Der Tag nach dem Erdbeben…

24.08.2016: Zu hohe Berge, 2100 Jahre alte Mauern, Sonne und 84 km weiter das Erdbeben

Mein erstes Erdbeben… nachts halb 4… Stufe 6 auf der Richterskala… Was man da denkt? Zunächst ist da pures Erstauenen, die Erde bebt und wackelt. Kennt man sonst nur aus dem Fernsehen. Das es hier viele Tote gibt/

Erdbeben in Italien... in Spello ist davon nichts zu merken

Zu hohe Berge, die Alternative: Spello eine Stadt, die es seit dem 3. JH v. Chr. gibt- Das Erdbeben scheint weit weg zu sein… und ist es doch nicht.

geben wird, kommt einem dabei zunächst nicht in den Sinn. Trotzdem begleiten mich diese Gedanken den ganzen Tag und werden es sicher noch einige Zeit tun. Ein paar Kilometer weiter kämpfen Einsatzkräfte um noch Verschüttete zu retten und ich fahre Rad zum Vergnügen… Ein bisschen Ruhe finde ich in der Cattetrale di San Ruffino in Assisi. Hier begegnet mir wieder Psalm 23- Ich kenne ihn auswendig, es ist mein Taufpsalm, er verschafft mir Gewissheit.

Doch zunächst geht es aufs Rad, ich radle mir meine Sorgen weg. Ich- der 56jährige, übergewichtige Untrainierte- habe aktuell zu viel Respekt vor der heißen Sonne, den Höhenmetern und Strecken über 80 km. Also mache ich eine Trainingstour nach Assisi und bekomme fast alles: 38,9 C auf dem lenker, 540 Höhenmeter, aber eben nur 52,4 km.

Besichtigung der Stadt Spello

Liebenswerte Gässchen in Spello In der Mitte ein römisches Aquädukt über der Stadt Spello. Definitiv zu besichtigen

Auf nach Spello

Ich beginne meine Tour in Foligno in Richtung West, um dann auf vielen kleinen Wegen nach Spello zu fahren. Die Stadt gibt es seit dem 3. Jh vor Christus und ist von einer 2 km langen Mauer aus Augustuszeiten mit 6 Toren umgeben. Die Stadt ist definitiv besichtigungswürdig! Die aktuellen Bilder von Spello könnt ihr hier sehen. Und da ich wegen der scheinbar kurzen Strecke ein bisschen rummäandere, entdecke ich diese liebenswerten Gässchen, alte Portale und ein römisches Aquädukt ganz in der Nähe über der Stadt (mittleres Bild links).

Nun geht es weiter auf der Via degli Ulivi (hier ist eine tolle, leichte Route beschrieben, auf der man sich „warmradeln“ kann- hätte ich das mal vorher gewusst ;-)). Ich radle zwischen tausenden Olivenbäumen nach Assisi, die Sonne brennt, ich höre Zikaden und die Welt scheint still zu stehen… Berg hoch und runter, hoch und runter… Radfahren, nur dem eigenen Rhythmus verpflichtet bei pinienduftender, weich- warmen Luft… Aber ich komme gegen Mittag am Weltkulturerbe an. Jede Menge Touristen und Pilgerer, aber für Ende August scheint die Menge überschaubar. Meine ersten Eindrücke dieser Stadt verbessern meine Laune weiter. Also ab in die Cattedrale San Rufino, die Taufkirche des Heiligen Franziskus, der heiligen Klara und Friedrich II. von Schwaben. Nach körperlicher Erschöpfung und geistiger Erbauung, habe ich mir definitiv ein Mittagessen verdient!

