer seinen Weinvorrat etwas schonen möchte- immerhin wurde ja grad schon Rotwein verkleckert, wer möchte da noch Weißwein hinterher gießen?- kann man auch einfach Essig (riecht nicht besonders gut und geht zu Lasten der weiteren Verkostung) oder Zitronensaft (geruchlich schon wesentlich besser) nehmen.

Tipp Nummer 4: Rotweinflecken unterwegs entfernen

Das ist ein Tipp für Rotweintrinker mit kleinen Kindern. 😉 Da hat man nämlich fast immer Feuchttücher (eigentlich für den Babypopo) mit dabei. Egal welche Art von Fleck, einfach mit den Feuchttüchern ausreiben und fertig. Funktioniert in Sekundenschnelle und hat mir schon mehr als einmal das Leben gerettet (zumindest optisch).

Fazit

Es funktionierten bei mir eigentlich alle Tipps. Wobei man dazu sagen muss, dass ich mir vor der Kleckerei auch schon alle Reinigungsutensilien bereit gestellt hatte- sprich schnell reagieren konnte. Es sei der Hinweis gestattet, dass jeder die Experimente bitte auf eigene Gefahr wiederholt und ich nicht vorbei komme um den Fleck nachzubehandeln 😉

Rotweine zum Kleckern gibt es übrigens hier 😉 Ansonsten würde mich natürlich interessieren, welche Tricks Ihnen geholfen haben.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

P.S. Die Tipps gabs übrigens u.a. auf den Seiten „frag-Mutti.de“ und „zuhause.de“.

Wein-Tipp: Wie voll dürfen Weingläser sein?

Wie voll dürfen Weingläser sein?

Wie voll dürfen Weingläser sein?

Die Frage wie voll Weingläser sein dürfen wird öfter gestellt. Und lässt sich relativ einfach beantworten… Es kommt darauf an. 😉 Anlässlich einer Weinverkostung werden grundsätzlich nur ein paar Schluck in das Glas eingegossen. Genau so viel das der Wein sich richtig entfalten kann und genau so wenig das man kein übermäßig schlechtes Gewissen haben muss, wenn man den Rest weg schüttet. Genau das macht man nämlich bei Weinverkostungen. Ansonsten schmeckt man von den letzten Weinen nämlich nichts mehr, sondern frönt nur noch seinem Rausch 😉

Wie voll soll nun aber im Privaten das Weinglas sein?

Weißweingläser werden maximal bis zur Hälfte gefüllt und Rotweingläser sollten nicht mehr als ein Drittel voll sein. Nur bei Sekt oder Champagner machen wir eine Ausnahme. Hier dürfen Sie die Gläser bis ca 2/3 voll füllen.

Warum nun aber mit Mathematik diese sonst so angenehmen Sache der Wein- Trinkerei verkomplizieren?

Das hat nichts mit Geiz zu tun sondern mit Genuss und drei Fakten: Zum einen hält sich ein randvoll gefülltes Glas Wein an einem dünnen Stil mehr als schlecht. Wenn Sie mir nicht glauben, dann probieren Sie es einfach mal aus (aber vielleicht besser mit Wasser füllen 😉 ). Zum anderen erwärmt sich der Wein im Glas wesentlich schneller als in der Flasche und als letztes- meines Erachtens wichtigstes Argument- kann sich das Weinbouquet nicht richtig entfalten.

Insofern schüttelt es mich immer ein wenig, wenn ich in Restaurants das Weinglass bis zum Rand vollgeschenkt bekomme… eine kleine Karaffe würde hier Abhilfe schaffen und allen den Weingenuss deutlich erhöhen.

Übrigens hat eine Studie ergeben, dass die wenigsten die richtige Füllmenge abschätzen können- auch nach wiederholten „üben“ nicht. Wenn also nicht genau 1/3 Rotwein im Glas ist, machen Sie sich keine Sorgen und betrachten Sie das Ganze- wie den Rest des Weingenusses- mit der üblichen Gelassenheit.

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über ein Kommentar!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

P.S.: Im Fall des Falles natürlich auch über Kritik, denn nur die führt ja bekanntlicher Weise zur Verbesserung.

Badische Weinmesse: Weinverkostung pur

Badische Weinmesse

Badische Weinmesse

Die Badische Weinmesse reizt mich seit Längerem, nicht zuletzt, weil mein Vater seit einigen Jahren da in der Nähe wohnt. Leider hat es auch dieses Jahr noch nicht geklappt… der jüngste Nachwuchs ist einfach noch nicht so weit 😉 Kurzerhand hat sich also mein Vater „geopfert“ und durfte sich durch diverse badische Weingüter verkosten. Der Bericht folgte auf der Stelle (da ist er offenkundig disziplinierter als ich 😉 ). Einen lieben Dank dafür und Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Julia Bock

