Deutsche Weinbauregionen – Unterschiede und Besonderheiten – Teil 2: Weine aus dem Moselgebiet

Weinbauregion Mosel

Vor kurzem habe ich ein bißchen über Deutschlands östlichsten Weinanbaugebiet erzählt. Im Übrigen gehört Sachsen auch zu den nördlichsten Weinanbaugebieten. Aber nur vom sächsischen Wein zu erzählen und die restlichen 12 deutschen Weinanbaugebiete zu unterschlagen- die unter uns gesagt, tlw. hervorragende Weine produzieren- wäre nicht zu vertreten 😉

Heute möchte ich das westliche Pendant zu Sachsen, d.h. das Moselgebiet, ein wenig näher beleuchten. Grundsätzlich lässt sich die Weinbauregion Mosel aber nur bedingt mit Sachsen vergleichen.

Die Mosel stellt nicht nur das größte Steillagen-Weinbaugebiet der Welt sondern auch die älteste Weinbauregion Deutschlands dar. Bereits vor mehr als 2000 Jahren bauten Kelten und Römer Wein in der Region an. Trier, als Hauptstadt der Region, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Stadt wurde von den Römern als Augusta Treverorum gegründet. Unzählige archäologische Funde bezeugen die große Weinbautradition, die damals begründet wurde.

Mosel 2

Mosel
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/1204580

Wenn  wir über das Weinbaugebiet Mosel sprechen, so umfasst das jenes Kulturland durch das die Mosel mit seinen Nebenflüssen Saar und Ruwer fließt. Bis zum Jahr 2006 lautete die Gebietsbezeichnung nicht wie heute „Mosel“ sondern bezog in den Namen auch die Nebenflüsse, also „Mosel-Saar-Ruwer“ mit ein. Auf Wunsch der regionalen Winzer wird seit dem Jahr 2007 die heute gebräuchliche Bezeichnung „Mosel“ verwendet. Man versprach sich dadurch vor allem, dass sich der Begriff „Mosel“ international besser durchsetzen könnte. Wenn Sie zufällig einen Moselwein in Ihrem Keller haben, dann schauen Sie mal auf das Etikett. Hier finden Sie bei Jahrgängen bis 2006 noch die alte Bezeichnung. Während der sächsische Wein auf gerade mal ca. 462 ha angebaut wird, so ist im Moselgebiet Wein auf ca. 9.000 ha. kultiviert. Allein für die weiße Rebsorte Riesling wird mehr als 5.300 ha. zur Weinherstellung genutzt. Die Mosel stellt damit auch die größte Rieslinganbaufläche weltweit. Wo wir gerade bei den Rekorden sind … Der steilste Weinberg der Welt steht ebenfalls im Moselgebiet. Mit einer Hangneigung von 65 Grad sucht der Bremmer Calmont seinesgleichen.

Kommen wir aber nun zur Bodencharakteristika der Mosel. Um an den Ursprung der Böden des Moselgebietes zu gelangen müssen wir erdgeschichtlich 400 Millionen Jahre (Zeitalter des Devon) zurückblicken. Zu dieser Zeit befand sich im heutigen Gebiet der Mosel ein riesiger Ur-Ozean.  Der Ur-Ozean wurde zusammengeschoben und der Meeresboden unter hohen Temperaturen und enormen Druck zusammengepresst. Aus den Sedimenten entstand Schiefer und die Mosel schnitt sich mit ihren Nebenflüssen immer tiefer in den Boden ein. Es entstanden Täler mit steil aufragenden Hängen. Durch die günstige Sonneneinstrahlung bieten die Süd- bzw. Südwesthänge und die Südosthänge beste Bedingungen für den Weinbau. Ca. die Hälfte der Anbaufläche befindet sich auf Devonischem Schiefer. Das kalkfreie Gestein- hier wird v.a. Riesling angebaut- gibt dem Wein eine ganz besondere mineralische Note. Im Grundwasser werden die Bestandteile des Gesteins gelöst und können dann von den Reben mit aufgenommen werden. Ein weiterer Großer Vorteil des Schiefers ist seine gute Wärmespeicherkapazität. Dies erweist sich vor allem in den kühleren Herbstnächten als unschlagbarer Vorteil.