Es gibt Olivenbrot, Schinken vom hällischen Schwein, Tomaten, Paprika und ein kühles Aqua minerale frizzante- 1,4 l 😉 Eigentlich wollte ich nun- quasi als spiritueller Höhepunkt- zur Grablegungskirche des heiligen Franziskus von Assisi aus dem 13 Jh. Hier wurde mir jedoch leider, wenn auch nachvollziehbarer Weise, der Einlass durch maschinenpistolenbewehrte Wachleute verwehrt. Keine Chance hier mit Rad, Lenkertasche, Messer und Werkzeug rein zu kommen. Daher nur Bilder von außen. Hier muss ich nochmal hin! Mein Fazit: Assisi ist eine unaufgeregt- stolze und geschmackvolle Stadt! Die Italiener halt…

Italienisches Essen- lecker!

Italienisch für Anfänger… mein Einsteiger-Menü. Vielleicht das nächste mal etwas weniger 😉

Über eine kleine Asphaltstraße geht es zurück nach Foligno, wenig befahren, aber mit immer wieder kleinen Sehenswürdigkeiten, ein gelungener Abschluss meiner ersten Rundfahrt in Italien!

Abendlicher Ausklang

Abends sitze ich im „Cuore Piccante“ in Foligno (empfohlen von TripAdvisor). Ich werde herzlich empfangen und das, obwohl es noch nicht einmal 20 Uhr ist… und auch noch in französisch- also für mich sprachentspannt und ohne „Polyglott Italienisch- 2000 Speisen und Getränke“ 😉

Den Einstieg mach frittierte Gemüse zum Frucht-Aperitif mit Rhum und Angostura. Nun folgen ein paar kleine regionale Vorspeisen, u.a. gebackener Ricotta, Beef auf roter beete mit Kartoffel- Ingwer- Eis, Endivie gebraten mit Grünem- Tee- Eis und Balsamico, Gebackenes Hasenfilet- Karee mit Rotweinzwiebeln und und und… jede Menge Inspiration für meine nächsten Kochabende! Dazu gabs die einheimische leichte Weissweinrebsorte Grechetto del’Umbria. Sie hat leichte Bitternoten und ist feinblumig mit gutem Säuregerüst. „Ich bin satt!!!“ und jetzt kommt die Primi Piatti… Eine Paté aus al dente Nudelteig mit Selleriecreme in einer Ricotta- Haselnusssauce mit Parmigiano reggiano. „Ich bin sehr satt!“ (Die Hälfte musste ich zurück gehen lassen -.- ) Das zweite Glas Weißwein schmeckt immer würziger. Hier sagt der multilinguale Inhaber beim Abräumen vielsagend augenzwinkernd „C’est trop.. hein?“ (zu deutsch: Es ist zuviel… nicht wahr?) Und schon kommt das Glas Sagretino di Montefalco, den wir in Deutschland leider nicht kennen. Vollfruchtige rote Beeren mit schönen Tanninen, kräftig und super zum Lamm. Dazu das zart gegarte umbrische Lämmchen mit gegrilltem gemüse und Kartoffelspalten in Rotweinjuice… „Und ich bin genudelt…“ für Dialektiker: voll fett satt… nun lass ich mich dann doch noch zu einem Dessert überreden, einem ganz Kleinen. Wer kann italienischem Charme schon wiederstehen? Melonen- Granita mit Limone und Espresso… Satt-satt-satt Aber gut wars!!

Der Manager-Papa

Ein Manager auf Abwegen… Sabatical auf Italienisch

Ich bin dann mal weg... Italien

Auf dem Weg nach Foligno

Finde ich mich? 26 Jahre Geschäftsführer, nonstop Stress… jetzt: 10 Monate und 3 Wochen voll bezahlte Aus(ruh)zeit und daher die Idee, den Traum der Sizilienrundfahrt um kleine Zusatzabstecher in Itlien zu ergänzen.

