Beeinflusst Musik den Geschmack von Wein?

Der Einfluss von Musik auf Wein

Der Einfluss von Musik auf den Geschmack von Wein

Oder um es kurz zu sagen, unser Gehirn interpretiert die Musik. Und zwar in jeder Lebenslage. Für das Shoppingverhalten wurde der Effekt von Musik, Beleuchtung, etc. ja schon des Öfteren untersucht. Dr. North hatte die Idee zu überprüfen, ob Hintergrundmusik den Geschmack von Wein bei den Weintrinkern beeinflusst. In dem Versuch wurde 250 Erwachsenen ein Gratis- Glas Rot- oder Weißwein angeboten. Dazu wurden Sie in einen von 5 Räumen geführt. In vier der fünf Räume wurde Musik gespielt. Unter anderem:

  • Carmina Burana (Orff, schwere Musik),
  • der Blumenwalzer („Der Nussknacker“, leichte Musik),
  • Just Can’t Get Enough („Nouvelle Vague“, erfrischende/abwechslungsreiche Musik) und
  • Slow Breakdown („Michael Brook“, sanfte Musik).

Die Weintrinker, die in den Raum ohne Musik geführt wurden, dienten als Vergleichsgruppe. Jeweils 125 Personen bekamen den gleichen Rot- bzw. Weißwein.

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Kann Musik den individuellen Geschmack von Wein beeinflussen?

Im Ergebnis beschrieben die Probanden den selben Wein häufiger entsprechend der Musikrichtung entweder als mächtig und schwer, subtil und verfeinert, erfrischend oder eher sanft und weich als die Vergleichsgruppe ohne Musik. Und das wie gesagt, OBWOHL sie den gleichen Wein getrunken haben. Der individuelle Geschmack des Weines scheint sich also zu verändern. Alle die den Blumenwalzer gehört hatten, beschrieben weitaus häufiger ihren Wein (egal ob rot oder weiß) als leicht, als die Weintrinker der anderen Musikrichtungen bzw. als die ohne Musik.

Interessant in dem Zusammenhang auch der Hinweis von Dr. North, dass die Musik zwar den Weingeschmack beeinflusste, nicht aber die Tatsache, OB der Wein geschmeckt- oder eben nicht geschmeckt hat.

Die ganze Studie gibt es hier (musicandwine), wenn auch leider nur auf Englisch.

Was sagt uns das nun für unser Trinkverhalten? Ob der Wein schmeckt oder nicht, können wir selbst entscheiden. Wie er jedoch schmeckt beeinflusst tendentiell die Musik. Wenn wir also einen harten Tag hatten, sollten wir wohl zum Wein eher leichte, entspannende oder auch anregende Musik hören, um den Wein entsprechend genießen zu können. Umgedreht dürfte am Ende eines Urlaubstages uns der Wein auch zu Carmina Burana sehr gut schmecken. 😉

Probieren Sie es doch mal aus bzw. testen Sie Ihre Gäste, ob Sie den gleichen Wein unterschiedlich bewerten. Es würde mich interessieren, welche Erfahrungen Sie damit machen!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

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