Bouvet- Ladubay und eine 20er- Jahre- Party

Im August ist es wieder soweit, das Jahr wird voll oder besser gesagt mein Jahr wird voll und noch dazu rund… Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Die erste tatsächlich relevante Null steht an und ich bin schon fleißig am planen. Thematisch habe ich mich schon festgelegt. Eine simple Geburtstagsfeier ist für den 30. einfach nicht angemessen. Deswegen feiere ich den Abschied von den 20ern- na wie sollte es anders sein- in Form einer 20er Jahre Party. Die Einladungen habe ich schon fertig (erstaunlicherweise). Jetzt geht’s an die Details.

Man & Woman 20s Pink/Beige

„Die Goldenen Zwanziger“

Bekanntlich sind ja die 20er Jahre- zumindest im Volksmund- „golden“ im Sinne von „es wurde getanzt, gelacht und Champagner getrunken“. Schaut man sich die Geschichte dieser Zeit etwas genauer an, so wird man aber dennoch feststellen, dass dieser Teil eher den privilegierten Schichten vorbehalten war und Otto- Normalverbraucher mit den Folgen des ersten Weltkrieges zu kämpfen hatte. Ganz zu schweigen vom“ Schwarzen Freitag“ (oder Donnerstag- hier scheiden sich die Geschichtsgeister 😉 )

Aber das soll auf meiner Feier natürlich keine Rolle spielen. Die Anordnung auf der Einladung ist klar, Dresscode sind Fracks und Zylinder für die Herren und Abendroben für die Damen- mit viel Glitzer, Federn und langen Handschuhe versteht sich. Jetzt geht’s sozusagen um das Wichtigste… Was gibt es zu essen und zu trinken? Getränke sind in meinen Augen klar: Es muss sprudeln 😉 Auf Champagner verzichte ich, statt dessen wird es Bouvet- Ladubay geben. Ein in meinen Augen mehr als vergleichbarer Schaumwein aus dem Loiretal in Frankreich… oder noch konkreter aus Saumur (wenn Sie diesen Teil von Frankreich noch nicht kennen, sollten Sie unbedingt mal hin!)

Für den Brut werden die Rebsorten Chenin Blanc und Chardonnay verwendet. Dadurch wird ein angenehm frischer und eleganter Geschmack erreicht. Im Übrigen zählen wir Deutschen zu den Hauptkunden von Bouvet- Ladubay. Die erste Gärung des Schaumweines erfolgt in großen Stahltanks, damit können die Aromen und die Frische im Wein optimal erhalten werden. Die zweite Gärung erfolgt dann in den Flaschen. Sollten Sie tatsächlich einmal in der Nähe sein, lohnt sich die Besichtigung der Kellerräume!  Hatte ich erwähnt, dass zur Besichtigung eine Verkostung gehört? 😉

Nun gehört der Bouvet- Ladubay ja zu den Luxus- Schaumweinen, dementsprechend verweigere ich mich diesen aus den obligatorischen Kaffeetassen zu trinken… So weit muss die Prohibitionsauthentizität ja nun wirklich nicht gehen! Passenderweise wird es ein paar frische Austern dazu geben. Nicht zu viele- den meisten schmecken sie ja doch nicht- aber das ist auch nicht zu schlimm, so gibt es mehr für mich…

So weit also meine Planung… Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, was soll es zu essen und zu trinken geben 😉 Denn den ganzen Abend nur Austern und Bouvet- Ladubay sprengt zugegebener Maßen das Budget… Aber bis August ist ja noch etwas Zeit und damit auch noch genügend Gelegenheiten viele Weine zu verkosten und die passenden für diesen Abend auszuwählen. Wenn Sie also noch Tipps haben, wie ich meine Feier ausgestalten kann… Ich bin für alles offen 😉

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

Das Weinglas und seine Auswirkung auf den Weingeschmack

Neulich erreichte mich über Facebook die Frage, ob das Weinglas tatsächlich Einfluss auf den Geschmack hat. Tatsächlich ist es so, dass die Glasform den Geschmack des Weines auf der Zunge beeinflusst. Das liegt einfach daran, dass die Glasform bestimmt, wie wir den Mund und die Zunge formen um daraus zu trinken. Der Wein wird sozusagen- je nach Glasform- über unterschiedliche Bereiche der Zunge geleitet und bestimmt damit unsere Wahrnehmung. Da das Weinglas sich nach oben verjüngt, müssen wir also einen spitzen Mund machen um daraus trinken zu können. Damit kann der Wein also über die verschiedenen Geschmacksregionen der Zunge laufen. Diese ist ja bekanntlich in verschiedene Regionen aufgeteilt: vorn eher süß, seitlich sauer und weiter hinten schmecken wir die Bitterstoffe.

