Auf Wiedersehen Kalabrien

Tag 8: 30.08. Ein letzter Tag Kalabrien

Wunderschönes Kalabrien- Natur, Sonnenschein und ein Bombenexpresso

Wunderschönes Kalabrien- Natur, Sonnenschein und ein Bombenexpresso

Ein neuer Morgen bringt doch gleich eine andere Sicht… auch auf Kalabrien…

manchmal muss man sich seine kleinen Freuden selbst bereiten..
Ich habe schlecht geschlafen (erst als die Klimaanlage aus war und ich bei offenem Fenster das Meeresrauschen gehört habe, ging es). Das Essen ist mir gestern auch nicht bekommen und die 10.-€ für Nutellaschnittchen mit Kaffee bin ich nicht bereit zu zahlen. Ergo in der Kaffeebar die 70Cent (+30C Trinkgeld) in den immer genialen Espresso investieren und neben genügend Wasser gleich noch 2x50g Pumpernickel eingepackt, die nach den ersten 250 Höhenmetern vor der Kirche in Fuscadi gegessen werden. Das schmeckt und tut hoffentlich Magen und Bauch gut. Und gleich geht’s weiter, heute einfach Höhenmeter trainieren und mit dem Blick aufs Meer, raus aus der anrüchigen Anmutung von schmutziger Kleinstadt, Straße und Eisenbahnstrecke läuft alles besser und die Welt leuchtet wieder..und ich fühl mich wohl!

Gründe für meine Auszeit

Was bewegt mich, in einsamer Landschaft allein die 1000 Höhenmeter zu absolvieren? Der Wunsch, meinem Fitnesszustand zu verbessern und die äußeren Formen zu verschlanken? Vielleicht auch. Aber vor allem doch der Kampf gegen mich selbst, gegen das faule Fleisch und um zu gewinnen..meinen eigenen Wettkampf, so wie bisher auch…in meiner eigenen Firma, bei der größten Elektronik-Fachmarktkette, beim Laptop-Assemblierer…MEINE Ziele erfüllen…
Kann ich mich davon die nächsten, also meine letzten 10 Berufsjahre trennen?
Das schreibe ich in 825m Höhe und mein Antreiber auf der linken Schulter schreit:“ Sei perfekt, sei schnell und sei der Beste“ und der auf der rechten Seite…hat sich irgendwo in die Sonne gelegt und liest oder schläft. Also, den da links werde ich wohl eher nicht los…heißt es also, sich mit ihm zu arrangieren…es hat ja auch gute Seiten, seine Arbeit mit voller Kraft, Freude und Drang zum Erfolg zu leben.

Gedankenspiele machen hungrig

kalabrischer Sonnenuntergang

Entspannung beim Sonnenuntergang in Kalabrien

So, habe also dann meine Beinmuskeltrainings- und Gehirnausschlenkertour absolviert,

dabei eine interessante Geschäftsidee ersonnen (mein Hirn wird langsam frei), die rasante Schussfahrt nach unten genossen (mit Helm, wie meiner lieben Frau versprochen) , was Kleines gegessen, geduscht, ein interessantes Jobangebote bekommen und die Gesprächseinladung mal gleich um 4 Wochen verschoben, mein Auto aufgetankt, am Strand bis zum Sonnenuntergang verharrt wie die Italiener und dabei die kommenden 14 Tage Sizilien geplant…jetzt muss ich nur noch die richtigen Unterkünfte finden…
Und heute werde ich erstmals wirklich sehr spät zum Essen gehen… Also ab 20 Uhr- ganz italienisch 😉

Calabrese

Kalabrische Calabrese??? Dazu ein schlechter Wein… aber der Teig war Spitze

Zeit passte, Apero mit kleinen Vorspeisen auch…dann wurde ich mutig und bestellte einen Weißwein zu den vielen Vorspeisen..puh – hinüber und jetzt eine kalabrische Wurstantipastiplatte (super!) und ein zweites Glas vom Weißwein (die alte Flasche müsste doch mal zu Ende sein..) Fehler! Gaaaanz großer Fehler, der Wein war so… also stehen lassen und ein sehr schönes zum Carlsberg-Konzern zugehöriges dunkles Poretti-Bier..schöner Abschluss! Italienischen Spitzenwein kann ich ja dann spätestens wieder zu Hause trinken- hoffentlich aber eher schon! Kalabrien ist für mich erstmal beendet, wenn ich gut schlafen kann…morgen gehts nach Sizilien.