23.08.2016 18:10 Uhr Ankunft in Foligno- Beginn meiner Auszeit

Nach 960 km Stressfahren (dabei fahren die Italiener auf der Autostrada nahezu vorbildlich), habe ich es geschafft: meine Ankunft in Foligno, Italien- mein neues Abenteuer, meine Auszeit. Das Hotel ist ein schlechtes Mittelklassehotel- halt eine internationale Kette- dumm das ich nichts Typisches genommen habe. Hier bleibe ich für die nächsten zwei Tage. Zum warmwerden sozusagen. Man könnte auch sagen, ich bin total gefrustet gelandet… und dann noch Berge, die ich untrainiert nicht schaffe… also Umdenken- Change Management… das kann ich! Der Stress bleibt mir vorerst erhalten- wenn auch dieses Mal „hausgemacht“… aber deswegen mache ich das ja: Ich bin dann mal weg… den Stress lasse ich hinter mir!

Foligni versöhnt mich

Antipasti auf umbrisch

Ich gehe auf dem sehr schönen Marktplatz von Foligno essen, die vielen Palazzi ansehen und höre in der Kirche Psalm 23. Letztendlich versöhnen mich Essen und Trinken. Es gibt herrliche umbrische Antipasti, u.a. Ziegenkäse mit Honig, dazu einen einfachen Weißen.

Italienischer Rotwein

Stringozzi- umbrische Nudeln

Danach Stringozzi und dazu die umbrische Version eines Montefalco… ein bisschen zu warm, aber vollmundig rund mit Aromen von Mandeln und vollreifen Früchten…der Beginn einer Versöhnung? Auf jeden Fall der Beginn meiner Auszeit, komme was wolle- ich schau mir Italien an, ich mag die Nudeln, den Wein, schauen wir was sonst noch kommt.

Der Manager- Papa

Verdejo… Der Spitzenweißwein aus Rueda

Ich habe neulich in der „Weinwirtschaft“ einen sehr interessanten Artikel über „Kastiliens Weißweinikone Rueda“ gelesen und

Javier Rodriguez: Spanischer Wein- Sanzo Verdejo Frizzante und Sanzo Tempranillo Frizzante

Javier Rodriguez: Spanischer Wein- Sanzo Verdejo Frizzante und Sanzo Tempranillo Frizzante

musste sofort an meinen Lieblingswinzer Javier Rodriguez denken. Einer meiner Favouriten von ihm für den Sommer ist der Verdejo Frizzante, den man sich natürlich beim Lesen des entsprechenden Artikels unbedingt zu Gemüte führen sollte 😉

Optimaler Weise gut gekühlt. Für den Sommer nicht nur aufgrund der Aromen von Melone, Apfel und Zitronen geeignet, sondern auch weil er lediglich 10 % Alkoholgehalt hat. Damit zählt er zu den leichteren Weißweinen und kann definitiv auch schon mal zum Nachmittag genossen werden. 😉

Die Verdejo- Traube wurde übrigens im 11. Jahrhundert von Nordafrika nach Spanien eingeführt und hat sich hier hervorragend angepasst. Auch wenn die „Weinwirtschaft“ unterschwellig moniert, dass eine breitere „Auffächerung des Angebots“ von Weißweinen aus Rueda- also weg von reinen Verdjeo- Weinen hin zu Verdejo- Sauvignon- Cuvées- notwendig ist, gehört für mich ein guter Verdejo Frizzante von Rodriguez einfach zum Sommer dazu! Mit über 53 Mio produzierten Flaschen 2014 und einer Anbaufläche von über 10.000 ha ist der Rueda- Verdejo auch nach wie vor Spitzenreiter im Absatz. 80 % der Produktionsmenge trinken die Spanier übrigens selbst. Als Exportland stehen wir hinter Holland (mit über 3,3 Mio Flaschen) auf Platz 2. Über 2,3 Mio Flaschen wurden 2014 nach Deutschland verkauft. Sicher, davon ist nicht jeder von meinem Lieblingswinzer, nicht jeder als Frizzante ausgebaut und sicher auch (noch) nicht jeder getrunken, aber das Potential auf dem hiesigen Markt dürfte meines Erachtens wachsen. Vor allem, wenn tatsächlich- wie im Artikel angerissen- die Cuvées sich weiterentwickeln.