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Gläser beeinflussen die Wahrnehmung des Weines

Aus diesem Grund trinkt man auch vollmundige, schwere Rotweine eher aus runden dickbauchigen Gläsern. Dafür gibt es natürlich nicht nur geschmackliche Gründe. Durch die größere Oberfläche kann der Wein z.B. auch besser atmen- so nennt man es, wenn der Wein mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Dadurch können sich die Aromen im Wein besser entfalten. Das gilt vordergründig für Rotweine. Was nun den Geschmack angeht, so wird durch die große Öffnung der Wein in einer „breiten Form“ in den Mund gelenkt. D.h. er trifft auf die vordere Zungenspitze- wo wir eher süßliches schmecken- und vor allem auf die seitlichen Regionen, wo sich die Säure richtig entfalten kann. Dadurch werden die Gerbstoffe des Rotweines wesentlich milder wahrgenommen, als wenn man ihn aus einem Weißweinglas trinkt und der Wein kann sein volles Aromapotential entfalten, denn seitlich besitzen wir die meisten Geschmacksnerven.

Gerade bei Rotweingläsern kann es Sinn machen zwei verschieden Sorten zu besitzen. Einmal die sogenannten Burgunder- Gläser und die Bordeaux- Gläser. Hier spielt auch wieder die unterschiedliche Glasform eine Rolle. Beim Ersteren ist die sogenannte Glasschale größer. Dadurch kann bei feinen Weinen- wie z.B. einem Pinot Noir- das Aroma besser gesammelt werden und der Wein wird auf die Zungenspitze geleitet. Bordeaux- Gläsern sind v.a. für sehr vollmundige Weine- wie einen Bordeaux oder auch einen Merlot– geeignet. Das hohe Glas leitet den Wein eher auf die Rückseite des Mundes, wodurch der Geschmack maximiert werden kann.

Weißweingläser sind in der Regel deutlich kleiner und haben auch eine kleinere Öffnung. Wir sprechen hier also eher von kleinvolumigen Gläsern. Das hängt damit zusammen, dass Weißweine nicht atmen müssen bzw. sollen. Die Weißweinaromen würden sich in einem großen Glas auch ganz einfach zu schnell verlieren. Der Weißwein läuft dann über die Wölbung des Glases spitz in den Mund ein und trifft v.a. auf den vorderen Bereich der Zunge- also auf die süße Region. Dadurch wird die bei Weißweinen vorhandene Säure deutlich abgemildert. Natürlich gibt es auch für Weißweine noch weitere differenzierte Glassorten. Je nachdem, ob man eher einen jugendlich frischen Wein oder einen gereiften Weißwein trinken möchte.

Zu diesen zwei Sorten kommen dann noch Sektgläser– hier ist ein Moussierpunkt am Glasboden eingeschliffen, an dem sich die Kohlensäure bricht, um dann nach oben aufzusteigen- Dessertweingläser, Verkostungsgläser,…

Im Wesentlichen ist es also wichtig, ein Rotwein-, ein Weißwein- und ein Sektglas zu besitzen (bezogen auf die Sorte, nicht die Menge 😉 ) Ich persönlich habe sowohl Bordeaux- also auch Burgundergläser. Die Weißweingläser warten noch auf die Vervollständigung. 😉

Davon abgesehen gibt es noch ein paar wesentliche Punkte für ein gutes Glas:

1. Das Glas sollte zwingend klar, ohne Gravur und nicht gefärbt sein. Die Farbe beeinträchtige maßgeblich unsere Wahrnehmung vom Wein. Mehr dazu finden Sie auch hier.

2. Das Glas sollte dünn sein, um die Weintemperatur möglichst wenig zu beeinflussen.

3. Das Glas sollte einen ausreichend langen Stil haben. Auch darauf habe ich schon einmal Bezug genommen (hier). Insofern hier nur der Hinweis, dass das Glas immer am Stil anzufassen ist, um u.a. die Temperatur nicht zu beeinflussen.