Der Manager-Papa

Die Amalfiküste… Eine Tour ins Glück

Tag 7: 29.08. Auf der Straße nach Süden… entlang der Amalfiküste

Amalfiküste ist wunderschön... Entspannung pur

Amalfiküste ist wunderschön… Entspannung pur

Salerno

Salerno- Grabstätte des Heiligen Matthäus unweit der Amalfiküste

Heute bin ich auf einer kleinen Straße nach Sorrento und dann die Amalfiküste lang bis Positano gefahren. Die Idee war gut, die Gegend genial, der Verkehr haarsträubend! Mit dem Auto bin ich nicht schneller unterwegs, als sonst mit dem Rad. Aber ich wollte ja Entschleunigung und die Möglichkeit meinen Gedanken nachzuhängen. Hätte man tun können, kann man aber nicht- man muss sich auf den italienischen Verkehr konzentrieren und das ist als Autofahrer scheinbar schwerer den per Rad.
Danach habe ich mir in Salerno den ursprünglich normannischen Dom angesehen. Hier hat der Heilige Matthäus seine Grabstätte hat. Danach kam als Höhepunkt der dorische Tempel und die gesamte Ausgrabung von Paestum. Dann weiter zum nächsten Zwischenziel, welches die Station sein soll, in der ich mich mit Sizilien intensiver beschäftige… und die ist im armen Kalabrien. Hotel ist ok., direkt am Meer, der Rest ist Schweigen… aber ich bin selbst Schuld und hätte nur in der Aperitifkneipe sitzen bleiben sollen, bin aber ins Hotel mit einem Teller Fertignudelgericht und einem Bier (für eine Person würde sich das Öffnen von einer der 4 vorhandenen, wohltemperierten (26 grad) Flaschen nicht lohnen..
Morgen einfach eine Radtour, dann ans Meer, die 2. Sizilien-Station vorbereiten…und abends was Anderes suchen .. es kommen wieder bessere Tage und Abende!

Ich plane eine Radtour und nehme mit…

Sonnenuntergang an der Küste

Sonnenuntergang an der Küste

Heute Nacht habe ich gleich noch die zweite Station auf Sizilien gebucht: Man plane zwei schöne Radtouren, mache den günstigsten Ausgangspunkt aus und gehe dann über Suchmaschinen (ist bei den bisherigen Stationen immer Booking.com gewesen, aber bei Trivago.de geht auch manchmal was), dort gibt man dann seine Kompromisse ein (Pool, um die 50 €, Klimatisierung oder auch nicht) und schon hat man innerhalb von 2 Stunden alles fertig. Meine Streckenplanung mache ich mit dem Sizilienbuch und Komoot.de. Ist absolut einfach zu händeln und eignet sich praktischerweise auch für Wandertouren 😉

Der Manager- Papa

Pompeji, Vespas und eine Dorade

Tag 6: 28.08. Pompeji grüßt

Wieder zeitig raus…auf nach Pompeji!

Wunderschön... Pompeji

Pompeji… Geschichte, Kultur und jede Menge Sonne

Die anfangs wenigen Vespas und Autos – Italiener habens nicht so mit schon 08.00 Uhr am Sonntag losfahren- täuschen nicht drüber hinweg, dass die schlussendlich 50km heute allein wegen der Auspuffgase der Vespas schlecht riechend werden…außerdem arbeite ich mich durch Vorstädte und sehe trotz Sympathiebrille viel ungewohnten Umgang mit Abfall und eine andere Auffassung, wann ein Haus noch oder schon bewohnbar ist.