Weinbauregion Mosel

Weinbauregion Mosel
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/1298049

Im unteren Teil der Mosel finden wir vor allem Quarzitische Sandsteine mit Silt- und Tonschiefer. Der Boden hier ist besonders kalkhaltig. Warum? Ganz einfach deshalb, weil dieser Meeresbereich besonders reich an Lebewesen und Korallenriffen war. Im oberen Moselteil sieht die Sache wieder etwas anders aus. Hier befand sich vor ca. 243 Millionen Jahren ein flaches Muschelkalkmeer. U.a. aus den muschelreichen Ablagerungen entstanden sogenannte Dolomitbänke. Wenn Sie schon mal im Gebiet der Ober-Mosel unterwegs waren so können Sie sich bestimmt noch an die charakteristischen Dolomitfelsen- die das Landschaftsbild prägen- erinnern. Auf den kalkreichen Böden der Obermosel wachsen vor allem Elbling und Burgundersorten.Das Klima ist geprägt durch relativ lange und warme Sommer sowie eher mild ausfallende Wintermonate. Geschützt durch die sie umgebenden Höhenlagen der Eifel und des Hunsrück dauert die Vegetationsperiode mehr als 240 Tage im Jahr. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen zwischen 9,0 und bis zu 10,5 Grad Celsius. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge liegt zwischen 600 und 700 mm pro Jahr, im Bereich der Ober-Mosel können es jedoch in manchen Jahren auch bis zu 900 mm werden.

Im Moselgebiet werden nach wie vor vor allem weiße Rebsorten angebaut (ca. 91%). Wie bereits erwähnt stellt dabei der Riesling mit ca. 60% der Gesamtanbaufläche den größeten Anteil, gefolgt vom Müller-Thurgau mit ca. 14% und dem Elbling mit ca. 6%. Der Riesling wird vor allem deshalb angebaut, da keine andere Rebsorte in den Schiefersteillagen derart mineralische, charakteristische und feine Weine hervorbringt. Seit dem Ende der 80-iger Jahre sind aber auch Rotweine wieder nennenswert an der Mosel vertreten. Hier seien vor allem Spätburgunder und Dornfelder genannt. Rote Rebsorten machen mittlerweile ca. 9% der Anbauflächen aus.

Auch wenn die roten Sorten langsam im Kommen sind, so ist das Moselgebiet doch nach wie vor vor allem für seinen Riesling über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Dennoch bringt das Moselgebiet noch einige andere gute Weine hervor, die sich durchaus mit anderen Weinbauregionen messen können. Welche Weine der Region trinken Sie denn? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!

Weinhaltige Grüße.

Julia  Bock

Weine aus Südafrika – Weinverkostung Mountain River Zaràfa

Zarafa Pinotage rosé

Mountain River- Südafrika
Zarafa Pinotage rosé

„Es ist wie es ist, sagt die Liebe…“ Der Geschmack ja bekanntlich auch. Und meiner ist, was südafrikanische Weine betrifft, irgendwie auf das Weingut Delheim fixiert. Trotzdem bekam ich neulich die Chance Weine eines anderen- mittlerweile recht renommierten- südafrikanischen Winzers zu verkosten: Mountain River.

Mountain River ist ein recht junges Weingut. Es wurde 1993 von Dev Brits und seiner Frau in Paarl, Südafrika, gegründet. Nur so nebenbei bemerkt: Paarl gilt als die Weinstadt Südafrikas. Sie ist nur ca. 55 km von Kapstadt entfernt und eine der ältesten Städte Südafrikas. Das Besondere an dieser Gegend ist auch der Boden. Einmal gibt es Sandstein auf Granituntergrund und zum anderen, v.a. im Inland, Schiefer und Flussablagerungen. Beide Bodentypen eignen sich hervorragend zur Wasserspeicherung und das ist auch notwendig. Denn das Klima ist von trockenen, heißen Sommern geprägt. Dazu kommen dann im Winter extreme Regenfälle, deren Wasser aber- wie gesagt aufgrund der Bodenbeschaffenheit- gut gespeichert werden kann.

Um auf den Punkt zu kommen. 😉 Ich habe zwei Weine dieses Weingutes verkostet. Einmal den Zaràfa Pinotage Rosé und den Zaràfa Pinotage. Die Rebsorte Pinotage wächst im Übrigen fast ausschließlich in Südafrika. Mit ein paar kleinen Ausnahmen in Kalifornien, Israel, Kanada,…

Optisch gesehen machen schon die Flaschen bzw. das Etikett etwas her. Dort sieht man nämlich die Kontur einer Giraffe, woraus sich der Name Zaràfa ableitet, zumindest teilweise. Das ZA steht als Länderkürzel für Südafrika und „ràfa“ soll an die Giraffe erinnern. Insofern ein schönes Zusammenspiel zwischen Name und Etikett. Gefällt mir.