Verdejo lässt sich hervorragend ohne Begleiter trinken. Wer doch „Gesellschaft“ mag, dem sind kaum Grenzen gesetzt. Leichte mediterrane Küche, gern auch vom Grill, eignet sich genauso gut wie verschiedene Fischgerichte. Übrigens gibt es von besagten Lieblingswinzer (Javier Rodriguez) noch jede Menge anderer Spitzenweine, die regelmäßig diverse Auszeichnungen einheimsen. Völlig zu Recht wie ich finde. Wer mag, kann dazu hier auch nochmal lesen oder kostet einfach mal den Lacrimus 5.

Avinieren- Weinverkostung mit einem Glas

Avinieren- Weinverkostung mit nur einem Glas

Avinieren- Weinverkostung mit nur einem Glas

Frei nach dem Motto geht nicht- gibt’s nicht, dreht sich das heutige Thema um die richtigen Weinverkostung oder besser gesagt um eine improvisierte Weinverkostung und eine Technik, die sich „avinieren“ nennt.

Als eines der größten „Probleme“, für die Durchführung einer Weinverkostung, wird immer die Anzahl der Gläser benannt. Ok, im Idealfall haben wir für jeden Wein ein neues Glas. Aber eigentlich reicht im Minimum für jeden Gast ein Rotwein-, ein Weißwein- und ein Schaumweinglas. Natürlich kann man hier noch differenzieren nach Art des Rotweines: schwer oder leicht etc. Aber für den Einstieg sind die Gäste immer schon zufrieden, wenn jeder sein eigenes Glas hat 😉

Wein avinieren

Wein avinieren

Bei einer Verkostung geht es ja bekannterweise nicht darum jedes Glas auszutrinken, sondern darum, Farbe, Geruch und Geschmack des Weines zu analysieren. Für den Weinfreund steht dabei in der Regel die Frage im Vordergrund: „Mag ich den Wein so, dass ich ihn gern öfter trinken würde?“ Diese Frage lässt sich meist schon nach ein, zwei kleinen Schlucken klären und der Rest wird dann in den bereit gestellten Behälter entsorgt.
Aber zurück zu den Gläsern bzw. der Problematik für jeden Gast nur ein Glas zu haben. Das Prinzip, welches hier Anwendung findet nennt sich

„avinieren“.

Bei dem Thema scheiden sich die Geister… Fakt ist, selbst wenn Sie für jeden neuen Wein ein neues Glas haben, ist das Glas im Vorfeld bereits mit anderen Substanzen in Verbindung gekommen. Das können das Spülmittel, Staub oder auch Geschirrspülsalze sein. Mit dem Avinieren sollen diese Gerüche und Geschmäcker nun neutralisiert und auf den Wein vorbereitet werden.
Die Technik, die dabei Anwendung findet ist simpel und lediglich eine Übungsfrage. Man schüttet ein paar Tropfen des Weines in das Glas, hält dieses schräg und dreht das Glas nun am Fuß bis es komplett benetzt ist. Die Weintropfen kann man nun in das nächste Glas schütten und genauso verfahren… auf diese Art und Weise reduziert sich die Verschwendung des kostbaren Naß. Nur nach dem letzten Glas sollten Sie den Rest dann entsorgen. 😉 Nimmt man es jetzt ganz genau müsste man das Aviniern auch bei Dekantern anwenden… nur leider reichen da ein paar Tropfen nicht.

Wenn Sie in Zukunft also mehrere Weine aus einem Glas (nacheinander 😉 ) trinken wollen, wachsen Ihnen hoffentlich keine grauen Haare und den passenden Fachbegriff kennen Sie nun auch 😉 Weine zum avinieren oder einfach so trinken, finden Sie hier.

Weinhaltig Grüße

Julia Bock

P.S.: Es würde mich interessieren, was Sie von dem Prinzip halten… Sinnvoll oder Quatsch?

