Was darf guter Wein kosten oder ist der Weinpreis am Ende egal?

Grenouille et champagne

Was darf guter Wein kosten?

Alle Jahre wieder… Nein, ich werde nicht über Weihnachten schreiben- auch wenn es aktuell nur noch 128 Tage und jetzt gerade 10 Stunden sind. Alle Jahre wieder werde ich beim Erscheinen neuer Discount- Flyer und darin angepriesener vorzüglicher, aber sehr kostengünstiger Weine gefragt, wie viel denn nun guter Wein kosten sollte bzw. kann…

Bei den Preisen für guten Weinen scheiden sich- genauso wie beim Geschmack die guten Geister. Natürlich haben die wenigsten von uns einen kleinen Goldesel zu Hause, der täglich für Goldklumpen im Stall sucht. Aber muss guter Wein den tatsächlich auch viel kosten? Nein, natürlich nicht. Gibt es eine Untergrenze? Ja, sicher!

Wo die liegt? Na zum einen beim eigenen Geschmack- der in meinen Augen nicht bei jedem unabhängig vom Weinpreis ist. Und zum anderen bei der Wertschätzung des Winzers. Ich hatte mich schon an anderer Stelle ausführlich über Weine für 1,99 € ausgelassen.

Warum dieses Thema also noch einmal? Nun, ich möchte doch herausstellen, dass der Preis keine wirklich Messgröße für die Weinqualität ist und für Geschmack gleich gar nicht. Häufig ernte sogar ich überraschte Gesichter, wenn ich einen Wein für „nur“ 4,99 € anbiete. Bei dem Preis für einen Wein müssen verschiedene Gesichtspunkte beachtet werden. Neben dem Anbaugebiet, der Rebsorte (z.B. in Hinblick auf ihre Krankheitsanfälligkeit und die damit verbundenen Gefahr von Ernteausfällen), dem Winzer inkl. seiner Bekanntheit, spielt natürlich auch der Ort unseres Einkaufs eine Rolle. Discounter kaufen Massen an Wein, nämlich für alle Filialen! Das geht dann i.d.R. schon weit über die 10.000er Flaschenmarke hinaus. Hieraus ergibt sich natürlich ein deutlich niedrigerer Einkaufspreis. Wir könnten auch an dieser Stelle darüber philosophieren, was für Weine in dieser Größenordnung abgefüllt werden… Machen wir aber nicht. 😉 Dagegen stehen die kleinen Weinhändler. Diese müssen zusätzlich zum Weineinkaufspreis viel stärker als die Discounter ihre Fixkosten- Miete, Personal, Strom und auch einen kleiner Gewinn- berücksichtigen.

Und online? Wenn ein Ladengeschäft dahinter steht, so wird der gleiche Preis wie offline verlangt werden. Online- Weinhändler ohne Ladengeschäft müssen allerdings nur Lager und vielleicht noch Personalkosten berücksichtigen. Ergo, wir finden hier in der Regel den günstigsten Preis. Unbestritten steht hier der Nachteil entgegen, dass Sie nicht verkosten können und die Beratung auf Telefon, Mail oder Video beschränkt ist. Wenn Sie jedoch Ihren Wein schon kennen, können Sie hier für einen in der Regel niedrigeren Preis richtig gute Weine bekommen. Und wenn Sie den Wein nicht kennen? Dann gilt die Regel „no risk, no fun“ ;-). Schauen Sie sich die Produktbeschreibungen an und probieren Sie Ihr Glück. Und wenn es schief geht? Auch kein Problem, dann schicken Sie die ungeöffneten Flaschen einfach wieder zurück, wie z.B. bei Wein-Knueller.de

Welche Erfahrungen haben Sie den mit preiswerten Weinen und Wein-Online-Shops gemacht?

Weinhaltige Grüße

 

Julia Bock

 

Wie schmeckt Wein? Teil III- Der Geschmack

Wein trinkt man, schlürft, schmatzt und gurgelt gelegentlich. Nur keine Hemmung, probieren Sie es aus! Nun, vielleicht nicht zwingend in der Öffentlichkeit- es sei denn Sie sind bei einer Weinverkostung.

Weinverkostungen Wonach schmeckt Wein?

Weinverkostungen
Wonach schmeckt Wein?