Beginnen wir mal mit dem Rosé. Farblich richtig schön kräftig, das Spiel reicht von lachs bis „rosa“… aber das überlasse ich dann Ihrer Fantasie. Die braucht man auch ein bißchen bei der Verkostung- zumindest beim jetzigen Wetter. Da musste ich nämlich sofort an den Sommer denken. Man riecht und schmeckt sofort Granatapfel, Kirschen und ein bisschen Banane. Außerdem, und das ist mir sehr sympatisch, eine angenehme Kräuternote.  Ich würde/ werde ihn sicher als Aperitif und zu leichten Sommerspeisen trinken. In meinen Augen würde auch gegrillter Fisch hervorragend dazu passen.

Ähnlich gut ließ sich der Zaràfa Pinotage an. Ein schönes kräftiges Rot… Ich musste sofort an einen Granatring denken, der in der Sonne funkelt. (Passt ja auch irgendwie, schließlich kommt der Edelstein auch in Südafrika vor.)

Im Bukett (Geruch) findet man ganz stark die Pflaumenaromen. Das setzt sich dann auch geschmacklich fort. Dazu Kirschen und auch wieder die pinotagetypischen Gewürzaromen. Vielleicht ein kleines bisschen schokoladig. Auf jeden Fall sehr fruchtig. Wenn es nach mir ginge, könnte er noch ein paar Sekunden länger auf der Zunge bleiben, aber es ist eben ein sehr fruchtbetonter Wein, der einen samtigen Eindruck hinterlässt. Mir hat er gut geschmeckt! Wer gern grillt, kann diesen Wein gut dazu verwenden. Ansonsten dürften sich sowohl relative würzige Speisen, aber auch Wild als Begleitessen anbieten.

Wenn ich Ihnen jetzt Appetit gemacht habe, würde mich das freuen. Schreiben Sie mir doch mal, welche Erfahrungen Sie bisher mit südafrikanischen Weinen gemacht haben.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Deutsche Weinbauregionen – Unterschiede und Besonderheiten – Teil 1: Weine aus Sachsen

Ich bin ja immer auf der Suche nach interessanten Themen für meinen Blog und für entsprechende Vorschläge von Freunden und Bekannten immer offen. Denn oftmals ist es so, dass einem dann gerade die Themen vorgeschlagen werden, auf die man selbst so spontan gar nicht gekommen wäre. Genauso ging es mir neulich bei Twitter, wo der Hinweis kam, dass deutsche Weine bzw. deren Vielfältigkeit aufgrund der verschiedenen Terroirs und klimatischen Bedingungen ein interessantes Thema wären.

Es soll nun also in diesem Beitrag um die Unterschiede und Besonderheiten der Weinbauböden und klimatischen Bedingungen in Deutschland gehen. Wo fängt man da am Besten an? Zunächst einmal gibt es In Deutschland 13 Weinanbaugebiete. Dazu zählen Baden, Ahr, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, die Pfalz, der Rheingau, Rheinhessen, Würtemberg, Saale-Unstrut und zu guter letzt meine Heimat Sachsen.

Deutschland - topshotBis auf die im Osten unserer Republik befindlichen Regionen Saale-Unstrut und Sachsen befinden sich die großen deutschen Anbaugebiete im Westen bzw. Südwesten Deutschlands. Dies ist natürlich in erster Linie durch die klimatischen Bedingungen bzw. Ansprüche, die der Wein für seine Reifung stellt, bedingt. Bekannterweise bevorzugt der Wein das gemäßigte Klima mit ausreichend Niederschlägen und vor allem vielen Sonnenstunden. Eine Beschreibung der Bodenbeschaffenheit und Klimen aller deutschen Weinbauregionen würde den Rahmen des Blogs bei Weitem sprengen, deshalb möchte ich mir zwei besondere Regionen vornehmen. Zum einen Sachsen als östlichstes deutsches Weinbaugebiet und eines der nördlichsten Weinbaugebiete Europas sowie die Mosel-Region als das westliche Pendant. Los geht´s also im Teil 1 mit meiner Heimat, dem schönen Freistaat Sachsen.