 

Buchrezension: Fleisch essen? U. Weiler

Buchrezension: Ulrike Weiler- Fleisch essen?

Buchrezension: Ulrike Weiler- Fleisch essen?

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Buch rezensieren möchte. Eigentlich auch völlig fachfremd- es geht nämlich um die Frage „Fleisch essen?“ und nicht um Wein. Ich habe mich trotzdem dazu entschieden, denn Bestandteil des Buches sollen auch Rezepte von Markus Eberhardinger sein… und der ist ein nicht ganz unbekannter Sternekoch 😉

Also auf ins Rezensionsvergnügen: Die Autorin Ulrike Weiler ist studierte Agrarwissenschaftlerin und lehrt an der Uni Hohenheim als Professorin für Nutztierwissenschaften. Das Buch selbst ist quasi eine Argumentationshilfe für alle Fleischesser. Ich persönlich zähle mich da eher zu den im Buch bezeichneten „Flexitarier“. Sprich, ich esse Fleisch durchaus gern und mit großem Vergnügen, aber dazwischen liegen Phasen des vegetarischen Alltags. Oder wie ich es nenne, ich bin Wochenend- Fleischfresser 😉

Frau Weiler untersucht im Buch u.a. den Einfluss der veränderten Ernährungsgewohnheiten- speziell beim Fleisch essen- auf die menschliche Spezies. Sie unterscheidet dabei wer oder was für Fleischesser es dabei gibt und definiert u.a. was Flexitarier, Omnivoren, Vegetarier etc. sind. Die Schreibe ist angenehm und stellenweise unerwartet humorvoll, jedoch wird hier eindeutig eine Lanze für den Fleischkonsum gebrochen und die Vorteile einer ausgewogenen Fleischernährung beleuchtet. Sie geht dabei auch auf die Risiken des Fleischkonsums ein und zeigt vor allem wo und wie man hochwertiges Fleisch findet.

Das Buch ist also durchaus für Flexitarier 😉 und „Fleischfresser“ geeignet. Wer allerdings Veganer oder Vegetarier ist, der sollte sich ein anderes Buch zu Gemüte führen- es sei denn er möchte sich bekehren lassen 😉 Die auf dem Cover angebotenen Rezepte darf man nicht überbewerten, sie sind keineswegs in Hülle und Fülle zu finden. Herr

Verantwortungsvoller Fleisch- und Trinkgenuss ;-)

Verantwortungsvoller Fleisch- und Trinkgenuss 😉

Eberhardinger legt sein Augenmerk auf eine die Argumentation von Frau Weiler unterstützende Warenkunde. Ich persönlich finde das etwas Schade, da hier meines Erachtens die Chance vertan wird, das Buch für eine breiter Masse- abseits der Suche nach Fakten für den Fleischkonsum anzusprechen. Alles in allem aber ein gutes Buch. Vor allem weil es sich ganz klar für eine artgerechte Tierhaltung und eine größere Wertschätzung beim Verzehr des Fleisches einsetzt. Hier leistet das Buch für mich seinen größten Beitrag. Jeder der sich für Billigfleisch entscheidet, sollte neben dem Tierwohl auch einmal an sein eigenes Wohl und diverse Gammelfleischskandale denken.Wer sich dafür interessiert, wird beim Westend Verlag fündig.

Ich genieße dafür nun erstmal ein leckeres Stück Rindfleisch- aus biologischer Herkunft- und dazu einen süffigen Rosé.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Der Messias- Verkostung à la Mädelsabend

Nun sitze ich ja direkt an der Quelle und mein Keller „läuft“ vor Wein fast über, was meine Schwester bemüssigte eine Weinverkostung mit ihren Mädels einzufordern. Ehrlich gesagt war das längst überfällig und mir kam es sogar ganz entgegen. 😉