Die Hupe: Des Italieners liebstes Musikinstrument

Dafür klingen mir die Ohren heute! Der Italiener mit motorisiertem Fahrzeug hupt öfter in einer Stunde als ich bei meinen 35-65.000km pro Jahr in meinem ganzen Autofahrerleben…ergo, er hupt ständig – hier sähe ich einen Ansatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Ausstattung aller Fahrzeuge mit automatischen Hupen oder rund um das Lenkrad/den Lenker angebracht. Er hupt aus vielen Gründen:
Um zu zeigen, dass er sich an ein Feindfahrzeug mehr als 10/5/1m annähert; in 30-Sekunden-Abständen, um den vor ihm fahrenden Radfahrer zu zeigen,

    • dass er da ist und in den nächsten 10min überholt;
    • ihm dann zu annoncieren, dass er es vielleicht doch gleich macht;
    • zwischendurch, um Bekannte zu grüßen, andere darauf aufmerksam zu machen,
    • dass er Bekannte hat oder vielleicht gleich Bekannte treffen wird;
    • nach dem Überholvorgang, um Allen von seinem Erfolg zu berichten;
    • Anderen, vor allem mit Sehmängeln, darauf aufmerksam zu machen, dass er da ist;
    • aus purer Lebensfreude…

Und jetzt stelle man sich bitte vor, dass dieser Hupvorgang jedes einzelnen Autos begleitet wird von Vorgängern, der sie zwischendurch überholenden ca.15-20 Vespas und entgegen kommender sowie vor allem kreuzender Armaden von Autos begleitet mit sie umschwärmenden Vespas…das ist eine Hupen-(und Vespa-Abgas-)Kakophonie sondergleichen!
Aber man erschrickt nach kurzer Zeit nicht mehr und lernt schnell, einen wirklich betreffendes Hupen herauszufiltern.
Und ALLE fahren umsichtig und aufmerksam gegenüber den wenigen Radfahrern, da alle nach der Chaostheorie fahren und die Schilder eh nur als Hinweis betrachten, was hätte sein können…und weil, dies von allen Verkehrsteilnehmern erwartend, vorsichtshalber jeder auf jeden achtet! Ich habe jedenfalls bisher keinen Verkehrsunfall gesehen.

Pompeji- Tragödie und Kultur in einem

Touristische Attraktion- Pompeji

Pompeji am frühen Morgen lohnt sich! So bleibt man von Touristenschwärmen verschont!

Irgendwann mit einem Klingeln im Ohr bin ich dann in Pompeij angekommen, habe mein Rad mit kleinem Bauchgrummeln an einen massiven Zaun angeschlossen und diesen eindrucksvollen Ort besucht – er ist seine 13.-€ Eintrittsgeld jedenfalls wert, auch wenn ich dauerhaft das beklemmende Gefühl hatte, den größten Friedhof der Welt zu besichtigen…und hier überwog nicht die Ruhe und der Frieden sondern es war ein tödliches Unglück, welches auch noch durch entsprechend gefundene Getötete illustriert wurde. Also – dies ausblendend – fand ich die schöne Baustruktur der römischen Villen mit Atrium, Mosaiken, pastellenen Wandmalereien, schöner Begrünung und Wasserspielen sehr anregend..so würde ich auch wohnen wollen..rundherum interessant, besichtigungswürdig, beeindruckend..
Dann führte mich meine heutige Tour in Richtung Amalfiküste ans Meer, aber die Strände waren einfach belegt, mit typisch italienischen Bädern, Einlass, Umkleidekabinen…also so stark organisiert, dass ich mir das Mittelmeerbaden für einen anderen Ort aufgespart habe, zumal ja mein Rad mit mir war..
Rücktour bei 37 Grad in der brütenden Hitze von Basaltstrassen und Häuserschluchten führte zum Wasserverbrauch von 2,5 Liter und war sonst keine Bemerkungen wert.
Jetzt am Pool bei der Siesta und heute Abend will der Chef vom Lava Nova das dritte Menü zusammen stellen…mich freuts..

