5 schönsten deutschen Wein- Apps

Wein und Computer

Wein- Apps… Das digitale Zeitalter der Weinverkostungen

Es könnte so einfach sein… Mit Hilfe der digitalen Welt kann man ja heutzutage fast alles erleben, wissen, teilen oder bewerten. Geht das auch beim Wein? Sicher nicht ganz so einfach, denn wie wollen Sie persönliche Geschmackserlebnisse nachempfinden. Das dürfte kaum möglich sein. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Wein- Apps, die genau das versuchen. Stöbert man ein bißchen finden sich Apps, die Ihnen nach Gelegenheit („Winemeister“) oder nach Küche („Wine Stein Smart Sommelier) Vorschläge zu den passenden Weinen liefern. Aber wie so häufig genügt teilweise eine einzelne Zutat, die über die Passung oder eben auch Nicht- Passung eines Weines entscheidet.

Insofern gilt schon wie bisher mein Credo- „Probieren geht über Studieren“ und „Geschmäcker sind verschieden“. Testen Sie also was das Zeug hält! Nutzen Sie dafür Ihren örtlichen Weinhändler oder die Online- Anbieter, die in aller Regel auch  Beratung und im Minimum Umtausch anbieten.
Trotzdem gibt es auch eine Reihe recht hilfreicher Wein- Apps. Eine Handvoll habe ich mir mal angesehen:

Kellermeister

Die App hilft Ihnen Ordnung in Ihr „Wein- Chaos“ zu bringen bzw. Sie zu halten. Sie können alle Weine erfassen und mit verschiedenen Informationen z.B. zum Lagerort, Kaufdatum oder eigenen Bewertungen versehen. Darüber hinaus können Sie sich von der App erinnern lassen, ab wann Sie beginnen sollten den Wein zu trinken. Die Wein- App ist kostenlos im Android Market zu finden und meines Erachtens durchaus hilfreich.

Weine & Rebsorten

Diese App ist aufgebaut wie ein Ratgeber und beinhaltet zahlreiche Beschreibungen über Rot- und Weißweine, deren Rebsorten, Anbaugebiete und auch Kombinationstipps zum Essen. Das für mich interessanteste dabei ist die Möglichkeit eine eigene Favoritenliste anlegen zu können, die noch dazu sortiert werden kann. Hier kann man eigene Notizen und Fotos hinterlegen. Nettes Spielzeug. Gibt es aber meines Wissens nur im Apple Store.

Vinofox- Cave

Vinofox- Cave ist ähnlich aufgebaut wie die Kellermeister- App nur für iPhone. Hier kann man sich einen Überblick über die eigenen Weine verschaffen, Notizen dafür anlegen und getrunkene Weine ausbuchen.

Wein- Trainer

Mit Hilfe des Wein- Trainers können Sie Ihr Wissen rund um den Wein testen und gegebenenfalls verbessern. Wählen können Sie zwischen drei Schwierigkeitsgraden. Die App ist ein nettes Spielzeug, wenn man ein bisschen Zeit übrig hat und andere mit seinem Wissen (oder Nicht- Wissen 😉 ) beeindrucken will.

Delectable

Delectable ist eine Wein- App für Social Media Fans. Hier können Sie sich mit Ihrem Facebook- Account (oder auch einem separat angelegten Login) mit anderen Weinliebhabern vernetzen und sich über verschiedene Weine austauschen. Inklusive des dazugehörigen Postens von Bildern. 😉

Völlig außer Wertung  läuft für mich noch die App „When Wine tastes best“Diese gibt nämlich Empfehlungen- auf Grundlage des biodynamischen Maria- Thun- Kalenders- wann Sie am Besten Wein trinken sollten und das kann dann durchaus schon mal Mittwoch Vormittag 10 Uhr sein.

Kennen Sie andere empfehlenswerte Wein- Apps? Dann geben Sie mir einen Tipp!

Weinhaltige Grüße

 

Julia Bock

P.S. Wer noch mehr App- Infos benötigt, dem empfehle ich die folgenden beiden Seiten: Wirtschaftswoche und 24android.com

Tipp: Unerwartet Gäste? Jetzt den Wein schnell kühlen!

