Marsala, Weißwein und Regen…

Tag 17: 08.09. Marsala… Stadt und Wein

Marsala

Marsala… Hier trotze ich dem Regen und genieße Stadt, Essen und Wein

Heute Morgen war es noch kälter und es hat geschüttet- für hiesige Verhältnisse. Mit anderen Worten: Es waren 24 °C und ca. 20 min feiner Nieselregen. Also bin ich sofort panisch nach dem Frühstück in Richtung Marsala aufgebrochen (da war volle Sonne) und habe es per Rad erforscht. Eine schöne Stadt! Am schönsten für mich war jedoch die belebte und betriebsam summende Piazza. Natürlich habe ich mich beim bekanntesten und mit ältestem Marsala-Hersteller Florio umsehen wollen, aber offenbar in der Erntezeit nur mit Anmeldung. Also nur den sehr schönen Shop besucht, bissle was zum Kosten gekauft und gut.
Dann einfach wieder fauli-mässig an den Pool (ohne rein zu gehen) und die Planung für die kommenden Touren und Tage gemacht. Da ich zwischenzeitlich schon anfange, mit mir selbst zu reden, und dies für nicht unbedenklich halte, werde ich sicher schon in 2 Wochen zurück sein. Ich werde also letztlich einen Monat unterwegs gewesen sein. Die Toskana und Friaul (auch da gibts tolle Weißweine) will ich mir für die Familie aufheben und ein paar Sachen im Süden schaue ich mir noch an.

Bio- Bio

Reben

Komplett andere Rebenerziehung

Der heutige Tag klang dann aus bei einem Aperitif in einer anderen Bar – mit Selbstbedienung bei den kleinen Appetithäppchen, dann dem Kauf einer schönen Keramik und dem anschließenden Essen bei „Alla Kasbah“ – diesmal ein schöner gemischter Fischteller und der übliche Bio-Grillo-Weisswein sowie seinem Abschiedsglas eines Passito von der Insel Pantellaria. Angenehmer Typ der Inhaber, auch bei der Rechnung, heute sollte es nur noch 25.-€ kosten.
Im Übrigen habe ich mal von Settesoli den Mandrarossa Syrah und Nero d’Avola verkostet. Beides sehr nette Rotweine, aber eben typisch internationalisiert. Soll heißen, auf den Geschmack des werten internationalen Publikums zurecht geschliffen. Das trinkt sich gemütlich und ohne Tiefpunkte, das ist mit 6-8.-€ reuelos bezahlbar, aber da ist nix mehr drin von der Typizität Siziliens, da steckt kein Kampf der Rebstöcke um Wasser im trockenen Klima. Die Rebstöcke werden bewässert, somit gibt es höhere Erträge was fehlt ist die Kantigkeit der harten Erd- und Steinformationen, die sich auch im Wein zeigt. Also, habe ich für mich entschieden, muss ich hier evtl.mal aus dem schönen Preislevel raus und gehe lieber auf die interessanteren und typischeren Hersteller und setze hier komplett auf Bio! Dazu setze ich mich nochmal mit Donnafugata (hoch internationalisiert und professionell) auseinander und treffe ich mich in ein paar Tagen noch mit einer Bio-Winzerin, deren Weinberge in 3 Gebieten liegen…dazu später.

Tag 18: 09.09. Auf nach Ragusa

Mittelprächtig geschlafen… heute geht’s zum letzten 3-Tage-Aufenthalt nach Ragusa. Also packen, Sachen im Auto verstauen und auf zum Frühstück – ein Minibrötchen mit Salami und Käse und ein schlechter Automaten-Capucchino..

Olivenbaum

Mein Olivenbaum für den Garten? Ca 600 Jahre alt vor dem Concordiatempel- ein Tempel für die Göttin der Eintracht

Tempel

Tempel über Tempel!!! Und was sind das für Löcher in den Säulenteilen? Zum besseren Ineinandersetzen?