Verkostung des Weingutes Messias aus Portugal

Verkostung des Weingutes Messias aus Portugal

Das schöne an der Geschichte- meine Schwester kann richtig gut kochen und ich komme damit nicht nur in den Genuß leckerer Weine, sondern auch von gutem Essen. Um es kurz zu machen, der Abend war lang, das Essen super und die Weine auch. Jeden einzelnen nun hier vorzustellen, sprengt meine heutige Zeitkapazität, deswegen nur meine zwei persönlichen Wein- Highlights des Abends- da sie sozusagen aus der Außenseiterposition gestartet sind. Beide stammen vom Weingut Messias. Hier ist der Name Programm. Beide Weine gibt es ab einem Preis von 4,29 €- z.B. hier. Wer jetzt Weine à la „Baron Rothschild“ erwartet wird natürlich enttäuscht. Wir reden hier ganz klar von netten Alltagsweinen, die man aber sehr angenehm trinken kann- muss ja nicht immer die 20 €- Flasche sein 😉

 

Aber der Reihe nach: Zuerst der Messias Vinho Verde

Messias Vinho Verde

Messias Vinho Verde

Wörtlich übersetzt heißt der Wein „grüner Wein“. Auch wenn sich damit ganz gut die Farbnuancen des Weißweines beschreiben lassen, zielt der Name doch eher auf die Region, in welcher der Wein angebaut wird. Nämlich ganz im Norden Portugals zwischen den Flüssen Douro und Minho. Der Messias setzt sich aus den regionstypischen Rebsorten Loureiro ( 40%), Azal ( 40%) und Pederna (20%) zusammen. Da es in dieser Region sowohl sehr warm, als auch verhältnismäßig niederschlagsreich ist, wachsen die Reben zu teilweise 2m hohen Pergolen, um sie vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen.

Das Weingut Messias wurde 1926 von Messias Baptista (daher also der Name 😉 ) gegründet und ist heute eines der größten und bedeutensten Weingüter Portugals. Gelobt wird nicht nur der Weißwein und der Rosé sondern auch die angenehm leichten Rotweine, aber die werde ich bei Gelegenheit mal verkosten ;-).

Der Vinho Verde ist fantastisch für den Sommer geeignet. Mit nur 8,5% Alkoholgehalt, darf er also durchaus auch mal zu einem leichten Mittagessen genoßen werden. Im Mund ist er angenehm spritzig und leicht perlend. Ich finde er hat eine angenehme Säure mit Zitrusaromen. Wer jetzt allerdings eher der fruchtbetonte Weißweinliebhaber oder gar Freund lieblicher Weine ist, der sollte sich einen anderen Wein aussuchen 😉 Für den Sommer bekommt er allerdings von mir die volle Weinknüller- Punktzahl 😉

Wenden wir uns nun dem Messias Vinho Rosé zu.

Messias Vinho Rosé

Messias Vinho Rosé

Der Rosé ist mein ganz klarer Favourit für diesen Sommer. Wer der typische Etikettenkäufer ist (von denen gibt es mehr als man denkt 😉 ) der wird auch nicht enttäuscht- ein schöner äußerer Auftritt- verstärkt durch den Himbeerton, den der Wein im Glas hat. Die Farbe stimmt mit Geruch und Geschmack überein. Angenehme Aromen von Himbeere und Erdbeere- schön fruchtig und süffig! Alkoholgehalt ist auch gerade mal bei 11 % – also ideal für warme Sommertage! Ich würde ihn bei ca. 8- 10 °C trinken. Geeignet ist er zu leichten, sommerlichen Speisen- die mediterrane Küche ist hier definitiv der beste Begleiter… Aber ehrlich: Eigentlich braucht der Rosé keinen Begleiter.

Richtig gut schmecken beide Weine natürlich in Gesellschaft von Freunden und Familie.  😉 Um zu schließen halte ich es heute mit Joachim Ringelnatz:

„Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jede, aus denen man trinkt.“

Welche Favouriten haben Sie für diesen Sommer? Lassen Sie mir doch einen Tipp da, welchen Wein ich als nächstes verkosten soll.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

 

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