Frappieren

Wein- Tipp: Frappieren

Beim Thema Wein kühlen, mag sich der ein oder andere an die Gute- Nacht- Geschichte von Herrn Fuchs und Frau Elster beim Sandmännchen erinnern, als beide mit dem Neffen von Herrn Fuchs durch einen warmen Sommertag spazierten und gern gekühlten Tee trinken wollten. Herr Fuchs hatte eine einfache Lösung dafür. Er befeuchtete ein Tuch, wickelte es um die Teeflasche und wirbelte diese an einem Seil durch die Luft. Durch die Verdunstung wurde der Tee gekühlt und alle konnten sich an einem kühlen Schluck Tee erfreuen.
Nun ist dieses Vorgehen für Wein bei plötzlich eintreffenden Besuch sicher ungeeignet, dass Prinzip jedoch nicht. Sollte also unerwartet Besuch eintreffen, gibt es ein einfaches Verfahren um den guten Tropfen schnell und halbwegs schonend zu kühlen:frappieren

Sie benötigen dafür nur:

  • einen Kübel
  • Eiswasser
  • Salz
  • und natürlich die Flasche Wein

 

Das Eiswasser kommt mit einer kleinen Handvoll Salz in den Kübel. Anschließend stellen Sie die Weinflasche (sie sollte zwingend noch ungeöffnet sein 😉 ) kopfüber in den Kübel. Und jetzt heißt es ein bisschen Geduld haben. Durch das Kopfüberstellen der Flasche kann der Wein schneller gekühlt werden, als im dicken Flaschenbauch. Das Salz führt bekannter Weise zum Schmelzen des Eises. Dafür wird Energie benötigt und diese kommt aus der Wärme der Flasche. Nach ein paar Minuten richten Sie die Flasche einfach einmal auf und sorgen dafür, dass der kalte Wein aus dem Flaschenhals in der Weinflasche verteilt wird. Stellen Sie jetzt die Flasche wieder kopfüber hinein und lassen Sie sie noch ein paar Minuten stehen. Jetzt können Sie angenehm temperierten Wein ausschenken, da der obere Teil des Weines gut gekühlt sein sollte. Die angefangene Flasche nun einfach normal in den Eiskübel stellen, weiter kühlen lassen und in aller Ruhe die Gäste und den nun wohltemperierten Rebensaft zu genießen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie mit diesem kleinen Trick machen!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Wein in Schwangerschaft und Stillzeit

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Kein Alkohol in der Schwangerschaft und Stillzeit!

Auf den Tag genau vor 365 Tagen war mein letzter Blogeintrag… Nichts worauf man auf den ersten Blick stolz sein könnte. Bin ich aber dennoch. Es hat sich nämlich viel getan in dieser Zeit bei mir und machte die Weinverkostung und damit das Betreiben dieses Blogs schier unmöglich 😉

Schwangerschaft und Stillzeit sind schlicht nicht vereinbar mit Alkohol.

Und da hielt bzw. halte ich es mit der einfachen Devise Null-Komma-Null Alkohol und ohne denselben über Wein zu schreiben macht einfach keinen Spaß. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen und kam im September letzten Jahres zu uns. Stolze 3090 g schwer und 49 cm groß. Mittlerweile hat Nummer 3 (so viele sind es nämlich jetzt ;-)) deutlich zugelegt und ist ganze 3,5 kg schwerer.

Mittlerweile gibt es eine Studie aus England, die die Devise Null-Komma-Null Alkohol relativiert. Die werdenden Mütter haben während der Schwangerschaft bis zu sieben kleine Gläser Alkohol (à 0,1 Liter Wein oder 0,2 Liter Bier) pro Woche getrunken und deren Kinder konnten mit 10 Jahren genauso gut auf einem Bein stehen und balancieren wie andere Kinder. Trotzdem, Finger weg! Alkohol in der Schwangerschaft ist m.E. nach wie vor Tabu. Niemand weiß, ab wie viel Alkohol tatsächlich bei den Kindern Schaden angerichtet wird und die Risiken sind einfach zu hoch. Ein niedriger IQ, körperliche Entwicklungsverzögerungen und Aufmerksamkeitsstörungen können die Folge von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sein. Wer noch mehr Gründe braucht wird hier sehr umfassend informiert.