Lava Nova, die Dritte

Dorade im Lava Nova

„Never Change a winning team“ und so lande ich wieder im Lava Nova… Was soll ich sagen, der Koch hats einfach drauf!

Los geht es mit einem Prosecco mit Knuspergebäck (Kümmel, Fenchel, Kräuter)- „Stößchen“ 😉
Antipasto waren gegrillter Tintenfisch auf einem mit Tinte schwarz gefärbtem Kartoffelmus mit karamellisierten Lauchringen…Klasse!!! Dazu der Greco Di Tuffo…
Weiter ging es mit einer Velouté (gebundenes Kräutersüppchen) mit Scampis (ohne geröstete Knoblauchscheibchen).
Und ich trinke jetzt den Falanghina und finde ihn, obwohl der Greco weitaus größer ist, angenehmer, fruchtiger, leichter und sommerlicher…Hoch lebe der einfache Wein Falanghina!
Und weil in meinem Bäuchlein noch Platz ist gibt es Pagello = Dorade mit gerösteten schwarzen Oliven und Tomaten und gefüllt mit Salbei…leckerst! Aber Arbeit… 😉

Italienischer Wein

So kanns bleiben

Passito de Sicilienne zum Abschluss…das ist die Sonne Siziliens, ein fruchtsüsser Verführer, ein Dessert vom Feinsten in Weinform…
Und heute wars wegen der Dorade natürlich bissle teurer im Lava Nova.
Und zum Abschluss sitze ich in der Hotelterrassenbar ganz oben und genieße die Kühle beim Absacker…

Der Manager- Papa

Dem Abgrund entgegen… Der Vesuv und ich

Natürliche Freundlichkeit… und der Vesuv

Der Vesuv- vulkanische Herausforderung

Dem Vesuv entgegen- 1000 Höhenmeter überwinden und ein paar kleine Schweinehunde in mir selbst

Die Italiener sind so ganz natürlich freundlich…vielleicht liegt das daran, dass sie ihren Unmut über manche Dinge nicht in sich reinfressen…da wird’s auch mal lauter..aber ich habe bisher nur aufmerksame Freundlichkeit erlebt!

Da war ich doch 6:22Uhr munter und 7:22Uhr mit einem Panini mit Wurst, Kaffee und einem Saft im Bauch schon auf dem Rad Richtung Vesuv…und die folgenden 2:12h hatten es in sich. Aber ich war der 5. Radlfahrer oben und nach dem viel zu süßen Apfel mit Brotscheibchen kamen dann die Busladungen an, die noch die letzten möglichen 100 Höhenmeter knallhart zu Fuß absolvierten…mir reichten die ca. 1.000 Höhenmeter und ich war für heute erstmal mit mir zufrieden.
Da es noch so früh und unter 30 °C war, habe ich mir noch das kleine Städtchen und seinen Hafen gegönnt…Torre del Greco als Stadt der Korallentaucher ist eine lebendige Wohnstadt, der Hafen ein richtiger Fischhafen mit kleinen Fischerbooten und netzeflickenden Altfischern…kein zart buntes Klischee, harte Arbeit! Da kommt man doch ins Grübeln…
Da an meinem Rad bei jedem Tritt die Sattelhalterung krächzt (liegt wahrscheinlich am Übergewicht…nein, nicht des Fahrrades…), an einer Autowerkstatt gehalten, mich irgendwie gestisch verständlich gemacht und mit 2 Tropfen Öl am Sattelhalter und freundlichen Wünschen des einfachsten Schraubers an den Engländer weiter geradelt…pure Freundlichkeit!
Auf dem Rückweg einfach noch im Stehen einen heißen, starken Espresso (mit einem Glas kühlen Sprudelwassers) in der nahen Bar gegönnt und schwäbisch gelernt, man trinke seinen Espresso immer im Stehen an der Theke. Warum? Es sieht beschäftigter und wichtiger aus (naja gut…mit Radbekleidung Marke Presswurst eher nicht!) und kostet mit Trinkgeld nur 1.-€…