Sachsen gehört mit einer Anbaufläche von ca. 462 ha zu den kleinsten Weinbaugebieten in Deutschland kann aber nichts desto trotz auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits seit mehr als 850 Jahren wird in Sachsen Weinbau betrieben. Der Weinbau konzentriert sich auf das Elbtal mit den Weinorten Meissen und Radebeul bei Dresden. Das in dieser Region qualitativ hervorragende Weine produziert werden können, liegt an der klimatischen Besonderheit des Elbtales.

Im Sommer und im Herbst herrschen teils kontinentale Wetterbedingungen, was vor allem lange Sonnenperioden zur Folge hat. Durchschnittlich liegt die Sonnenscheindauer bei 1.570 Stunden pro Jahr. Die Winter sind für die Region bedingt durch den Elbtalkessel ungewöhnlich mild, die Temperatur sinkt hier nur selten unter den Gefrierpunkt. Im Jahresmittel liegt die Temperatur bei 9 Grad Celsius. Die Niederschlagsmenge beträgt zwischen 600 und 700 mm pro Jahr.

Im Vergleich zum Moselgebiet setzt das Frühjahr im Elbtal erst etwas später ein, der Herbst ist dafür wärmer und trockener. Aufgrund der teils kontinentalen Wettereinflüssen besteht jedoch für den sächsischen Wein Jahr für Jahr das Risiko von Frostschäden an den Reben durch einen harten Winter. Sächsische Weine erhalten ihren Charakter auch durch die unterschiedlichen Bodenarten, da das Elbtal eine Vielzahl geologischer Formationen besitzt. Im Untercarbon, der Hauptfaltungsphase des Erzgebirges drangen Gesteine des Meißner Granit-Syenit-Massivs an die Erdoberfläche. Diese stellen heute einen großen Teil des sichtbaren Gesteins des Elbtales dar. In der Oberen Kreidezeit entstanden dann Sandstein, Plänerschichten und Verwitterungsböden, die im Elbtal oft sehr mächtig sind und die syenitischen Schichten zum Teil überdecken. Über diesen Gesteinsschichten wiederum lagerten sich dann nach der Eiszeit Löss, Tone und Flusssande ab.

Schloss Wackerbarth in Radebeul bei DresdenWie Sie merken sind die Weinbergslagen in Sachsen also durch sehr unterschiedliche Bodenarten geprägt. In Sachsen werden vor allem weiße Rebsorten angebaut. Goldriesling, eine nur in Sachsen vertretene Rebsorte, Weißburgunder, Traminer, Müller- Thurgau, Riesling, Elbling, Scheurebe und Grauburgunder stellen hier die hauptsächlich angebauten Rebsorten dar. Rote Reben werden nur zu einem geringen Anteil angebaut, hier vor allem Spätburgunder, Frühburgunder, blauer Portugieser, Regent, Dornfelder und Dunkelfelder. Hinzu kommt noch die Sektproduktion, mit der man wieder einen seperaten Blog füllen könnte. Vor allem seit der Wende hat sich der Weinbau in Sachsen enorm entwickelt. Private Weingüter wurden gegründet und die Qualität Sächsischer Weine ist enorm gestiegen.

Das sowohl größte als auch älteste private Weingut Sachsens ist das Weingut Schloss Proschwitz. Nach 1990 kaufte Dr. Georg Prinz zur Lippe die ehemaligen Ländereien seiner Familie Stück für Stück zurück. Mittlerweile umfassen die Weinberge eine Bewirtschaftungsfläche von ca. 87 ha. Die Familie setzt auf einen kontrollierten sowie umweltschonenden Anbau und wurde 1996 als erstes sächsisches Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter e.V. (VDP) aufgenommen. Unter anderem werden Grauer Burgunder, Elbling, Weißer Burgunder, Spätburgunder, Riesling, Traminer, Müller-Thurgau und Dornfelder angebaut, die die Grundlage für hochwertige Weiß- und Rotweine sowie Sekt bilden. Die auf die Bewirtschaftungsfläche bezogene relativ hohe Anzahl verscheidener angebauter Rebsorten ist gleichzeitig ein Spiegel der Vielseitigkeit der sächsischen Weinlandschaft.