Probieren Sie das doch erst einmal im stillen Kämmerlein zu Hause und haben Sie keine Sorge, auch wenn es Ihnen vielleicht jetzt gerade nur ein Kopfschütteln verursacht, hat dieses Verhalten von Weintrinkern tatsächlich einen sinnvollen Hintergrund. Bevor Sie sich aber an diese „hohe Kunst“ des Weintrinkens wagen, gehen wir erst einmal entspannt und systematisch vor.

Wie Sie den Wein ansehen und „erriechen“ können, haben wir uns ja schon in Teil I und Teil II ausführlich erarbeitet. Nun, haben wir dieses also abgeschlossen und wagen uns an das eigentliche Kosten… Von der Nase her, haben Sie einige Aromen ja noch in Erinnerung. Wichtig ist beim Kosten- genauso wie  beim Riechen, dass Sie sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Schließen Sie die Augen und lassen Sie erst einmal nur einen kleinen Tropfen über die Zunge rollen. Passt das, was Sie nun schmecken, zu Ihren Erinnerungen des Riechens?

Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit „JA“. Warum? Nun auch wenn man sagt, Liebe geht durch den Magen, so geht der Geschmack eigentlich durch die Nase. Zum einen haben wir dort wesentlich mehr Sinneszellen, als im Mund. Zum anderen, gelangen die Aromen auch über die Rachenhöhle in die hintere Nase und ins Gehirn.

Bevor Sie sich jetzt tatsächlich den Wein zu Gemüte führen, gilt auch hier das gleiche, wie bereits beim Riechen. Sorgen Sie für einen neutralen Geschmack im Mund und natürlich auch im Raum. Mit anderen Worten, tragen Sie kein zu aufdringliches Parfüm, kauen Sie keinen Minzkaugummi oder Rauchen Sie. Alles was stark duftet oder schmeckt ist im Zusammenhang mit einer Weinverkostung ungeeignet. Am besten Essen Sie vorher nur ein kleines bisschen Weißbrot und trinken Sie ein Glas Wasser.

Für die ersten geschmacklichen Gehversuche, empfehle ich den Wein etwas kühler zu trinken. Auf diese Art und Weise können Sie nachverfolgen, wie sich die Aromen im Mund mit steigender Temperatur entwickeln. Einen weiteren Vorteil hat das „kühle“ Weintrinken: Der Alkohol tritt in den Hintergrund und Sie können die ersten wesentlichen Aromen erschmecken. Gehen Sie auch hier vor, wie beim Riechen. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich bildlich verschiedene Früchte vor. Meistens sind es Kindheitserinnerungen, die da in einem hochsteigen, z.B. wie man bei Oma im Garten immer die Stachelbeeren gemopst hat und diese noch warm von der Sonne waren. Oder die Erdbeeren, ungewaschen… Übrigens kommt man auf diese Art und Weise auch auf jene, scheinbar ungewöhnlichen Äußerungen, dass ein Wein erdig schmeckt…

Was nun oben genanntes schmatzen, gurgeln und schlürfen angeht. So sind wir uns sicher einig, dass das in einem Restaurant nicht wirklich zum guten Ton gehört, bei einer Weinverkostung- egal ob professionell, allein oder mit Freunden- aber durchaus sinnvoll sein kann. Durch dieses Schmatzen, wird Luft, also Sauerstoff in den Mund befördert und der Wein kann noch einmal atmen und wird ein wenig „umgewälzt“. Wenn Sie es ausprobieren, werden Sie feststellen, dass sich der Wein geschmacklich verändert. Nehmen Sie also den ersten Schluck- der sollte nicht zu groß sein- und saugen Sie ihn mit ein wenig Luft in den Mund. Lassen Sie den Wein etwas über die Zunge rollen, so dass er jeden Teil der Zunge benetzt. Auf diese Art und Weise stellen Sie sicher, dass Sie auch tatsächlich alle Weinnuancen schmecken können. Im ersten Augenblick werden Sie v.a.  die Säure bzw.  Süße des Weines feststellen können. Sie sollten auch darauf achten, wie intensiv der Wein schmeckt und welches Volumen er einnimmt. Füllt der Wein den gesamten Mund aus, so spricht man von einem großen Volumen.

Nun können Sie den Wein entweder schlucken oder auch ausspucken. Schmecken Sie nach! Wie lange halten sich die Aromen im Mund? Man spricht hier vom Abgang… In der Regel gilt ein langer Abgang als erstrebenswert. Weißweine haben allerdings eher einen kürzeren als Rotweine. Manchmal verändern sich auch noch die Aromen im Abgang.