Inzwischen bei 33 grd wieder im Hotel...duschen..Siesta...Pool..
Und so wie ich derzeit fühle, gönne ich mir heute Abend wieder Lava Nova mit anderer Zusammenstellung!

Der Brand

Lösch-Hubschrauber am Vesuv

Die Natur wehrt sich- Brände nahe des Vesuvs

Am Pool beobachte ich, wie die Löschhubschrauber versuchen die Brände in unmittelbarer Hotelnähe einzudämmen. Heute vormittag bin ich schon an Ihnen vorbeigeradelt. Man bekommt ein Gefühl für die Gewalt, mit der das Feuer hier wütet. Macht schon ein bisschen ängstlich… Mensch gegen Natur… Scheint doch nicht so eindeutig zu sein, wer hier am Ende gewinnt.

Lava Nova… oder ein neues Gelage

Und es startet wieder mit einem Prosecco di Valdobiadene – aber heute kämpfe ich nicht so sehr gegen Mücken..lange Hose und Mückenspray – und bekomme wieder das geniale Wasser für sehr faire 2.-€ die grosse Flasche!

Terre de Tuffo als Weisswein, noch würziger und voller mit Akazienanklängen. Dazu ein Gerstenrisotto mit Zucchinijulienne und Scampis..gut, aber hier hätte eine Essenz gut getan…Knoblauch zu den Scampis und paar Spritzer Limette und alles wäre fröhlicher und weniger angepasst gewesen..

Lava Nova

Den Vesuv im Blick… erneut Genuss im Lava Nova

Linguine (bissfest!!!) mit schwarzen Oliven, angerösteten Pinienkernen, Kapern, Kräutern, Peperoni (nicht scharf, sondern

würzig!), getrocknete Tomaten und als Wein ein…
Viognier Weisswein aus der Gegend des Morellino Di Scanzano…mmmh? Schmeckt, aber ist nicht aus der Gegend.
Und als Secundo kam der Merlu auf einem Gemüsebett und dazu wollte ich mal einen Roten von Mastroberardino den Campagnia rosso.
Passend und gut gegessen…heute ein freundliches „gut“ für das Essen bei ausgezeichnetem Service.
Nett war das Eintrudeln einer italienischen Freundesschar, was sich von 20:15 bis 21:35 Uhr zog – gefühlt waren Alle noch pünktlich – und wo erstmal gemeinschaftlich mit großem Gebrüll positive Aktionen einer Fußballmannschaft aus Napoli gefeiert wurden (insgesamt 4)..

Schöner Abend, „Lava Nova“ ist immer noch sehr empfehlenswert…erst Recht für 30.-€, trotz 4 Glaserln…

Der Manager- Papa

Italienischer Weißwein in Lava Nova

Tag 4: 26.08.16 Auf zumVesuv und guten Weißweinen

Assisi und dann zum Vesuv

Grablegungskirche von Assisi, dann weiter Richtung Vesuv

Heute zog es mich weiter…zum Vesuv..
Vorher habe ich jedoch noch die Grablegungskirche vom heiligen Franz von Assisi besucht… diesmal ohne Werkzeug und Messer und schon gegen 09.30 Uhr – da war noch gute Touristenruhe und ich bin innerhalb 5 min an den Karabinieri vorbei gekommen. Schlussendlich war dieser Besuch sehr intensiv, viele Mosaiken, Bilder, Wandmalereien bekanntester alter italienischer Künstler…aber das kann man alles selbst nachlesen und googeln. Weitaus eindrucksvoller war die Spiritualität in der Krypta mit seinem Grab..das summte regelrecht. Klingt komisch, war aber so..und es war nicht nur die Klimaanlage! Außerdem hatte ich noch ein nettes Gespräch auf englisch mit einem jungen Franziskaner aus Padua, der mir den oberen Wandelgang mit seinen alten Wandmalereien erklärte.
Dieses Gesamtkunstwerk zu Ehren des Nationalheiligen von Italien gab es komplett ohne Eintritt.