Neben dem Geschmack beeinflusst das Glas natürlich auch die optische Wahrnehmung und den Geruch. Davon abgesehen gilt auch hier wie immer: Haben Sie Spaß beim Weintrinken und am Genuss! Probieren Sie doch mal, wie sich der Wein geschmacklich verändert, wenn Sie ihn aus unterschiedlichen Gläsern trinken und sagen Sie mir doch, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

Slow Wine in Deutschland – oder wer eigentlich hinter den „langsamen“ Weinen steht

Vor geraumer Zeit ist das Team von www.bloggdeinbuch.de mit der Frage an mich herangetreten, ob ich nicht Lust hätte eine Rezension über ein Weinbuch zu schreiben. Auch wenn ich zunächst skeptisch war und bislang noch keine Rezension bzw. Buchkritik geschrieben habe, so bin ich doch prinzipiell ein neugieriger Mensch und offen für Neues.

Das Buch mit dem ich mich näher auseinandersetzen sollte, handelt vom bisher zumindest in der Weinliteratur eher wenig beachteten Thema Slow Wine. Zugegebenermaßen habe auch ich von dem Begriff „Slow Wine“ zwar schon hin und wieder gehört, mich bislang aber noch nicht wirklich näher mit dem Thema befasst. … Also ein Grund mehr, sich intensiver damit auseinanderzusetzen und dieses Buch zu lesen. Nachdem ich mir das Buch also gründlich zu Gemüte geführt habe und feststellen konnte, dass es wirklich lesenswert ist, habe ich mich dann doch an das Thema einer Kurz-Kritik herangewagt.

Dann wollen wir also mal … 😉

In ihrem Buch „Die Avantgarde der deutschen Winzer – Slow Wine und seine Erzeuger im Portrait“ stellen die Autoren Ulrich Steger und Kai Wagner besondere Winzer aus ganz Deutschland und ihre Vorstellungen und Ideen zum Thema Wein näher vor. Nicht der Wein als solcher, sondern die kreativen Köpfe, die durch Ihr Können und Ihre Fantasie aus einer Idee einen Wein entstehen lassen, stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. Es wird nicht geurteilt oder bewertet, vielmehr werden Geschichten von Winzern und ihren Vorstellungen erzählt und wie sie diese dann in ihren persönlichen Weinstil einfliessen lassen. So soll beim Leser vor allem auch ein Verständnis dafür entstehen, warum der Wein so ist wie er ist und was den „Slow Wine“ vom industriellen Massenwein unterscheidet. Insgesamt werden 46 Winzer aus ganz Deutschland näher vorgestellt. Die dargestellten Winzer bilden hierbei nur einen Teil Derer ab, die in Deutschland den Kriterien von Slow Wine entsprechen. Dennoch wird das ganze Spektrum von Slow Wine hinsichtlich Regionen, Rebsorten, Größe der Weingüter und der Brandbreite von ökologisch orientierter Wirtschaftsweise und Weinstilen abgedeckt. Ziel der Autoren ist es auf der Basis einer Systematik das Besondere hervorzuheben und die erstaunliche Vielfalt zu dokumentieren.

Im Wesentlichen gliedert sich das Buch in 2 Teile. Im ersten Teil wird der Leser in die Welt des Slow Wine eingeführt und erhält einen Einblick in die Thematik. Im zweiten Teil erfolgt dann die nähere Betrachtung der Winzer und Weingüter, also Derer die beispielhaft für die Bewegung stehen. Der Schwerpunkt des Buches liegt dabei ganz klar, dem Titel und dem inhaltlichen Umfang entsprechend, auf der Vorstellung der Winzer und deren Philosophie bzw. Verständnis vom Wein. Die Autoren haben hierzu alle 46 im Buch betrachteten Winzer persönlich besucht, mit ihnen Interviews geführt und ihre Betriebe sowie Weinberge näher betrachtet. Anhand bestimmter hervorgehobener Charakteristika wurden die Winzerinnen und Winzer in sieben Gruppen zusammengeführt.