Sie schmecken nichts? Nun, dann trösten Sie sich. Ca. 25 % der Menschen sind „geschmacksblind“. Verkosten Sie einfach blind einen Löffelchen Sahne und einen mit Milch. Schmecken Sie die unterschiedliche Viskosität? Wenn ja, dann sind Sie nicht geschmacksblind und es bedarf vielleicht einfach nur ein bisschen Übung. Außerdem schmeckt jeder anders. Die Geschmacksknospen und der Geschmackssinn variieren von Weintrinker zu Weintrinker. 😉

Nehmen Sie doch einfach ein paar Früchte und Gewürze zu Hilfe. Wenn Sie denken eines der Aromen zu schmecken, riechen Sie parallel an der Frucht bzw. dem Gewürz. Passt es zusammen? Dann haben Sie schon eine geschmackliche Komponente des Weines gefunden. Probieren Sie sich einfach aus und denken Sie an die wichtigste Grundregel beim Wein… Genießen Sie es und haben Sie Spaß beim Weintrinken! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Es ist ausreichend, wenn Sie sagen können, ob Ihnen der Wein schmeckt.

Und nun sind Sie dran! Nehmen Sie Ihren Lieblingswein und probieren Sie es aus! Ich freue mich auf Ihre Reaktionen!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Kochschule einmal anders…

Seit einiger Zeit bin ich regelmäßig in eine Kochschule in Bautzen eingeladen (Tischlein-deck-dich) um dort- passend zum Essen- meine Weine zu präsentieren. Eine wirklich spannende Sache. Für mich am interessantesten sind eigentlich die Menschen, die zum Kochen kommen. Die Laien-Köche sind bunt gemischt, vom Automechanikern über Ärzte und Informatiker war schon so ziemlich jede Berufsgruppe vertreten. Gemein ist allen eins… der Spaß, der spätestens nach dem Aperitif und dem ersten Gemüseschnipseln aufkommt. Am lustigsten finde ich die „Überraschungsgruppen“- mit anderen Worten: Einer organisiert und die anderen müssen mit 😉 Verweigerer gab es bisher trotzdem nie… Was natürlich zum einen an meinen Weinen 😉 und zum anderen an der entspannten Atmosphäre liegt.

Gestern gab es auch wieder eine solche Kochschulveranstaltung und natürlich hatte ich auch wieder die passenden Weine dazu. Das ist übrigens auch für mich manchmal eine ziemlich spannende Sache, nämlich immer dann, wenn der Koch- dem Frischprinzip entsprechend- mal schnell ein, zwei Zutaten ändert. Mein persönliches Highlight war eine Fischvorspeise- für die ich einen herrlichen Weißwein geplant hatte und zu der es dann auf einmal eine Rotweinsauce gab… Seitdem ist mein Kofferraum für jede Rezeptänderung gewappnet 😉

Kochschule VorspeiseIÜberraschungen dieser Art gab es zwar gestern nicht, Spaß hatte ich – und natürlich die Gäste- trotzdem…

Zur Vorspeise gab es ein Pastinakenschaumsüppchen mit Quarkstrudel. Meine Weinempfehlung war ein Chenin blanc vom Weingut Delheim. Der Weißwein ist richtig süffig und passt durch seine Zitrusnoten und seine tropischen Fruchtaromen sowohl zur leichten Süße der Pastinake als auch zur leichten Säure des Quarks. Einmal rundum lecker 😉

 

Im zweiten Gang gab es gestern eine Maispoularde an cremigen Spitzkohl und Kochschule HauptspeiseIeinem Kartoffel-Kresse-Mousse. Dazu habe ich einen Pinotage Rosé -ebenfalls von Delheim- ausgesucht. Im allgemeinen gilt ja die Regel- weißes Fleisch, weißer  Wein; rotes Fleisch, roter Wein… Mit dem Pinotage Rosé lag ich genau richtig. Die angenehmen Fruchtaromen von Wasssermelone und Himbeeren machen den Rosé zu einem richtigen Sommerwein. Die Leichtigkeit hat auch richtig gut zur Maispoularde gepasst. Diese wurde nämlich mit einer Putenfarce gefüllt, im Niedrigtemperaturverfahren im Dampf gegart und erst anschließend mit Kräutern angebraten.