Einer meiner Favoriten dieses Weingutes ist die „Traminer Spätlese trocken“- meine Bestände sind gut gefüllt, so dass auch Nicht- Sachsen ab und an mal davon kosten dürfen 😉 Er duftet exotisch fruchtig nach Maracuja, Passionsfrucht und Zitronen. Was die Nase verspricht hält auch der Geschmack. Hinzu kommen Auszüge von Gewürzen und Blüten. Mir gefällt vor allem, dass der Wein entgegen manch anderem Traminer nicht behebig sondern angenehm frisch wirkt.

Das könnte ich jetzt noch ausbauen, sprengt aber den Rahmen eines Blogs. Mein Vorschlag, den Wein kosten- von Schloss Proschwitz gibt es natürlich auch noch andere Weine 😉 und dann ein Urteil fällen. Wenn Ihnen der Blog gefallen hat, dann würde ich mich über ein kleines Feedback sehr freuen. In den kommenden Tagen folgt dann der zweite Teil zur Weinbauregion Mosel. Also seien Sie gespannt.

Weinhaltige Grüße

Julia Bock

Fisch und Wein… oder Julia’s Experiment: Rotwein und Fisch

Michel Torino

Meine Weinempfehlung zu Fisch

Letztes Wochenende hatten wir wieder Freunde zu Besuch- für mich gibt es (fast) nichts Schöneres, nur stand ich mal wieder vor der Frage was ich meinen Gästen am besten kochen könnte. Da ich schon längere Zeit keinen Fisch mehr auf dem Teller hatte, war mein Entschluss schnell gefasst, zumal ich wusste, dass meine Gäste auch gern Fisch essen. Fisch ok, aber welchen? Ich hatte bislang noch nie eine Dorade zubereitet bzw. gegrillt, also wagte ich mich an dieses Experiment. Die gestellte Aufgabe war insofern schwer, als das ich doch gern mal einen anderen Wein zum Fisch präsentieren wollte… vielleicht ein Rosé oder einen Rotwein? Aber dazu später mehr…

Die Doraden habe ich per Internet bestellt. Jetzt hieß es also Fische ausnehmen, entschuppen und waschen und innen und außen ordentlich pfeffern und salzen. Im Anschluss habe ich den Bauchraum der Dorade mit geschnittener Petersilie und gehacktem Knoblauch gefüllt. Mit einem scharfen Messer habe ich dann jede Dorade 2-3 Mal schräg bis zur Mittelgräte eingeschnitten und ordentlich mit Olivenöl eingepinselt. Bis hierhin war das gar kein Problem und ging auch ziemlich flink. Jetzt noch Grillen… Bei 3 Grad Minus Außentemperatur und Schneetreiben hielt sich meine Lust den Grill anzuwerfen sehr in Grenzen. Also hab ich mir meine Grillpfanne geschnappt und los gings. Eigentlich auch keine Schwierigkeit, man sollte jedoch darauf achten den Fisch nicht zu scharf anzubraten… Ohne mich selbst loben zu wollen… das Ergebnis war recht passabel! Dazu gab es Rosmarin-Kartoffeln und knackig frischen Blattsalat. Sehr lecker! Geschmeckt hat es allen… Sie sehen, ich habe gut „erzogene“ Freunde, keiner wagte etwas anderes zu sagen 😉

Aber zugegebener Maßen lag mein Problem nicht in der Küche, sondern beim Wein. Jeder weiß ja um meinen vollen Weinkeller. Die Ansprüche meiner Gäste sind also immer hoch und meine Eigenen ja sowieso. Wie allgemein bekannt ist, liegt man mit einem Weißwein bei Fisch (fast) nie daneben. (nur bei Rollmops und ähnlichen würde ich auf Bier verweisen ;-))

Ein knackig-weißer Vina Sanzo Verdejo von Javier Rodriguez liegt bei mir immer griffbereit im Keller. Mit seinen intensiven Aromen von tropischen Früchte, von Maracuja, Zitrusschale und Minznoten erinnert mich der Wein immer an Sonne und Meer, und Meer passt also auf jeden Fall zum Fisch. Da ich über einen gut gefüllten Keller verfüge und noch einige andere Weißweine anbieten kann, hätte ich jetzt natürlich noch einen Michel Torino Traditional Torrontes oder einen Domain Ventenac Chardonnay anbieten können, die auch gut passen würden.

