Slow Wine in Deutschland – oder wer eigentlich hinter den „langsamen“ Weinen steht

Vor geraumer Zeit ist das Team von www.bloggdeinbuch.de mit der Frage an mich herangetreten, ob ich nicht Lust hätte eine Rezension über ein Weinbuch zu schreiben. Auch wenn ich zunächst skeptisch war und bislang noch keine Rezension bzw. Buchkritik geschrieben habe, so bin ich doch prinzipiell ein neugieriger Mensch und offen für Neues.

Das Buch mit dem ich mich näher auseinandersetzen sollte, handelt vom bisher zumindest in der Weinliteratur eher wenig beachteten Thema Slow Wine. Zugegebenermaßen habe auch ich von dem Begriff „Slow Wine“ zwar schon hin und wieder gehört, mich bislang aber noch nicht wirklich näher mit dem Thema befasst. … Also ein Grund mehr, sich intensiver damit auseinanderzusetzen und dieses Buch zu lesen. Nachdem ich mir das Buch also gründlich zu Gemüte geführt habe und feststellen konnte, dass es wirklich lesenswert ist, habe ich mich dann doch an das Thema einer Kurz-Kritik herangewagt.

Dann wollen wir also mal … 😉

In ihrem Buch „Die Avantgarde der deutschen Winzer – Slow Wine und seine Erzeuger im Portrait“ stellen die Autoren Ulrich Steger und Kai Wagner besondere Winzer aus ganz Deutschland und ihre Vorstellungen und Ideen zum Thema Wein näher vor. Nicht der Wein als solcher, sondern die kreativen Köpfe, die durch Ihr Können und Ihre Fantasie aus einer Idee einen Wein entstehen lassen, stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. Es wird nicht geurteilt oder bewertet, vielmehr werden Geschichten von Winzern und ihren Vorstellungen erzählt und wie sie diese dann in ihren persönlichen Weinstil einfliessen lassen. So soll beim Leser vor allem auch ein Verständnis dafür entstehen, warum der Wein so ist wie er ist und was den „Slow Wine“ vom industriellen Massenwein unterscheidet. Insgesamt werden 46 Winzer aus ganz Deutschland näher vorgestellt. Die dargestellten Winzer bilden hierbei nur einen Teil Derer ab, die in Deutschland den Kriterien von Slow Wine entsprechen. Dennoch wird das ganze Spektrum von Slow Wine hinsichtlich Regionen, Rebsorten, Größe der Weingüter und der Brandbreite von ökologisch orientierter Wirtschaftsweise und Weinstilen abgedeckt. Ziel der Autoren ist es auf der Basis einer Systematik das Besondere hervorzuheben und die erstaunliche Vielfalt zu dokumentieren.

Im Wesentlichen gliedert sich das Buch in 2 Teile. Im ersten Teil wird der Leser in die Welt des Slow Wine eingeführt und erhält einen Einblick in die Thematik. Im zweiten Teil erfolgt dann die nähere Betrachtung der Winzer und Weingüter, also Derer die beispielhaft für die Bewegung stehen. Der Schwerpunkt des Buches liegt dabei ganz klar, dem Titel und dem inhaltlichen Umfang entsprechend, auf der Vorstellung der Winzer und deren Philosophie bzw. Verständnis vom Wein. Die Autoren haben hierzu alle 46 im Buch betrachteten Winzer persönlich besucht, mit ihnen Interviews geführt und ihre Betriebe sowie Weinberge näher betrachtet. Anhand bestimmter hervorgehobener Charakteristika wurden die Winzerinnen und Winzer in sieben Gruppen zusammengeführt.

„Die Avantgarde der deutschen Winzer – Slow Wine und seine Erzeuger im Portrait“ bietet einerseits einen guten Einstieg für all diejenigen die sich mit dem Thema Slow Wine in Deutschland näher beschäftigen möchten. Andererseits ist es einfach interessant mehr über die Menschen zu erfahren, die hinter dem Produkt Wein stehen. Die kurzweiligen und sehr interessanten Portraits der Winzer vermitteln einen guten Eindruck über die Werte, Ziele und die Philosophie der Winzer, die letztendlich auch immer mit der individuellen Historie bzw. den persönlichen Erfahrungen der Weinbauern zusammenhängen. Nicht zuletzt wird auch durch jede Winzer-Geschichte deutlich, wie vielfältig, interessant, erfüllend aber auch hart die Arbeit der Weinbauern ist. Die Autoren Ulrich Steger und Kai Wagner verstehen es dabei, sowohl den Weinkenner als auch den Einsteiger anzusprechen. Vor allem die Einteilung in die 7 verscheidenen Gruppen wie z.B. „Die Quereinsteiger“ oder „Über wen sprechen wir in fünf Jahren“ lockert das Buch ein wenig auf und bietet gleichzeitig eine gute Orientierung beim Stöbern in den einzelnen Portraits.

Wer also mehr erfahren möchte, der kann das Buch über den Oekom-Verlag über folgenden Link bestellen.

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