Kochschule DessertIAls krönenden Abschluss gab es eine Schokomousse an Erdbeeren und Ananas. Dazu gab es einen Cabernet Sauvignon Shiraz von Delheim. Der hat ganz leichte Schokonoten und schmeckt herrlich nach Pflaume und dunklen Beeren. Das Besondere an diesem Wein ist dass er- etwas untypisch für südafrikanische Weine- 12 Monate im französischen Holzfass gereift ist und damit angenehmen Gewürz- und Vanillenoten hat.

Es war ein rundum gelungener Abend, ich war satt und zufrieden, der Wein hat gepasst wie die Faust aufs Auge und die Gäste haben den Abend genossen. So kann ein Samstagabend verlaufen! Trauen Sie sich ruhig auch mal in eine Kochschule… Keine Sorge, der manchmal harsche Umgangston in der Küche, den man aus Funk und Fernsehen vermittelt bekommt, ist hier nicht zu finden. Ganz im Gegenteil, es gibt jede Menge Tipps und Tricks. Jeder kann, keiner muss!

Waren Sie schon einmal in einer Kochschule? Haben Sie Tipps und Tricks? Und was wäre Ihnen bei einem Kochschulbesuch wichtig? Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören!

Bis dahin… Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Wünsche zum neuen Jahr…

2014 hat begonnen und ich als bekennender „Schönes-neues-Jahr-Glückwunsch-Muffel“ muss mich mal wieder überwinden. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendjemanden vergesse treibt mich in aller Regel dazu, dass ich bis in den März hinein, jeden, den ich das vermeintlich erste mal in diesem neuen Jahr sehe mit einem (mehr oder weniger gut gelaunten) „Gesundes Neues“ begrüße. Was mich in diesem bzw. dem letzten Jahr dazu veranlasst hat einen neuen Vorsatz zu fassen (unter uns gesagt, bin ich dabei ziemlich schlecht- auch hier ist mein Vergesslichkeits- bzw. Ignoranzpotential enorm hoch! 😉 )… Wen ich nicht bis einschließlich 10.01. gesehen habe oder mit dem ich nicht telefoniert habe, der wird sicher auch ohne meinen expliziten Glückwunsch recht gut durch das Jahr 2014 kommen. Ein weiterer Vorsatz – und den gedenke ich tatsächlich einzuhalten- mehr Zeit für mich (und meine Familie). Wenn ich das letzte Jahr so vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen lasse, ist eine ganze Menge passiert. Neben dem üblichen Älterwerden sämtlicher Kinder und Anverwandter, traf es letztes Jahr tatsächlich auch mich. Ich kann es immer noch nicht richtig glauben, ich bin tatsächlich 30 geworden. Gott sei Dank nur auf dem Papier! Im Spiegel und auch von den sonstigen Verhaltensweisen wird mir (und wehe wenn nicht) sicher jeder bestätigen, dass ich de facto kein bisschen älter geworden bin.

Insofern kann ich hier schon mal einen Haken machen, den Stein der Weisen bzgl. des Alterns habe ich also schon letztes Jahr hinter mir gelassen. Auch sonst war 2013 reich an Ereignissen. Angefangen bei meinem Blog, der sich mit Leben gefüllt hat (nicht zuletzt Dank Ihnen ;-)), gab es jede Menge Weinerlebnisse. Die meisten sind hier nachzulesen, bei denen die Fehlen werde ich sicher noch die ein oder andere Info nachreichen. Besonders Spaß gemacht haben mir- neben den Weinmessen- die Veranstaltungen in der Kochschule in Bautzen und Bischofswerda. Gerade in der Weihnachtszeit war dort jede Menge los. Einen Haken hatte die ganze Sache dann aber doch- ich habe bestimmt drei mal pro Woche Gans gegessen! Denn natürlich wollte jeder Kochkurs in der Weihnachtszeit Gans essen. Um mir selbst eine Freude zu machen habe ich dabei jedes Mal andere Weine- man mag jetzt staunen, aber tatsächlich nicht nur von meinem Lieblingswinzer Javier Rodriguez- ausgewählt. 😉 Angestoßen wurde- Sie können es sich sicher denken- natürlich ganz entspannt mit einem Frizzante. Hier aber auch mal etwas völlig neues. Javier Rodriguez hat seinen Frizzante jetzt auch in rot ausgebaut. Ein Fruchterlebnis das es in sich hat. Einigen Herren der Schöpfung war der rote Frizzante etwas zu fruchtig. Denn der ist ein purer roter Früchtekorb des Sommers 😉 Wie ich finde gepaart mit einer interessanten Säure. Zur Abwechslung für mich gab’s es statt dem Frizzante von Javier Rodizguez ab und an auch mal einen Moscato d’Asti. Mir persönlich schmeckt er sehr gut und ich freue mich schon darauf den im Sommer mit Freundinnen zu trinken. Für mich wird es der Nachfolger des 2013 so populären Hugo. Allerdings mit dem RIESEN- Vorteil, wir sprechen hier nicht von einem „Industrie- Gesöff“, bei dem man die ganze Zeit Angst haben muss am nächsten Tag mit einem Kopfumfang von 3 m aufzuwachen. Die Gärung wurde vorzeitig gestoppt, so dass relativ wenig Zucker in Alkohol umgewandelt wurde- wir sprechen von gerade mal 5,5%. Dadurch haben wir zwar eine ziemlich hohe Restsüße, aber durch die herrlich frischen Birnenaromen, das leichte prickeln der verbliebenen Kohlensäure und einer angenehm leichten Säure von einem leckeren Aperitif. In diesem Fall trifft allerdings mal wieder der Spruch „Geschmäcker sind verschieden“. Hier kann ich nur jedem raten, ausprobieren! Und meine Erfahrung hat gezeigt, dass es v.a. ein Frauengetränk ist…

