Was darf guter Wein kosten oder ist der Weinpreis am Ende egal?

Grenouille et champagne

Was darf guter Wein kosten?

Alle Jahre wieder… Nein, ich werde nicht über Weihnachten schreiben- auch wenn es aktuell nur noch 128 Tage und jetzt gerade 10 Stunden sind. Alle Jahre wieder werde ich beim Erscheinen neuer Discount- Flyer und darin angepriesener vorzüglicher, aber sehr kostengünstiger Weine gefragt, wie viel denn nun guter Wein kosten sollte bzw. kann…

Bei den Preisen für guten Weinen scheiden sich- genauso wie beim Geschmack die guten Geister. Natürlich haben die wenigsten von uns einen kleinen Goldesel zu Hause, der täglich für Goldklumpen im Stall sucht. Aber muss guter Wein den tatsächlich auch viel kosten? Nein, natürlich nicht. Gibt es eine Untergrenze? Ja, sicher!

Wo die liegt? Na zum einen beim eigenen Geschmack- der in meinen Augen nicht bei jedem unabhängig vom Weinpreis ist. Und zum anderen bei der Wertschätzung des Winzers. Ich hatte mich schon an anderer Stelle ausführlich über Weine für 1,99 € ausgelassen.

Warum dieses Thema also noch einmal? Nun, ich möchte doch herausstellen, dass der Preis keine wirklich Messgröße für die Weinqualität ist und für Geschmack gleich gar nicht. Häufig ernte sogar ich überraschte Gesichter, wenn ich einen Wein für „nur“ 4,99 € anbiete. Bei dem Preis für einen Wein müssen verschiedene Gesichtspunkte beachtet werden. Neben dem Anbaugebiet, der Rebsorte (z.B. in Hinblick auf ihre Krankheitsanfälligkeit und die damit verbundenen Gefahr von Ernteausfällen), dem Winzer inkl. seiner Bekanntheit, spielt natürlich auch der Ort unseres Einkaufs eine Rolle. Discounter kaufen Massen an Wein, nämlich für alle Filialen! Das geht dann i.d.R. schon weit über die 10.000er Flaschenmarke hinaus. Hieraus ergibt sich natürlich ein deutlich niedrigerer Einkaufspreis. Wir könnten auch an dieser Stelle darüber philosophieren, was für Weine in dieser Größenordnung abgefüllt werden… Machen wir aber nicht. 😉 Dagegen stehen die kleinen Weinhändler. Diese müssen zusätzlich zum Weineinkaufspreis viel stärker als die Discounter ihre Fixkosten- Miete, Personal, Strom und auch einen kleiner Gewinn- berücksichtigen.

Und online? Wenn ein Ladengeschäft dahinter steht, so wird der gleiche Preis wie offline verlangt werden. Online- Weinhändler ohne Ladengeschäft müssen allerdings nur Lager und vielleicht noch Personalkosten berücksichtigen. Ergo, wir finden hier in der Regel den günstigsten Preis. Unbestritten steht hier der Nachteil entgegen, dass Sie nicht verkosten können und die Beratung auf Telefon, Mail oder Video beschränkt ist. Wenn Sie jedoch Ihren Wein schon kennen, können Sie hier für einen in der Regel niedrigeren Preis richtig gute Weine bekommen. Und wenn Sie den Wein nicht kennen? Dann gilt die Regel „no risk, no fun“ ;-). Schauen Sie sich die Produktbeschreibungen an und probieren Sie Ihr Glück. Und wenn es schief geht? Auch kein Problem, dann schicken Sie die ungeöffneten Flaschen einfach wieder zurück, wie z.B. bei Wein-Knueller.de

Welche Erfahrungen haben Sie den mit preiswerten Weinen und Wein-Online-Shops gemacht?

Weinhaltige Grüße

 

Julia Bock

 

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