Die Städte Marsala, Mozia, Palermo und Solunto waren phönizisch-punisch. Erice, Segesta-Calatafimi und Entella waren elysisch und der Rest griechisch, also auch Agrigento. Und was Tempel betrifft, hat man hier richtig zugelangt. Einer am anderen, quasi ein Tal der Tempel. Dazu kommt eine ausnehmend schöne Lage mit permanentem Wind. Also hat sich das neue Agrigento gleich etwas drüber angesiedelt und kommt richtig hübsch hässlich rüber. Bleiben wir also beim historischen Teil und lassen Bilder sprechen. Am schönsten für mich aber wieder die 600 Jahre alten Olivenbäume- sehr sehr schön! Ich möchte bei uns auch gern eine nälteren Olivenbaum integrieren… mal die eigene Frau fragen. 😉

Kirche und Zwiebeln

Unten links- ein typischer Kirchenneubau Oben rechts- Zwiebeln ohne Ende der Rest- wirklich schöne Strände

In jedem Fall war das mal eine kleine 10km-Wanderung… und so sollte es heute weiter gehen.
Danach bin ich erstmal in einer kleinen Stadt weiter gefahren. Dort habe ich Brot, Tomaten und scharfe palermische Salami gekauft und somit für morgen Mittag alles abgesichert. In Ragusa etwas am Rande der oberen Stadt in einem hübschen Design-Hotel für knapp 47.-€ incl.Frühstück eingecheckt und dann auf in die Unterstadt bzw.Ragusa Ibli.

Treppenstadt Ragusa

Ragusa

Ragusa, die Treppenstadt… schöne Gebäude aus dem 17. Jh. und viel Sanierungsbedarf

Wow, das war ein Lauf! „Hoch-runter-Treppen-Straßen!“ Kaum ein ebener Teil. Als ob es einen Wettkampf gab zwischen denen, die nach einem verheerenden Erdbeben (17.Jh.) die Stadt wiederherstellen (verschachtelt, heute Ibli) oder neu (barockgeordnet mit geraden Straßen) aufbauen wollten. Deshalb wurden 16 gewaltige Kirchen aufgebaut und gewaltigst ausgestattet und innen bemalt. Nach der Dritten war es gut für heute. Auf zum Restaurantsuchen und Aperitiftrinken!
Haha, wieder eine Enoteca gefunden, die mir zu einer gemischten Platte vom schwarzen Schwein aus Modica (nahe Ragusa) und für die Pasta mit eben diesem Schweinchen einen schönen Grillo gibt. Die armen belgischen Nachbarn mussten den internationalisierten Weißwein (ich glaube es war Chardonnay) trinken. Naja, kann ja auch gut sein…

Essen gut, Weißwein gut, alles gut!

Weißwein

Jeden Abend wieder… lecker Essen und trinken! Mit einem im Fass ausgebauten Weißwein

Aber ich hab sie erwischt, der Weißwein war im Fass ausgebaut – hat sie sofort zugegeben. Passte aber „leider“ echt gut zu der getrüffelten Wurst (Mortadella?) und der schönen Salami mit schwarzem Pfeffer und der super Feige mit zartestem Speckmäntelchen und dem Honig der schwarzem Biene. Klingt dramatisch und hat auch so geschmeckt.
Und weil ich Holz nicht soooo sehr beim Weisswein mag, nehme ich einen Rotwein und bekomme einen Rapallo oder so… Muss wieder etwas autochthones sein. Der bekommt mit den obligatorischen 2 Icecubes einen sehr feinen Geschmack nach Kirsche und bissle Mandel… und ist wirklich zu kalt. Aber Irgendwie sollte ich noch den Nero testen, nur wann?
In jedem Fall waren das wahrhaft wieder bissfeste – die können das Alle! – breite Nudeln mit dem wilden schwarzen Schwein als Ragout. Wirklich guten Stücken und Basilikum… auch wieder oberlecker.
Morgen muss ich Hardcoreradeln!

Der Manager- Papa

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