Gute Freunde

Golf von Napoli

Entspannen am Hotelpool über dem Golf von Napoli

Dann zurück zum Auto, an Rom, Montecassino (Mutterkloster aller Benediktiner und von Benedikt von Nursia 529 gegründet), Waldbränden, Neapel vorbei zum Vesuv in ein Hotel und erstmal an den Pool…denn, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich…anbei die Einschätzung eines „besonders lieben Freundes“:

„Bisher wurde im Blog noch nicht thematisiert, dass Heike und das Ärzteteam ihn in einem Spezialfahrzeug begleiten, das Andreas durch eine Zugstange zieht ( sog. Trailgaitor). Ich bin natürlich der Letzte, der solche Details ‎ in den Blog stellt. 10 km pro Tag zwischen 5 Sterne Hotels sind trotzdem wie ein Ritt auf der Kanonenkugel. Hoffentlich überlebt Heike die Strapazen !

Da braucht man keine Feinde mehr…

Für heute Abend noch ein nettes Restaurant ausgeguckt, wo ich hoffentlich wieder in den Genuss eines guten Glasses Weißwein komme…mal schauen.

Das Lava Nova und wieder ein genialer Weißwein

Entschleunigung bei italienischem Weißwein

Leben wie es sein soll: Gutes Essen mit kühlem Weißwein… so geht Entschleunigung

Und wie fein…im Restaurant Lava Nova sprechen wir französisch und ich bekomme einen Aperitif (am Ende gratis!), weil der Chef noch einiges vorbereiten muss…und dann lasse ich ihm die Wahl bei Essen und kampanischen Weißwein.
Im Übrigen sitze ich bei knapp 30 Grad draußen und kämpfe gegen Mücken, genieße aber die laue Luft und den Ausblick über den Golf von Neapel..

Wir fangen mit der autochthonen Rebsorte Falanghina an und zum Essen kommt als Vorspeise „La Parmeggiana“… in einem Briqueteig eingehüllte und mehrfach geschichtete gebratene Aubergine, Salsa von Kartoffeln, Parmesan, belegt mit einer Creme fraîche und wieder belegt mit zart frittierten Zucchinistreifchen…LECKER!
Primi Piatti – Pasta
Nudelröllchen mit Kapern und Fischbäckchenwürfelchen, kleinen gebratenen grünen Peperoncelli mit getrockneten, gesalzenen schwarzen Olivenbröseln (der Hammer-das muss ich machen) bestreut und ein feines Lemonensößchen
Secundo
Ein dickes Thunfischfilet fein gebraten mit Meersalz, auf einer kalten säuerlichen Ratatouille mit Kapern…und dazu immer noch der Falanghina Glas 2…
Bei uns:
CA‘ DEI LUPI
FALANGHINA

Der Weißwein überrascht mit frischen Zitrusnoten, Granatapfel und zarter Quitte und von würzig-mineralischen Nuancen begleitet – Perfekt für jede Sommernacht … und zu Tomaten und Mozzarella, Antipasti, sommerliche Küche, Fisch in Salzkruste
Preis um die 5,50 €

Als Ergänzung der Rotwein vom gleichen Weingut..
AGLIANICO
Komplexe Aromen von dunklen Beeren, Pflaumen und Kirschen werden von feinster Würze umspielt, passt zu Wild, Rinderfilet Wellington, Rib-Eye-Steak mit Ofengemüse und Sour Cream

Was steht am Ende…Il conto per favore…und die ist mit großem Wasser mit 37.-€ wieder sehr preiswert (oder lieg ich da „geschäftsessensversaut“ falsch?)

