„Die 100 besten Weine der Welt“ in einem Buch… geht das?

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Die 100 besten Weine der Welt Wolfgang Staudt

Nach einiger Zeit soll es nun also mal wieder ein Blog über ein Weinbuch geben. Ich gebe zu, das Buch liegt schon eine Weile vor mir- natürlich gelesen 😉 – aber ich verkoste eben lieber Weine, als in einem Buch darüber zu lesen und nachher zu schreiben…

Um so schöner war es dann, in dem Buch „Die 100 besten Weine der Welt“ von Wolfgang Staudt einen interessanten und vor allem kurzweiligen Überblick über tolle Weinanbaugebiete und ihre Weine gibt. Ich gebe zu, der Titel hat mich anfangs etwas abgeschreckt, denn bitte wer legt den eine Rangfolge für DIE besten Weine fest? Ist Geschmack nicht verschieden? Und überhaupt auf welcher Grundlage erfolgte die Rangordnung?

Mit solchen Vorurteilen bin ich also an das Buch herangegangen und… wurde enttäuscht. Denn wer sich hier nun eine tatsächliche Rangfolge erwartet, der wird enttäuscht. Den das Buch „Die 100 besten Weine der Welt“ richtet sich eher an der Einzigartigkeit einzelner Regionen, ihrer Geschichte und natürlich ihrer Weine aus. Man könnte die Rangfolge also eher als eine persönliche Empfehlung des Autors Wolfgang Staudt betrachten.

Herrn Staudt dürfte es mit diesem Buch gelingen Einsteigern einen guten Überblick über die wesentlichen Weinanbaugebiete zu geben, aber auch Weinprofis dürften hier noch den ein oder anderen interessanten Ansatz für eine Weinverkostung bekommen.

Für Einsteiger bietet das Buch „Die 100 besten Weine“ einen guten Überblick über die Begrifflichkeiten aus der Weinwelt. Wolfgang Staudt beschreibt Aroma und Geschmack sowie die Optik der Weine. Aber auch interessante Hintergrundinformationen, wie bspw. die Einflüsse auf das Wachstum von Weinstöcken und wie Winzer darauf reagieren können werden beschrieben. Darüber hinaus stellt er- um das ganze Abzurunden- die wichtigsten Rebsorten in seiner Einleitung dar. Diese begleiten den Leser dann auch bei der Beschreibung der „100 besten Weine“ durch das Buch.

Er beginnt mit den deutschen Weinen und geht hier sowohl auf die Klassiker als auch auf Modeweine und aufstrebende Neulinge in der Branche ein. Danach folgen Österreich, Schweiz, Ungarn und sehr umfangreich das Weinland schlechthin- Frankreich. Danach kommen Spanien und Portugal bevor er in die USA, Chile & Co wechselt.

Insgesamt ein interessantes Sachbuch mit einer großen Stärke in Grundlageninformationen und der ein oder anderen Anregung für eine hoffentlich bald folgenden Verkostung. Wenngleich der ein oder andere Leser über die Auswahl der Weine von Herrn Staudt ins Diskutieren kommen dürfte, muss man sagen, dass es das Buch durchaus zu einem Nachschlageklassiker für Weinliebhaber schaffen dürfte. Aufgrund der im Buch enthaltenen Karte fühlt man sich ein wenig, wie auf einer Weinreise. Am Besten sollten Sie das Buch also mit einem Glas Wein genießen. Das Zusammenspiel von Essen und Wein sowie Weinempfehlungen zum Weiterprobieren werden ebenfalls anschaulich beschrieben.

Mir besonders sympathisch der Satz auf der Innenseite des Klappentextes: „Seien Sie selbstbewusst im Umgang mit Wein und vertrauen Sie vor allem Ihrer eigenen Nase, Ihrem eigenen Gaumen. Dort muss es passen, egal was Händler, Kritiker oder Sommeliers dazu sagen.“

Lesen und verkosten Sie gern nach und verraten Sie mir Ihre Meinung zu dem Buch „Die 100 besten Weine der Welt“!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

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