P.S. Mich kennen Sie ja… auf dem Bild dann mein Papa dazu 😉

Samstag, Offenburg, Badische Weinmesse. Die ganz großen Namen fehlen… also Zeit für die 2015er Weine der vermeintlich Kleineren… Mit 1 Mio Flaschen nicht klein, aber der Sohn umso sympathischer bei der Präsentation, das Weingut Bimmerle mit wirklich guten Weißweinen- wohl 98% prämiert. Unangreifbar mit seinen Oberklasse- Weinen das VDP- Weingut Wöhrle (Lahr). Hier vor allem Kronenbühl- Grauburgunder und Spätburgunder – sehr sympathisch, dass der Inhaber selbst ohne großes Brimborium seine Weine auf dieser Publikumsmesse präsentiert. Aber eine wirklich tolle Überraschung war die Verkostung beim Weingut Arndt Köbelin vom Kaiserstuhl: die sehr schönen und bei dieser Messe herausragenden 2015er Grau- und Weissburgunder Kabinett trocken finden eine zusätzliche Steigerung schon bei der noch frühen Fassprobe der Lage Lösswand. Trotz intensiver Vanillenoten bleibt eine wunderbare Frucht und dann gleiches bei den roten Spätburgundern: der „normale“, wunderbar kirschfruchtige Holzfassausbau ohne jegliche- leider oft auch auf dieser Messe gefundenen- sehr spitzen Brennigkeit hat eine Barrique-Entsprechung der Lage Lösswand. Nachdem am Vorabend ein 2003-er Grauburgunder von Dr.Heger ein klasse Speisenbegleiter war…diese Lösswand-Weine des JG 2015 haben gleiches Potential zum deutlich günstigeren Preis…die Gutsweine unter 10.-€, die lagerfähigen „Lösswand“-Selektionen zwischen 16.- und 20.-€.
Und zum Abschluss hatten wir noch eine schöne Verkostung der reichhaltigen Whisky-Variationen der Kinzig-Brennerei Martin Brosamer, dessen Kinzigtäler Single Malt sowie die 5- und 8-jährige Abfüllung sehr schön, preislich akzeptabel waren und Lust auf die 12-jährige Abfüllung machen.

Rundum ein süffiges Wochenende!

A. Galle

Beeinflusst Musik den Geschmack von Wein?

Der Einfluss von Musik auf Wein

Der Einfluss von Musik auf den Geschmack von Wein

Oder um es kurz zu sagen, unser Gehirn interpretiert die Musik. Und zwar in jeder Lebenslage. Für das Shoppingverhalten wurde der Effekt von Musik, Beleuchtung, etc. ja schon des Öfteren untersucht. Dr. North hatte die Idee zu überprüfen, ob Hintergrundmusik den Geschmack von Wein bei den Weintrinkern beeinflusst. In dem Versuch wurde 250 Erwachsenen ein Gratis- Glas Rot- oder Weißwein angeboten. Dazu wurden Sie in einen von 5 Räumen geführt. In vier der fünf Räume wurde Musik gespielt. Unter anderem:

  • Carmina Burana (Orff, schwere Musik),
  • der Blumenwalzer („Der Nussknacker“, leichte Musik),
  • Just Can’t Get Enough („Nouvelle Vague“, erfrischende/abwechslungsreiche Musik) und
  • Slow Breakdown („Michael Brook“, sanfte Musik).

Die Weintrinker, die in den Raum ohne Musik geführt wurden, dienten als Vergleichsgruppe. Jeweils 125 Personen bekamen den gleichen Rot- bzw. Weißwein.

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Kann Musik den individuellen Geschmack von Wein beeinflussen?

Im Ergebnis beschrieben die Probanden den selben Wein häufiger entsprechend der Musikrichtung entweder als mächtig und schwer, subtil und verfeinert, erfrischend oder eher sanft und weich als die Vergleichsgruppe ohne Musik. Und das wie gesagt, OBWOHL sie den gleichen Wein getrunken haben. Der individuelle Geschmack des Weines scheint sich also zu verändern. Alle die den Blumenwalzer gehört hatten, beschrieben weitaus häufiger ihren Wein (egal ob rot oder weiß) als leicht, als die Weintrinker der anderen Musikrichtungen bzw. als die ohne Musik.

Interessant in dem Zusammenhang auch der Hinweis von Dr. North, dass die Musik zwar den Weingeschmack beeinflusste, nicht aber die Tatsache, OB der Wein geschmeckt- oder eben nicht geschmeckt hat.

Die ganze Studie gibt es hier (musicandwine), wenn auch leider nur auf Englisch.

Was sagt uns das nun für unser Trinkverhalten? Ob der Wein schmeckt oder nicht, können wir selbst entscheiden. Wie er jedoch schmeckt beeinflusst tendentiell die Musik. Wenn wir also einen harten Tag hatten, sollten wir wohl zum Wein eher leichte, entspannende oder auch anregende Musik hören, um den Wein entsprechend genießen zu können. Umgedreht dürfte am Ende eines Urlaubstages uns der Wein auch zu Carmina Burana sehr gut schmecken. 😉

Probieren Sie es doch mal aus bzw. testen Sie Ihre Gäste, ob Sie den gleichen Wein unterschiedlich bewerten. Es würde mich interessieren, welche Erfahrungen Sie damit machen!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

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