Ich denke aber, dass es ein Verzicht ist, der einen weder schmerzt noch es überhaupt wert ist darüber nachzudenken. Das Ergebnis entschädigt um vieles mehr für die paar Gläschen, die man nicht trinkt.

Jetzt sind meine Vorräte allerdings wieder aufgefüllt und ich kann wieder fleißig verkosten und werde dann natürlich hier wieder darüber berichten. Es würde mich freuen, wenn wieder zahlreiche Hinweise und Kommentare gepostet werden und der Blog wieder so lebt, wie ein Blog leben sollte 😉

Bis dahin mit weinhaltigen Grüßen

Julia Bock

„Bergsträßer Weinfrühling“

 

Hessische Bergstraße

Bergsträßer Weinfrühling

Meine Blogleser aus der hessischen Region- und natürlich auch alle die, die schon immer mal dort Urlaub machen wollten, sollten sich den 25.04. vormerken. An diesem Tag beginnt nämlich der „Bergsträßer Weinfrühling“ (25. April bis 31. Mai).

Die Hessische Bergstraße ist eines der kleinsten der 13 deutschen Weinbaugebiete. Gerade mal rund 441,5 ha bestockter Rebfläche und ein Ertrag von etwa 422 ha werden hier be- bzw. erwirtschaftet. Das entspricht gerade mal rund 0,3% der gesamten deutschen Weinproduktion. Die Besonderheit des hessischen Anbaugebiets ist, dass auf einer sehr kleinen Fläche- ein Viertel davon Steillagen- mit vielen unterschiedlichen Böden eine recht große Rebsortenvielfalt angebaut wird. Diese kann man beim Bergsträßer Weinfrühling dann verkosten und miteinander vergleichen.  In meinen Augen besonders interessant, die Bukettweine. Diese gibt es nämlich auch in Südhessen, wenngleich in der Minderheit 😉 Fast jeder Bergsträßer Winzer hat – neben klassischem Riesling und Burgunder – einen dieser besonderen Weine im Keller. Dazu gehören Gewürztraminer, Muskateller, Ehrenfelser, Kerner, Morio-Muskat oder auch Sauvignon Blanc.

Die Jungwinzer der Region führen am 01.05. eine Weinlagenwanderung durch die Frühlingslandschaft und natürlich kann auch hier an verschiedenen Stationen probiert werden, was die Weinbauern der Region zu bieten haben.

Die Hessische Bergstraße ist übrigens ein als jung zu bezeichnendes Weinanbaugebiet. Eigenständig existiert es nämlich erst seit 1971. Vorher gehörte es zur Badischen Bergstraße.

Die besten Lagen sind die zum Rheintal hin geneigten Hängen. Bei Zwingenberg finden Sie den höchsten Berg der Region, den Melibokus mit 517 m ü.NN. Der Berg liegt am Westrand des Odenwalds oberhalb der Bergstraße zwischen Darmstadt im Norden und Heidelberg im Süden. An den teilweise terassierten Hängen des Melibokus liegen die Lagen Zwingenberger Steingeröll und Zwingenberger Alte Burg. Nördlich schließt sich die Lage Alsbacher Schöntal an.In dem bis zur Wiedervereinigung kleinsten unter den deutschen Weinbaugebieten werden vornehmlich trockene und halbtrockene Weine erzeugt.

Nun, mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an die Kombination aus Riesling und Spargel (der wird neben Wein und Erdbeeren dort nämlich auch angebaut) denke! Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Besuch des Bergsträßer Frühlings und würde mich natürlich über ein Feedback zu dem Fest freuen 😉

Weinhaltige Grüße

 

Julia Bock

P.S. Karten für den Bergsträßer Weintreff sind im Vorverkauf bei der Touristinformation der Stadt Bensheim (touristinfo@bensheim.de) und bei allen teilnehmenden Weingütern der Bergstraße und der Odenwälder Weininsel zu erhalten.