„Die Avantgarde der deutschen Winzer – Slow Wine und seine Erzeuger im Portrait“ bietet einerseits einen guten Einstieg für all diejenigen die sich mit dem Thema Slow Wine in Deutschland näher beschäftigen möchten. Andererseits ist es einfach interessant mehr über die Menschen zu erfahren, die hinter dem Produkt Wein stehen. Die kurzweiligen und sehr interessanten Portraits der Winzer vermitteln einen guten Eindruck über die Werte, Ziele und die Philosophie der Winzer, die letztendlich auch immer mit der individuellen Historie bzw. den persönlichen Erfahrungen der Weinbauern zusammenhängen. Nicht zuletzt wird auch durch jede Winzer-Geschichte deutlich, wie vielfältig, interessant, erfüllend aber auch hart die Arbeit der Weinbauern ist. Die Autoren Ulrich Steger und Kai Wagner verstehen es dabei, sowohl den Weinkenner als auch den Einsteiger anzusprechen. Vor allem die Einteilung in die 7 verscheidenen Gruppen wie z.B. „Die Quereinsteiger“ oder „Über wen sprechen wir in fünf Jahren“ lockert das Buch ein wenig auf und bietet gleichzeitig eine gute Orientierung beim Stöbern in den einzelnen Portraits.

Wer also mehr erfahren möchte, der kann das Buch über den Oekom-Verlag über folgenden Link bestellen.

Wie die Zeit vergeht … oder wie man Wein richtig lagert

Vor ein paar Tagen gab es mal wieder eines dieser Familien- Highlights… Mein Sohn ist 5 geworden. Kinder, wie die Zeit vergeht. Kaum zu glauben wie schnell! Im nächsten Jahr geht’s in die Schule und damit in den nächsten Lebensabschnitt. Das ist natürlich einer der Anlässe, bei denen richtig gefeiert werden darf bzw. sollte.

La Senoba 2008

Und zu einer ordentlichen Feier gehört natürlich guter Wein, der- wie Sie wissen- unbestritten zu meinen Leidenschaften gehört. Aus diesem Grund fand ich die Idee spannend mir eine (oder vielleicht auch zwei, drei 😉 ) Kiste Wein in den Keller zu stellen, die- so wie mein Sohn-  dem Jahrgang 2008 enstpringt und möglichst sehr lange lagerfähig und im Anschluss immer noch genießbar ist. Zu bestimmten „Meilensteinen“ in seinem Leben möchte ich dann eine der Flaschen öffnen und gemeinsam mit der Familie bzw. später auch mit meinem Sohn trinken. Anlässe wären für mich z.B. die bereits erwähnte Schuleinführung, der Schulabschluss, die Volljährigkeit, der Führerschein usw. … vielleicht ja sogar die Geburt meiner Enkel…  😉

Bleibt nun also die Frage: Welcher Wein? Wein ist ja bekanntermaßen nicht gleich Wein. In jedem Fall sollte es also ein Wein sein, der lange gelagert werden kann. Hier sind sowohl die Wahl des passenden Weines als auch eine möglichst optimale Lagerung von Bedeutung. Bevor ich auf die Kriterien für die richtige Weinlagerung zu sprechen komme, geht es zunächst darum den passenden Weines auszuwählen.

Hier sollte man zunächst zwei Regeln beachten:

1. Die Wahl der richtigen Rebsorte: Wenn man zunächst zwischen Weiß- oder Rotwein wählt, so ist der Rote hinsichtlich der Lagerfähigkeit dem Weißen vorzuziehen. Weißweine haben ihren Höhepunkt zumeist sehr schnell erreicht und sollten daher nicht länger als 2 Jahre lagern. Wobei auch hier gesagt sein soll, dass Weißweine bis zu 15 Jahre durchaus gut lagerfähig sein können, wenn Sie länger auf der Hefe liegen. Rotweine hingegen erreichen Ihren Höhepunkt erst nach einiger Zeit der Flaschenreifung, welche wiederum vom Ausbau des Weines abhängig ist. Sie sind demnach für eine Lagerfähigkeit von mehr als 15 Jahren grundsätzlich besser geeignet.

2. Die Länge und Art des Ausbaus: Hier gilt die Faustformel je länger der Wein vor der Flaschenabfüllung reift bzw. ausgebaut wird, umso länger sollte er in der Flasche reifen.