Das wäre aber zu einfach gewesen… ich wollte mal etwas anderes probieren: Es sollte ein Rotwein werden! „Wie ein Rotwein, dass geht ja gar nicht“ Ähnliches hörte ich zumindest von einem Teil meiner Gäste und ich schätze es wird auch der ein oder andere Leser vielleicht denken.

Da Fisch bzw. die gegrillte Dorade ja nach wie vor zu den eher leichten Gerichten zu zählen ist, kommt ein schwerer Rotwein natürlich erst mal nicht in Frage. Schließlich sollte der Eigengeschmack des Fisches nicht zu sehr vom Wein beeiflusst oder gar dominiert werden. Es sollte schon ein möglichst leichter, fruchtiger und gerbstoffarmer Rotwein sein, der dem Fisch noch genug Raum lässt. Ich habe mich dann für einen spanischen Rotwein, d.h. den Michel Torino Traditional Malbec/Tempranillo entschieden, der in meinen Augen hervorragend passt.

Das Abendessen war zu meiner Erleichterung ein kulinarischer Volltreffer- da war jetzt wieder das Eigenlob 😉 Sowohl meine Doraden-Premiere als auch der dazu gereichte Wein kamen- trotz anfänglicher Bedenken- durchweg gut an. Auch die Skeptiker haben sich auf einen Versuch eingelassen und es nicht bereut. Für mich hat dieser Abend mal wieder gezeigt, dass ein gut ausgewählter, leichter Rotwein auch zu Fisch ein hervorragender Begleiter ist. Manchmal muss man eben nur bereit sein, mal etwas Anderes und Neues auszuprobieren. Meine Gäste sind jedenfalls gespannt, was ich ihnen beim nächsten Mal präsentiere. Also probieren Sie doch auch mal bei der Kombination von Fisch und Wein etwas Neues aus. Vertrauen Sie auf ihren guten Geschmack, vielleicht haben Sie dann auch so ein Aha-Erlebnis. Und wie stehen Sie zu Fisch und Wein? Schreiben Sie mir, Ihr Feedback interessiert mich sehr!

In diesem Sinne weinhaltige Grüße!

Julia Bock

Wie gesund ist Wein und wieviele Kalorien hat Wein? Fragen und Antworten rund um das Thema „gesunder“ Wein

Ist Wein gesund? Das französische Paradoxon...

Ist Wein gesund? Das französische Paradoxon…

Immer wieder begegnet mir die Frage- Ist Wein gesund? Spezieller gefragt, ist Rotwein gesund, wieviele Kalorien hat Wein, also macht Wein dick, usw. Fragt man Franzosen und manch einen Wissenschaftler, ob Wein gesund ist, hört man ein überzeugtes „Oui“ oder zu deutsch ja! Obwohl Franzosen genußbetont und häufig auch spät Abends essen, auf Zigaretten nicht verzichten und gern und oft Wein trinken (ich weiß warum ich dieses Land liebe ;-)), haben sie im Vergleich zu anderen Industrieländern seltener Herz- Kreislauf- Probleme. Festgestellt wurde das vom französischen Mediziner Serge Renaud. Die Wissenschaft bezeichnet das als Französisches Paradoxon und sucht und findet die Antwort im Wein.

Im Wein kommen viele „gesunde“ Anti- Oxidantien, sogenannte Polyphenole, vor. Zu diesen Polyphenolen gehören das Resveratol und das Procyanidin. Procyanidin ist gut gegen Arterienverkalkung. Resveratol hält das Herz jung, hilft gegen Fettleber, erhöht das gute HDL- Cholesterin im Blut, hemmt die Virenvermehrung, bremst Krebs und Eiweisablagerungen im Gehirn. Zumindest bei Mäusen und Zellen. Die Wirkung auf den menschlichen Organismus insgesamt ist nämlich noch nicht mit klinischen Studien belegt. Stellt sich also die Frage, ob die Wirkstoffe wirklich in nennenswerten Mengen im Blut ankommen oder bereits vorher abgebaut werden.

Ist Wein nun also gesund? Gemeinhin wird angenommen, dass Chianti gut gegen Herzinfarkt und Riesling gut gegen Alzheimer sein soll, aber auch hier gibt es geteilte Meinungen UND es ist fraglich, ob die noch „gesunde“ Alkoholmenge von max. ein bis zwei Gläsern pro Tag die erforderliche Menge an Resveratol enthält um wirklich einen Effekt zu erzielen.