Der erste Gang war ein Vanille- Kohlrabi- Schaumsüppchen mit Lachstatar. Hier gab’s ebenfalls von Javier Rodriguez den Vina Sanzo Verdejo. Der war richtig süffig! Vor allem die angenehme Säure hat hervorragend mit der Vanille zusammengespielt 😉

Bei der Gans bin ich „gans“ 😉 klassisch beim Rotwein geblieben. Auch hier konnte ich mich von Javier Rodriguez nur selten lösen. Ich habe einiges probiert. In meinen Augen waren die beste Kombination mit dem Damalisco Crianza und dem Lacrimus 5.

Zum Abschluss gab es dann ein Stollenparfait mit Portwein- Birnen. Hier gabs keine Experimente meinerseits- ein kräftiger Portwein war optimal und für alle, die genug hatten gab es nochmal den Moscato d’Asti.

Wie schon gesagt, habe ich aber nicht nur Javier Rodriguez „zu Wort kommen lassen“. Wirklich bewährt haben sich auch die Weine des französischen Weingutes Domaine Ventenac (diese Weine habe ich schon mal ausführlich hier vorgestellt ;-)) und die südafrikanischen vom Weingut Delheim. Die jetzt vorzustellen sprengt dann aber wie so oft den Rahmen. Aber sicher gibt es bald mehr davon zu lesen 😉

Das war sozusagen im Dezember mein Jahresausklang. Nicht immer ganz stressfrei, aber kulinarisch hinreißend 😉

Und jetzt ist es doch soweit… Ich wünsche Ihnen ein spannendes Jahr 2014, jede Menge Grund zum Lachen (wenn nicht, dann schaffen Sie sich einen!) und natürlich immer einen guten Tropfen Wein!

Julia Bock

Eine Weinmesse, mein Lieblingswinzer und jede Menge Wein…

 

Nun ist es ja schon wieder ein paar Wochen her, dass ich bei einer kleinen aber feinen Weinmesse in Köln war, die heute angekündigte Lieferung rief aber die Erinnerung daran wieder wach und mir fiel ein, dass ich darüber unbedingt etwas schreiben wollte. Nun bietet ja eine solche Messe per se genug Material um mehrere Blogs darüber zu schreiben. Angefangen von der Organisation über die Studien, die man bei einzelnen Weinhändlern da so betreiben kann… Naja ehrlich, darüber schreibe ich sicher nochmal etwas. Heute geht’s aber um etwas anderes: Den Winzer meiner Lieblingsweine- den Spanier Javier Rodriguez (habe ich ja schon ein paar Mal erwähnt ;-)).