Wenn also der Fokus auf einer möglichst langen Lagerfähigkeit des Weines liegt, ist man gut beraten einen möglichst lange ausgebauten Rotwein zu wählen. Folgende kleine Übersicht weisst auf den Zusammenhang zwischen Ausbau und Lagerfähigkeit hin:

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Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien habe ich mich dann für den „La Senoba“ von Javier Rodriguez entschieden. Der mit immerhin 91 Parker-Punkten ausgezeichnete spanische Rotwein besteht zu jeweils 50% aus den Rebsorten Tempranillo und Graciano, welche zunächst getrennt für 12 Monate in Fässern aus ungarischer und französischer Eiche reiften und im Anschluss in ein gemeinsames Fass zusammegführt wurden und weitere 6 Monate ausgebaut wurden. Dadurch ist eine Lagerfähigkeit von bis zu 20 Jahren möglich (vielleicht ja sogar ein wenig länger ;-)). Bei der Verkostung des Weines war ich mir sicher die für mich beste Wahl getroffen zu haben. Der Wein riecht sehr intensiv und komplex nach schwarzen und reifen Früchten und enthält balsamische Noten sowie Spuren von Gewürzen. Am Gaumen ist er schön kräftig und trotzdem sehr elegant- also nicht aufdringlich. Er ist samtig und besitzt eine erstaunliche Frische. Damit der Wein auch in 20 Jahren noch ein Genuss ist, ist die richtige Lagerung von entscheidender Bedeutung, wo wir bereits beim nächsten wichtigen Thema wären.

Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

1. Die richtige Temperatur: Die bei der Weinreifung ablaufenden chemischen Reaktionen verlaufen bei niedrigen Temperaturen (unter 10°) langsamer als bei höheren Temperaturen. Es ist also wichtig, dass sowohl niedrige Temperaturen als auch möglichst geringe Temperaturschwankungen vorliegen. Die optimale Lagertemperatur liegt bei 13°.

2. Der Lagerungsort sollte möglichst dunkel und ruhig sein: Ähnlich wie eine hohe Temperatur fördert Licht die Reifung des Weines und im Anschluss dessen langsamen Verfall. Daher sollte ein möglichst dunkler Ort gewählt werden. Leichte Erschütterungen und Vibrationen können das Depot des Weines aufwirbeln. Das sollte ebenfalls vermieden werden, weshalb eine ruhige Lagerung fernab vom Straßenverkehr zu bevorzugen ist.

3. Fremde Gerüche vermeiden: Auch wenn fremde Gerüche nicht wirklich schädlich für den Wein sind, so können Sie doch den Weingenuss trüben. Ein geringer Luftaustausch über den Korken ist leider nicht vermeidbar, jedoch sollte man den Wein nicht über längere Zeit in der Garage oder der Küche lagern. Vor allem Rauch und Essensdünste sind besonders gefährlich.

Wenn man diese wesentlichen Punkte beachtet, sollte also eigentlich nichts schiefgehen. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass jeder Wein immer individuell verschieden ist. Da wir im kommenden Jahr die Schuleinführung meines Sohnes feiern, wird das gleichzeitig die Gelegenheit sein, die erste Flasche „La Senoba“ zu öffnen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich der Wein weiter entwickelt hat. Welche Erfahrungen haben Sie denn mit lange lagerfähigen Weinen gemacht? Ich bin gespannt auf Ihre Meinungen und Eindrücke!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Deutsche Weinbauregionen – Unterschiede und Besonderheiten – Teil 3: Weine aus Rheinhessen

Nachdem ich im 2. Teil meiner Serie über die Unterschiede und Besonderheiten der deutschen Weinbaugebiete auf das Moselgebiet eingegangen bin, möchte ich mich nun der Weinregion Rheinhessen zuwenden. Nicht zuletzt lagern ja auch in meinem Keller Weine aus der der Region. Unter anderem  Weine vom Weingut Köster-Wolf, wobei mir persönlich vor allem Scheus Traum sehr gut schmeckt. Soviel also zu meinen Wein-Vorlieben … 😉