Resveratol und Procyanidin kommen natürlich nicht nur in Rotwein sondern auch in Traubensaft und Weißwein vor. Allerdings nur in geringeren Mengen, da diese beiden Stoffe vornehmlich in den Kernen und der Haut von Weintrauben und weniger im Saft vorkommen. Aus diesem wird jedoch Weißwein vordergründig hergestellt. Trotz des Vorhandenseins von gesunden Anti- Oxidantien im Wein, darf Wein nicht als bekömmlich verkauft werden, da er Alkohol enthält (EuGH- Urteil).

Nachgewiesen wurde auf jeden Fall in diversen nicht- klinischen Studien, dass Weintrinker weniger Herz- Kreislauferkrankungen haben. Fraglich ist nur, ob es tatsächlich am Wein liegt oder ob Weintrinker einfach insgesamt gesünder leben. Leise Zweifel sind angebracht, denn wir haben ja noch den Faktor Alkohol. Zum einen ist Alkohol- über Gebühr genossen- für sich selbst schon nicht wirklich gesundheitsfördernd, Alkohol wirkt z.B. blutdrucksteigernd. Genießer mit Bluthochdruck sollten also vorsichtig sein. Zum anderen schlägt Alkohol auch ordentlich in der Kalorientabelle zu Buche und hat eine hohe Energiedichte. Immerhin rund 660 kcl auf 1 Liter Wein, was zugegebenermaßen mehr ist als eine Tafel Schokolade hat. „ ‚Aufgrund seiner hohen Energiedichte wird Alkohol meist direkt in Fett umgewandelt, trotzdem nimmt man deshalb aber nicht gleich zu‘, sagt der Kieler Ernährungsexperte Helmut Erbersdobler.“ (Quelle)

Mit anderen Worten: In Maßen und im Rahmen einer gesunden Ernährung genossen, macht Wein auch nicht dick. Und so gilt bei Wein auch weiterhin: „Ein Gläschen in Ehren kann keiner verwehren.“

Und wem es nur um die Gesundheit und weniger um den Nebeneffekt beim Weingenuss geht, der sollte auf Weintrauben umsteigen. Die enthalten nämlich keinen Alkohol und dafür etwas mehr Anti- Oxidantien, auch wenn diese etwas schlechter als die im Wein „Verarbeiteten“ aufgenommen werden können.

Weinhaltige Grüße und weiterhin unbeschwerten Weingenuss!

Julia Bock

P.S. Wein verfügt übrigens auch über einige Vitamine, aber das führt hier zu weit… Vielleicht in einem anderen Blogartikel.

Best Blog Award… Ein Knüller- vielen Dank!

Best- Blog- Award

Best- Blog- Award für Wein-Knueller.de

Der liebe Jochen von Viva Culinaria hat mich oder besser gesagt meinen Blog kürzlich für den Best Blog Award nominiert. Dafür vielen Dank und einen Drücker zurück. Wer sich jetzt fragt, was der Best Blog Award ist, dem geht’s wie mir. Ich habe mich aber mittlerweile schlau gemacht. Das Prinzip ist ganz einfach. Im Internet gibt es ja bekanntlicherweise tausende von Blogs- klein und niedlich, mit viel Liebe aktualisiert und mit einer überschaubaren Anzahl von Besuchern. Gegen die „Großen Fische“- keine Chance und trotzdem so lesenswert… Deshalb gibt es diesen Best Blog Award. Den verleihen sich die Blogger untereinander. Einzige Bedingung: Der Blog darf nicht mehr als 200 Follower haben. Wie man den Best Blog Award „gewinnt“? Ganz einfach, so wie ich… 20 kleine Favoriten- Blogs, denn darum geht‘ s ja beim Best Blog Award- die besten Blogs im Internet finden- auflisten, das kleine Logo einfügen und anschließend noch 11 Fragen beantworten… Was ich jetzt hiermit mache und Sie können mich gleich noch ein bißchen besser kennen lernen.

Na dann mal los…

1. Was magst du beim Kochen lieber: Nachtisch oder deftige Gerichte?

Beides- wieso sich immer entscheiden? Beim Kochen ist es wie beim Wein, es gibt große Unterschiede und trotzdem kann einem beides schmecken…

2. Was ist dir wichtiger bei einer Person, die Persönlichkeit oder die Erscheinung?

Eins bedingt das andere, ich habe noch keine Persönlichkeit ohne beeindruckende Erscheinung kennengelernt. Wobei man der Ehrlichkeit halber ja zugeben muss, dass der äußere immer noch der erste Eindruck ist und in der Regel darüber entscheidet, ob man einen Menschen näher kennen lernen möchte.