Und jetzt schnell einschlafen, denn wenn ich 07:00 frühstücken kann, probiere ichs zum Vesuv…sonst nach Pompei…

Der Manager- Papa

Die Suche und alles endet im Wein Montefalco

Tag 3: 25.08.2016 Montefalco

05:18 Uhr wieder ein kleines Nachbeben-aufgewacht, als „klein“ registriert, weiter geschlafen…heute früh dann im Fernsehen die Opferzahlen gesehen – es ist entsetzlich! Das ruft mir derzeit immer wieder ins Gedächtnis, wie dankbar man für kleine Augenblicke sein sollte!

Piazza F. Silvestri u.links

Bevagna mit einem der schönsten umbrischen Plätze- Piazza F. Silvestri (unten links)

Bevagna in Italien- in keinem Reiseführer zu finden und doch sehenswert!

Kleine Gässchen, blauer Himmel… Italien zum verlieben!

Nach dem Frühstück habe ich mir dann das Radel aus dem Auto geholt, meinen Wasservorrat in den 2 Höfle-Radflaschen aufgefüllt und bin los..diesmal Richtung Süden.
Als erstes fahre ich nach Bevagna. Ein wunderschönes Dorf auf dem Berg, in keinem Reiseführer erwähnt, aber für mich eines der schönsten italienischen Dörfer.

…und wer sich die Zeit nimmt, sieht die vielen liebenswerten Kleinigkeiten.

Philosophische Betrachtung

Etwas philosophisch betrachtet befinden wir uns doch das ganze Leben – auch in unseren Urlauben – auf der Jagd nach dem Besten, Schönsten, Bekanntesten.., um auch fein sagen zu können: „Da war ich auch schon…“, „Das habe ich ebenfalls schon gesehen.“… Nehme ich mein letztes Hörbuch für die elendiglich langen Fahrten BaWü-Leipzig „Die Känguruhchroniken“ gilt: „Ich habe einen einfachen Geschmack, mir genügt immer nur das Beste“ … Oskar Wilde“…und ja, so bin ich doch auch..
Aber:
Allein das Verweilen in der einen Gasse von Bevagna erzählt vom Leben da und bringt mir mehr für mich, als alle Sehenswürdigkeiten zügig zu absolvieren. Und genau deshalb fahre ich später nochmal dahin und hole mir ein kleines Bild.

Wein wie es ihn nur in Italien gibt

Dann geht’s, vorbei an silbrigen Olivenhainen, weiter den Berg hoch…heute sind es etwa 400 Höhenmeter nach Montefalco…die Stadt mit dem schönen Rotwein Sagrantina Di Montefalco. Den muss ich haben, gemeinsam mit meiner Familie zu Hause trinken (auf den Geburtstag meiner schon wieder ein Jahr älteren großen Tochter anstoßen) und eventuell auch teilen 😉 wenn ihr nett fragt…
Und wieder kommt ein Stadttor und ein wirklich schönes Madonnenbild (1404-1417) in der Chiesa Di San Agostino.
Dann überkommt mich beim Anblick eines Metzgers/Fleischers und den vielen Würsten ein kleines Appetitchen…Panini con Salumi und Wasser – beides nehme ich völlig entspannt in einem Gässchen zu mir…die Entschleunigung greift schon!
Jetzt noch ein schöner Platz und die Minikirche Chiesa de S.Lucia und dann zu einer rasanten Abfahrt Richtung Olivenstadt Trevi…die ich aber nicht erreiche, sondern nur aus der Nähe fotografiere, weil ich wegen Schlagloch bei 13%-iger Abfahrt und lockeren ca.87 kg mir eine „8“ ins Hinterrad fahre oder presse oder…also am Kanal in praller Sonne (40,6 Grad Lenkertemperatur) entlang zurück nach Foligno, duschen, erste Eindrücke schreiben und jetzt auf Suche nach einem Radhandwerker der Qualität Höfle, Owen…