Scheus Traum2

Köster- Wolf
Scheus Traum

Jetzt aber wirklich … Rheinhessen liegt im wunderschönen Bundesland Rheinland-Pfalz und ist mit einer Anbaufläche von mehr als 26.000 ha das größte Weinbaugebiet Deutschlands. Seine natürlichen Grenzen stellen im Westen die Flüsse Nahe und Alsenz sowie im Osten und Norden der Rhein dar. Ähnlich wie das Moselgebiet kann es auf eine sehr lange Weinbautradition zurückblicken. Bereits die Römer bauten hier Wein an. Durch Archäologische Funde in der Region kann der Weinbau bis in die Zeit um Christi Geburt zurückverfolgt werden. Bis zum Beginn des 1. Weltkriegs (1914) fanden die Weine der Region auch internationale Beachtung. Leider machte man nach dem Krieg den Fehler die Quantität des Weinbaus mehr in den Fokus zu rücken. Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts fand jedoch ein Umdenken statt, so dass sich der allgemeine Ruf rheinhessischer Weine wieder verbesserte. Rheinhessen teilt sich in 3 Bereiche, 24 Großlagen und 432 Einzellagen auf. Unter einer Lage versteht man im Weinbau den geographischen Anbauort. Bereiche wiederum sind fest definierte Gebiete innerhalb einer Weinbauregion und bilden praktisch die Gesamtheit von bestimmten Lagen. Die sogenannten Bereiche wurden geschaffen, um die Vermarktung größerer Weinmengen unter einer einheitlichen Bezeichnung zu ermöglichen. Helfen soll dies vor allem kleineren Anbaugebieten die nicht so bekannt sind…

Rheinhessen wird neben dem Weinbau generell landwirtschaftlich intensiv genutzt. Nicht zuletzt deshalb zählt die Region auch zu den waldärmsten in ganz Deutschland. Stellt sich nun jedoch die Frage wodurch der Weinanbau in der Region möglich bzw. begünstigt wird. Letztendlich ist hier natürlich das Klima einer der wichtigen Punkte. Die Region zählt durch seine geschützte, d.h. vom Wind abgewandte Lage zwischen Taunus, Odenwald, Hunsrück und Nordpfälzer Bergland zu den trockensten und wärmsten Gebieten in Deutschland. Dies sind natürlich beste Bedingungen für den Weinbau. Stärkere Regenfälle bilden eher die Ausnahme und treten wenn dann im Sommer auf. Die Vegetationszeit beträgt ca. 240 Tage, die durchschnittliche Sonnenscheindauer liegt- ähnlich wie im sächsischen Weinbaugebiet– bei ca. 1.600 Stunden pro Jahr.

Kommen wir nun zu den Bodenverhältnissen der Weinbauregion. Rheinhessen ist Teil des Mainzer Beckens, welches wiederum ein tertiäres Senkungsgebiet zwischen Taunus, Odenwald, Hunsrück und Nordpfälzer Bergland darstellt. Zur Zeit des Tertiär war das Gebiet von einem Ur-Meer bedeckt, welches sich jedoch in Abständen zurückzog und von Norden und Süden wieder in das Mainzer Becken drängte. In diesem erdgeschichtlichen Zeitalter lagerten sich Tone, Mergel und Kalke ab. Als sich die Wassermassen wieder zurückzogen, wurden durch Flüsse dünne Sand- und Kiesschichten aus den umliegenden Gebirgen in das Becken eingetragen. So entstanden in den ehemaligen Küstenbereichen teils mächtige Sand- und Kieslagen. Am Ende des Tertiärs begann sich dann das Mainzer Becken zu heben und ein Teil der Ablagerungen wurde durch den Ur-Rhein wieder abgetragen. Später begann sich das Gebiet dann so schnell zu heben, das nicht alle tertiären Ablagerungen durch den Ur-Rhein erodiert werden konnten. Mit der Zeit nahm dann der Rhein seinen heutigen Verlauf ein und es bildeten sich Täler, die sich tief in die aus dem tertiär stammenden Ablagerungen einschnitten. Auf den Hochplateaus blieb dann eine Schicht von Sand und Kies zurück.

Ähnlich wie im Moselgebiet und in Sachsen sind es mehrheitlich die weißen Rebsorten, die in Rheinhessen angebaut werden. Allerdings ist deren Anteil mit ca. 2/3 bei weitem nicht so hoch. Vor allem Müller-Thurgau, Riesling und Silvaner werden angebaut. Daneben gibt es noch Sorten wie Kerner, Scheurebe (übrigens die Rebsorte aus dem besagter Scheus Traum gekeltert wird- schöne Namensgebung wie ich finde und nur zu empfehlen!) und Grauburgunder, um nur Einige zu nennen. Bei den roten Sorten ist vor allem der Dornfelder zu nennen, aber auch Reben wie Blauer Portugieser und Spätburgunder werden angebaut. Wie ich am Anfang bereits beschrieben hatte bin ich ein echter Fan des aus der Region kommenden Weines Scheus Traum. Wie der Name schon erahnen lässt (und ich auch schon erwähnte) wird der Wein aus der Scheurebe gekeltert. Diese ist eine Kreuzung von Riesling und Silvaner und nach Georg Scheu benannt. Der Name des Weines ist Programm: ein feinherbes und feinfruchtiges, zartes Bouquet mit dem Duft nach schwarzer Johannisbeere und einer schönen Säure. Ein herrlich, süffiger Trendwein von dem man mehr möchte. Diesen Wein kann ich Ihnen wirklich sehr empfehlen, gerade jetzt zur Sommerzeit.