3. Wann hast du den Blog gegründet?

Ich bin noch ein Frischling 😉 Im Dezember 2012 habe ich meinen ersten Blog veröffentlicht.

4. Welche Person hat dich bisher inspiriert, in dieser Welt mit etwas Neuem anzufangen?

Hier sollte jetzt wahrscheinlich etwas hochintellektuelles stehen, aber ehrlicherweise haben mich meine Eltern einfach so erzogen: Du willst etwas, also tu es. (stark verkürzt ;-))

5. Verfolgst du viele Blogs?

Einige Blogs lese ich regelmässig, über andere „stolpere“ ich bei Twitter oder Facebook.

6. Kochst du lieber selbst oder lässt du dich gerne bekochen?

Also wenn meine Eltern kochen lehne ich mich gern auch mal zurück- das schmeckt nämlich besser als in manchem Restaurant. Ansonsten koche ich jeden Abend für meine Kinder und meinen Mann und das mit viel Spaß.

7. Welches Buch liest du momentan?

Ich würde ja gern mal wieder einfach nur ein Buch um des Buches Willen lesen, im Augenblick stapeln sich aber diverse Fachbücher… Ich habe nämlich gerade nochmal ein Studium angefangen und das fordert viel Zeit! Das letzte Buch was ich gelesen habe war von John Irving- Gottes Werk und Teufels Beitrag.

8. Welches Kleidungsstück hat bisher am längsten in deinem Schrank überlebt?

😉 Das Outfit, was ich bei dem ersten Date mit meinem Mann anhatte.

9. Was ist dein Lieblingsrezept?

Das wechselt eigentlich ständig. Ich liebe die mediterrane Küche und koche auch meistens in diese Richtung, wobei richtig gute deutsche Hausmannskost auch nicht zu verachten ist.

10. Welche Eigenschaften einer Person sind dir in einer Freundschaft wichtig?

Ehrlichkeit, Humor, gegenseitiger Respekt

11. Was ist dein Lieblingsfilm?

Schlaflos in Seattle

 

Und hier jetzt meine kleine „Favoriten- Sammlung“. Ob wirklich alle unter 200 Followern sind, kann ich nicht sagen, lesenswert sind sie aber allemal.

http://www.schumanns-weinblog.de/ Eine Privatverkostung zum Mitlesen

http://www.weinbau-oenologie.de/ Wissenswertes rund um den Weinbau

http://olivenholz.blogspot.de/ Olivenholz und was man damit machen kann

http://sarahskrisenherd.blogspot.de/  Genuss ist eine Frage der Fantasie

http://verbotengut.blogspot.de/ Rezepturen für jeden Sündenfall

http://zinos-weinnotizen.blogspot.de/ Bordeaux- Fan und Verfechter traditioneller Rebsorten

http://hauptsachewein.blogspot.de/ Rund um den Wein und die Frage, was den Autoren schmeckt

http://pfalzweinproben.wordpress.com/ Wein ist Geschmackssache

http://wiegottindeutschland.blogspot.de/ Food- Blog einer in Deutschland lebenden Französin

http://weinblogpanamera.blogspot.de/ Spaß am Wein

http://sinichans-little-world.blogspot.com.es/ Glücksmomente in der Küche

http://budisfoodblog.wordpress.com/ Alles über Restaurants, Kochen und Wein

http://puregolds-blog.blogspot.com.es/ Kreatives in der Küche und mehr…

http://fraeulein-klein.blogspot.com.es/  Inspirationen, Dekorationen und mehr

http://winzerblog.de/ Sympatischer Blog rund um den Wein

http://lamiacucina.wordpress.com/ Koch-blog für Geniesser. Rezepte. Gourmandisen.

http://www.anne-art.com/blog/ Genuss, Kultur, Natur und Lebensfreude

http://www.dinnerumacht.de/ Leben.Genießen.Kochen… und darüber schreiben

http://www.cafeschoenleben.de/schoenesleben/ Ich backe anders…

http://hausmannskost.wordpress.com/ Kost für Hausmänner und ein bißchen Wein

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