Auf der Messe hatte ich aber das Glück ihn persönlich treffen und sogar interviewen zu dürfen- das Video hat zwar eine mehr als schlechte Qualität, zu sehen gibt es das aber trotzdem sicher bald. Es war wahnsinnig spannend den Mann hinter den Weinen kennen lernen zu dürfen. Javier- ich darf ihn jetzt so nennen 😉 ist ein sehr charismatischer und mitreißender Winzer, der seine Leidenschaft auslebt. In seinen Weinen steckt ein Teil von ihm. Besonders beeindruckend war auch sein Wissen über die von ihm bebauten Böden. Sicher, prinzipiell muss jeder Winzer seine Böden kennen. Javier Rodriguez geht allerdings noch ein ganzes Stück weiter. Er lässt tiefe Bohrungen durchführen, die durch mehrere Gesteinsschichten gehen um so die Bodenstruktur zu analysieren und die passenden Rebsorten auszusuchen. Nicht vergessen darf man dabei seine Studien, die er zu Windrichtung und klimatischen Einflüssen betreibt. Das mag zwar auf den ersten Blick sehr pedantisch klingen, führt aber zu  wunderbaren Weinen. Die durfte ich dann tatsächlich auch alle durchkosten- keine Sorge, der „Spucknapf“ stand bereit 😉 Es ist sagenhaft, wie sich die Handschrift Rodriguez durch sein gesamtes Repertoire zieht. Egal ob bei dem spanischen „Einsteigerwein“ Ibice oder dem exklusiven Nassos. Bei jedem Wein findet man seine Handschrift- viel Frucht, angenehme Tanine und eine leichte Vanillenote- wieder und trotzdem hat jeder Wein einen eigenen Charakter. Rodriguez kann man in meinen Augen durchaus auch als Pionier des modernen Weines bezeichnen. Für den Lacrimus 5 hat er beispielsweise ein eigenes Fass designt. Nicht damit der Lacrimus 5 besonders formschön lagert, sondern damit er in nur 5 Monaten Lagerung im Holzfass die Komplexität eines weitaus länger gelagerten Weines erhält, aber trotzdem nichts von der jugendlichen Frucht verliert. Das Interessante ist auch der Boden, auf dem die Tempranillo- Rebsorte für den Lacrimus wächst. Der befindet sich nämlich im Cidacos Tal in Nordspanien, wo man so viele Dinosaurierknochen, wie sonst nirgendwo in Europa gefunden hat. Man kann also sagen, der Tempranillo wächst auf einem der ältesten Terroirs Europas. Mehr als 500m über dem Meeresspiegel liegt der Weinberg und bekommt so durch die Tag-Nacht- Temperaturunterschiede eine sehr komplexe Struktur. Javier Rodriguez achtet auch bei diesem Wein auf eine sehr hohe Qualität, so dass nur wenige Trauben in die Presse gelangen. Die Auflage dieses Weines ist also ziemlich limitiert und ich freue mich umso mehr, dass ich seine Bekanntschaft gemacht habe und davon also ein paar mehr bekomme 😉 Und da er sich bis zu 12 Jahre lagern lässt, werde ich noch viiiel Spaß beim Trinken mit diesem Wein haben! Etwas möchte ich Ihnen aber noch mitgeben und damit den heutigen Blog schließen. Denken Sie ab und an einfach an folgendes Zitat von Javier Rodriguez und genießen Sie jeden Augenblick!

„Mit Wein ist es wie mit einem schönen Tag. Die Erinnerungen sind das Wichtigste. Der sich nach einer halben bis zwei Minuten nach dem Trinken entwickelnde Geschmack des Weines entscheidet, ob er gut ist.“

Insofern wünsche ich Ihnen viel Spaß beim „Nachschmecken“ des heutigen Tages und beim Genuss eines vorzüglichen Weines!

Julia Bock

Deutsche Weinbauregionen – Unterschiede und Besonderheiten – Teil 5: Weine aus Baden

Ich genieße gerade meinen Urlaub in Baden-Würtemberg und nutze deshalb gleich mal die Gelegenheit um Ihnen die Weinbauregion Baden näher vorzustellen. Nachdem ich beim letzten Blog zu meiner Serie „Deutsche Weinbauregionen“ die Region Saale-Unstrut näher beleuchtet habe, wandern wir also diesmal in den Südwesten Deutschlands.