Herausforderungen einer Auszeit

Puh…das waren nochmal Herausforderungen..ohne Italienisch, mit gutem Französisch und verbessertem Englisch…Hinterraddecke geschrottet, kein Ersatz aber einen dickeren Schwalbe-Reifen für vorn, dafür den Vorderreifen nach hinten mit Einstellung Gangschaltung und Scheibenbremsen…schnell, für einen Laien kompetent und für 25.-€…
Dann nochmal mit dem Auto ins schöne Dorf, ein Bild kaufen. Das habe ich gebraucht und für 20.-€…so kann man Kunst erwerben – mal sehen, was ich davon in paar Wochen halte?!

Artisanales Bierfestival

Dann abends zu dem Festival mit Bier…naja, eins geht als Aperitif..und dann will ich weder Sangria noch Eisbein mit Sauerkraut.. neeh neeh neeh!
Also ab ins umbrische Lokal-  Ohne Aperitif, weil ja schon gebiert..

Essen in Italien dazu Montefalco

Umbrisch-bodenständiges Essen… Das koche ich nach! Dazu der Montefalco- mein neuer Lieblingswein?!

Start with..
Rührei mit Trüffel…höchstlecker und dazu Grecchetto – erster Volltreffer,
Gnocchi mit Sagrantino – Norbert macht die Gnocchi bissfestbesser, aber bei der Weinsauce (Wein und Kochsahne und Fond…Ende – hab’s mir angesehen!) war ich im Himmel…zusammen mit dem zu warmen Montefalco Sagrantino ..

Ja…ab sofort sind bei wein-knueller.de die umbrischen Weine von PERTICAIA gelistet…wenn ich wieder in Deutschland bin. 😉

Und sollten die Euch zu teuer sein (meine selbst gesetzte 20.-€-Grenze wird gesprengt)…trinke ich die mit meiner Frau und unseren Freunden in Nürtingen/Esslingen…und Sascha, der mit mir diese Sauce so lange nachkochen wird, bis wirs haben… Sascha in Bautzen, ich freu mich drauf!

 

Hier ist schon der..
MONTEFALCO SAGRANTINO DOCG
Trinktemperatur 18°C
Lagerfähigkeit 10-12 Jahr(e)
Alkohol 14,5% vol
Säure 5,1 g/l
Restzucker 1,5 g/l

Ein würziger Charakter durch Nuancen von Zimt und dunklen Früchten wie Backpflaumen. Durch deutliche Tannine und einen langen Abgang vollendet. Ein monumentaler Wein, international prämiert!
3 Gläser Gambero Rosso | 89 Punkte Parker
Speiseempfehlung
als Aperitif, Schweinemedaillons mit Rosmarin und Oliven-Serviettenknödeln, Rind, Lammbraten

WEITERE WEINE DIESES WEINGUTS
MONTEFALCO ROSSO …
GRECHETTO UMBRIA IGT
Interesse darf angezeigt werden, aber ich hole die Weine eh…und dann verkosten wir mal.
So, das Finale war dann ein völlig platt geklopftes Rinderstückchen (Scamone lt. Bild) mit Ruccola und Pinienkernen sowie dem sehr schönen Olivenöl von Viola www.viola.it .und der wirklich gute Espresso..

Ich gehe jetzt schreiben und trinke bei dem Festival noch einen Mojito…schließlich kann ich morgen Autofahren und lass das Rad im Kofferraum…auf nach… Neapel

Ich sollte was mit Essen und Trinken in Zukunft machen..und noch Reisen..
Guts Nächtle, ihr Lieben!

Der Manager- Papa

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