Welche Erfahrungen haben Sie denn mit Weinen aus Rheinhessen gemacht. Schreiben Sie mir, ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

Mit weinhaltigen Grüßen

Julia Bock

 

Wein und Marathon … Wie passt denn das?

Zugegebener Maßen war ich einigermaßen überrascht als ich kürzlich beim Blättern in einem Fachmagazin meines Mannes zum Thema „Laufen“ auf ein kurioses Laufevent in Frankreich stieß. Jährlich treffen sich im beschaulichen Weinörtchen Pauillac nördlich von Bordeaux sportbegeisterte Menschen um den sogenannten „Marathon du Médoc“ zu absolvieren. Ich selber bin ja nicht unbedingt der Langstreckenläufer, mein Mann hingegen ist schon einen Marathon bzw. verschiedene Halbmarathon-Strecken gelaufen. Ich hab also ungefähr eine Vorstellung wie anstrengend, schön, aber auch trainigsintensiv die Vorbereitungen für solch einen Lauf sind (immerhin geht es hier um eine Strecke von ca. 42 km). Wie auch immer … Ich bin neugierig geworden, schließlich steht der Name „Médoc“ für eine der weltweit bekanntesten Weinbauregionen.

Marathon du MedocBeim weiteren Lesen des Artikels wurde dann auch schnell deutlich, worin die Besonderheit des Marathons liegt. In regelmäßigen Abständen werden an den sogenannten Verpflegungsposten auch Weinverkostungen – übrigens wartet die erste Verkostung schon 800m nach dem Start – angeboten. Insgesamt gibt es 22 Verpflegungsstationen an der Strecke. An 20 von diesen werden dann Schlossbesichtigungen mit entsprechenden Weinproben angeboten. Dabei passieren die Marathonis solch berühmte Weingüter wie Châteaux Lafite-Rothschild, Latour und Mouton-Rothschild. Was für eine Aussicht ;-). Die Läufer laufen also über 42 km vorbei an den 55 besten Weingütern Frankreichs und haben alle 2km die Chance besten französischen Wein zu trinken. Sie können sich also vorstellen, dass so ein Wettkampf nicht nur ambitionierte Läufer anlockt, sondern auch jene die hier nicht den Sport sondern eher den Weingenuß als Hauptmotivation sehen. Die Erlebnisatmosphäre zieht allerlei positiv Verrückte an, die ausgefallene Kostüme anziehen und einfach nur Spaß haben wollen. Und genau das macht den Lauf so besonders. Nicht zuletzt bezeichnet der Veranstalter la santé (die Gesundheit), le sport (den Sport), la convivialité (die Gastlichkeit) und la fête (das Feiern) als die Eckpfeiler des Médoc-Marathons. Nicht nur die Läufer haben ihren Spaß sondern auch das Publikum. Schließlich ist bei dem Lauf nicht nur interessant wer zuerst die Ziellinie überquert, sondern auch wann der letzte Läufer das Ziel erreicht hat … und vor allem mit wieviel Promille 😉

Weingenuss und sportliche Strapazen lassen sich also scheinbar durchaus miteinander verbinden. Zugegebenermaßen muss man sich als Läufer aber dann wohl doch entscheiden, ob man eher den Wein an der Strecke genießen will oder den Lauf tatsächlich schaffen will, schließlich kann es in Frankreich im September immer noch sehr heiß sein. Die medizinische Versorgung an der Strecke ist jedoch jederzeit gewährleistet. An 10 Stationen sorgen Ärzte und Sanitäter dafür, dass im wahrsten Sinne des Wortes niemand auf der Strecke bleibt. Ich jedenfalls finde die Idee der Veranstalter toll, da es doch wirklich mal etwas ganz Anderes ist. Irgendwie reizt es mich dann schon mich dort mal anzumelden und sei es nur um den Wein zu genießen. Oder haben Sie vielleicht schon mal daran teilgenommen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!.

Viele Grüße!

Julia Bock

 

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