Eine Weinmesse, mein Lieblingswinzer und jede Menge Wein…

 

Nun ist es ja schon wieder ein paar Wochen her, dass ich bei einer kleinen aber feinen Weinmesse in Köln war, die heute angekündigte Lieferung rief aber die Erinnerung daran wieder wach und mir fiel ein, dass ich darüber unbedingt etwas schreiben wollte. Nun bietet ja eine solche Messe per se genug Material um mehrere Blogs darüber zu schreiben. Angefangen von der Organisation über die Studien, die man bei einzelnen Weinhändlern da so betreiben kann… Naja ehrlich, darüber schreibe ich sicher nochmal etwas. Heute geht’s aber um etwas anderes: Den Winzer meiner Lieblingsweine- den Spanier Javier Rodriguez (habe ich ja schon ein paar Mal erwähnt ;-)).

Auf der Messe hatte ich aber das Glück ihn persönlich treffen und sogar interviewen zu dürfen- das Video hat zwar eine mehr als schlechte Qualität, zu sehen gibt es das aber trotzdem sicher bald. Es war wahnsinnig spannend den Mann hinter den Weinen kennen lernen zu dürfen. Javier- ich darf ihn jetzt so nennen 😉 ist ein sehr charismatischer und mitreißender Winzer, der seine Leidenschaft auslebt. In seinen Weinen steckt ein Teil von ihm. Besonders beeindruckend war auch sein Wissen über die von ihm bebauten Böden. Sicher, prinzipiell muss jeder Winzer seine Böden kennen. Javier Rodriguez geht allerdings noch ein ganzes Stück weiter. Er lässt tiefe Bohrungen durchführen, die durch mehrere Gesteinsschichten gehen um so die Bodenstruktur zu analysieren und die passenden Rebsorten auszusuchen. Nicht vergessen darf man dabei seine Studien, die er zu Windrichtung und klimatischen Einflüssen betreibt. Das mag zwar auf den ersten Blick sehr pedantisch klingen, führt aber zu  wunderbaren Weinen. Die durfte ich dann tatsächlich auch alle durchkosten- keine Sorge, der „Spucknapf“ stand bereit 😉 Es ist sagenhaft, wie sich die Handschrift Rodriguez durch sein gesamtes Repertoire zieht. Egal ob bei dem spanischen „Einsteigerwein“ Ibice oder dem exklusiven Nassos. Bei jedem Wein findet man seine Handschrift- viel Frucht, angenehme Tanine und eine leichte Vanillenote- wieder und trotzdem hat jeder Wein einen eigenen Charakter. Rodriguez kann man in meinen Augen durchaus auch als Pionier des modernen Weines bezeichnen. Für den Lacrimus 5 hat er beispielsweise ein eigenes Fass designt. Nicht damit der Lacrimus 5 besonders formschön lagert, sondern damit er in nur 5 Monaten Lagerung im Holzfass die Komplexität eines weitaus länger gelagerten Weines erhält, aber trotzdem nichts von der jugendlichen Frucht verliert. Das Interessante ist auch der Boden, auf dem die Tempranillo- Rebsorte für den Lacrimus wächst. Der befindet sich nämlich im Cidacos Tal in Nordspanien, wo man so viele Dinosaurierknochen, wie sonst nirgendwo in Europa gefunden hat. Man kann also sagen, der Tempranillo wächst auf einem der ältesten Terroirs Europas. Mehr als 500m über dem Meeresspiegel liegt der Weinberg und bekommt so durch die Tag-Nacht- Temperaturunterschiede eine sehr komplexe Struktur. Javier Rodriguez achtet auch bei diesem Wein auf eine sehr hohe Qualität, so dass nur wenige Trauben in die Presse gelangen. Die Auflage dieses Weines ist also ziemlich limitiert und ich freue mich umso mehr, dass ich seine Bekanntschaft gemacht habe und davon also ein paar mehr bekomme 😉 Und da er sich bis zu 12 Jahre lagern lässt, werde ich noch viiiel Spaß beim Trinken mit diesem Wein haben! Etwas möchte ich Ihnen aber noch mitgeben und damit den heutigen Blog schließen. Denken Sie ab und an einfach an folgendes Zitat von Javier Rodriguez und genießen Sie jeden Augenblick!

„Mit Wein ist es wie mit einem schönen Tag. Die Erinnerungen sind das Wichtigste. Der sich nach einer halben bis zwei Minuten nach dem Trinken entwickelnde Geschmack des Weines entscheidet, ob er gut ist.“

Insofern wünsche ich Ihnen viel Spaß beim „Nachschmecken“ des heutigen Tages und beim Genuss eines vorzüglichen Weines!

Julia Bock

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