„Die 100 besten Weine der Welt“ in einem Buch… geht das?

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Die 100 besten Weine der Welt Wolfgang Staudt

Nach einiger Zeit soll es nun also mal wieder ein Blog über ein Weinbuch geben. Ich gebe zu, das Buch liegt schon eine Weile vor mir- natürlich gelesen 😉 – aber ich verkoste eben lieber Weine, als in einem Buch darüber zu lesen und nachher zu schreiben…

Um so schöner war es dann, in dem Buch „Die 100 besten Weine der Welt“ von Wolfgang Staudt einen interessanten und vor allem kurzweiligen Überblick über tolle Weinanbaugebiete und ihre Weine gibt. Ich gebe zu, der Titel hat mich anfangs etwas abgeschreckt, denn bitte wer legt den eine Rangfolge für DIE besten Weine fest? Ist Geschmack nicht verschieden? Und überhaupt auf welcher Grundlage erfolgte die Rangordnung?

Mit solchen Vorurteilen bin ich also an das Buch herangegangen und… wurde enttäuscht. Denn wer sich hier nun eine tatsächliche Rangfolge erwartet, der wird enttäuscht. Den das Buch „Die 100 besten Weine der Welt“ richtet sich eher an der Einzigartigkeit einzelner Regionen, ihrer Geschichte und natürlich ihrer Weine aus. Man könnte die Rangfolge also eher als eine persönliche Empfehlung des Autors Wolfgang Staudt betrachten.

Herrn Staudt dürfte es mit diesem Buch gelingen Einsteigern einen guten Überblick über die wesentlichen Weinanbaugebiete zu geben, aber auch Weinprofis dürften hier noch den ein oder anderen interessanten Ansatz für eine Weinverkostung bekommen.

Für Einsteiger bietet das Buch „Die 100 besten Weine“ einen guten Überblick über die Begrifflichkeiten aus der Weinwelt. Wolfgang Staudt beschreibt Aroma und Geschmack sowie die Optik der Weine. Aber auch interessante Hintergrundinformationen, wie bspw. die Einflüsse auf das Wachstum von Weinstöcken und wie Winzer darauf reagieren können werden beschrieben. Darüber hinaus stellt er- um das ganze Abzurunden- die wichtigsten Rebsorten in seiner Einleitung dar. Diese begleiten den Leser dann auch bei der Beschreibung der „100 besten Weine“ durch das Buch.

Er beginnt mit den deutschen Weinen und geht hier sowohl auf die Klassiker als auch auf Modeweine und aufstrebende Neulinge in der Branche ein. Danach folgen Österreich, Schweiz, Ungarn und sehr umfangreich das Weinland schlechthin- Frankreich. Danach kommen Spanien und Portugal bevor er in die USA, Chile & Co wechselt.

Insgesamt ein interessantes Sachbuch mit einer großen Stärke in Grundlageninformationen und der ein oder anderen Anregung für eine hoffentlich bald folgenden Verkostung. Wenngleich der ein oder andere Leser über die Auswahl der Weine von Herrn Staudt ins Diskutieren kommen dürfte, muss man sagen, dass es das Buch durchaus zu einem Nachschlageklassiker für Weinliebhaber schaffen dürfte. Aufgrund der im Buch enthaltenen Karte fühlt man sich ein wenig, wie auf einer Weinreise. Am Besten sollten Sie das Buch also mit einem Glas Wein genießen. Das Zusammenspiel von Essen und Wein sowie Weinempfehlungen zum Weiterprobieren werden ebenfalls anschaulich beschrieben.

Mir besonders sympathisch der Satz auf der Innenseite des Klappentextes: „Seien Sie selbstbewusst im Umgang mit Wein und vertrauen Sie vor allem Ihrer eigenen Nase, Ihrem eigenen Gaumen. Dort muss es passen, egal was Händler, Kritiker oder Sommeliers dazu sagen.“

Lesen und verkosten Sie gern nach und verraten Sie mir Ihre Meinung zu dem Buch „Die 100 besten Weine der Welt“!

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

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