Baden- ein besonderes Weinanbaugebiet

Baden ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Weinbaugebiet. Aber beginnen wir zunächst mit den harten Fakten. Mit rund 15.900 ha. Anbaufläche ist Baden die drittgrößte Weinbauregion Deutschlands. Es erstreckt sich über ca. 400 km vom Taubergrund im Norden über den Kraichgau und die badische Bergstraße entlang der rheinischen Tiefebene bis zum Bodensee. Eingegrenzt wird das Weinbaugebiet durch den Odenwald im Norden, den Schwarzwald im Südosten sowie die Vogesen im Westen. Dank dieser geschützten Lage ist das Klima besonders sonnig und warm, fast schon mediterran. Die Oberrehinische Tiefebene ist darüber hinaus klimatisch zusätzlich begünstigt. Dank dieser Faktoren ist Baden die wärmste und vor allem sonnenreichste Region Deutschlands. Der Wein lebt jedoch nicht von Wärme und Sonne allein, bekanntermaßen spielt auch eine ausreichende Niederschlagsmenge eine wesentliche Rolle. Auch hier kann Baden mit besten Bedingungen aufwarten. Infolge des Staus im Schwarzwaldgebirge fallen auch im Sommer genügend Niederschläge, so dass Baden eine optimale Kombination aller Klimafaktoren aufweist. Im Ergebnis können die Reben außerodentlich gut Zucker bilden und einen hohen Mineralstoffanteil in den Beeren einlagern. Beste Vorraussetzungen also um qualitativ hervorragende Weine produzieren zu können ;-).

Aufgrund der langestreckten Ausdehnung (400 km!) ist das Gebiet landschaftlich sehr unterscheidlich und auch die Böden entsprechend vielfältig. Keuper und Muschelkalk im Kraichgau und Taubergrund, Moränenschotter am Bodensee, tertiäre Ton-, Kalk- und Mergelböden, vulkanische Böden, große Lösablagerungen sowie Graniverwitterungsböden – eine Vielfalt die sich auch in den Weinen der Region widerfindet und sie deshalb so interessant machen.

Wo wir auch schon beim Thema der Rebsorten wären. Hier sei jedoch der Vollständigkeit halber erwähnt dass sich die Weinbauregion Baden in 9 verscheidene Anbaubereiche teilt. Dies sind namentlich Badische Bergstraße, Bodensee, Breisgau, Kaiserstuhl, Kraichgau, Markgräflerland (Markgräfler Wein), Ortenau, Tauberfranken, Tuniberg und Klettgau. Grundsätzlich sind ca. 40% der Anbaufläche mit 40% der roten Sorten bepflanzt, entsprechend fallen ca. 60% auf die weißen Sorten. Baden ist bekannt als die deutsche Burgunder-Region und zählt weltweit zu den bedeutendsten Spätburgunderanbaugebieten. Mehr als 50% aller Spätburgunder in Deutschland werden hier produziert. Neben den Burgundersorten Spät-, Grau- und Weißburgunder spiele aber auch die weißen Sorten Riesling, Müller-Thurgau und die badische Spezialität Glutedel eine wichtige Rolle.

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Weinanbau ist hier vielerorts noch pure „Handarbeit“

Trotz des technischen Fortschritts im Weinbau erfordert die schwer zu bearbeitenden Hanglagen immer noch ein hohes Maß an Handarbeit von den Weinbauern. Die Mehrzahl der badischen Familienweingüter haben sich zu Erzeugergemeinschaften, d.h. Winzergenossenschaften zusammengeschlossen. 77 Genossenschaften erzeugen so ca. 80% der Weine aus dieser Region. Mehr als 400 Weingüter vermarkten ihre Weine in eigener Verantwortung. Insgesamt gibt es in Baden ca. 23.000 Bteriebe die mehrheitlich im Zu- und Nebenerwerb tätig sind. Diese verhältnismäßig hohe Zal beruht auf dem historisch bedingten Realerbrechtes, was nichts anderes bedeutet als das der Landbesitz zu gleichen Teilen unter den Erbberechtigten aufgeteilt wird.

Ein wirklich wesenlicher Unterschied der Weinbauregion Baden zu allen anderen deutschen Weinregionen ist, dass Baden gemeinsam mit den frazösischen Weinregionen Loire, Elsass, Champagnie, Savoyen und Jura zur EU-weinrechtlichen Weinbauzone B gezählt wird. In Baden gelten daher höhere Mindestanforderungen für Qualitäts- und Prädikatsweine.

 

Sie merken also, dass sich ein Besuch in dieser interessanten und sehr vielfältigen Weinbauregion lohnt. Ich jedenfalls genieße meinen Kurzurlaub hier und die badischen Weine und kann Ihnen einen Besuch wärmstems empfehlen. Welche Erfahrungen haben Sie denn mit badischen Weinen gemacht? Ich bin gespannt auf Ihre Eindrücke.

Weinhaltige Grüße aus dem schönen Baden- Württemberg

Julia Bock

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