Auf Wiedersehen Sizilien- auf nach Apulien… dazu jede Menge Oliven

Tag 23: 14.09. Taormina

Weinlese

Taormina hat eine bezaubernde Lage und eine tolle Bio- Winzerin… und genau zu der fahre ich mitten in der Weinlese- ein Traum!

Heute dann nochmal kurz aufs Radl, um das viel gerühmte Taormina anzusehen…irrsinnige Lage auf dem Berg unmittelbar am Meer-touristisch..
War eine nette kleine Tour mit vielen Höhenmetern. Danach wollte ich an den Strand. Das Problem war, dass der Hotelstrand bewacht wurde und mir am Eingang für das Handtuch 3.-€ (ich hatte ein eigenes mit) und dann noch 3.-€ für eine Liege abgeknöpft werden sollten… da wurde ich schwäbisch und ging 150m weiter zum öffentlichen Strand.
Dann zum Weingut Vivera am Etna… Tolle Weine von Ätna, Corleone und aus dem Ragusa-Gebiet. Jeder- incl. des wahnsinnig mineralischen Rosé- bemerkenswert, so aber auch die Preise. Alles von und mit Ätna UND biologisch verdoppelt den Preis einer Flasche, die dann mal schon 18.-€ kostet. -.-

Bio Bio

Nerello Capuccio

Hier wird 6 Wochen vor der Ernte nochmal richtig reduziert, damit die ganze Kraft in die verbleibenden Beeren geht… gut, aber teuer. Der Rote ist ein Nerello Capuccio vom Ätna. Hier wird alles von Hand geerntet.

Vivera

Weingut Vivera- modernste Anlagen und ein schönes Barrique- Fasslager (französische Eiche von Moirreau)… gut, aber… 😉

Wird schwer. Aber, die Winzerin hat auch Weine wie einen Ätna-Weißen mit Chardonnay von Corleone und da wird’s richtig leicht (nicht so massiv mineralisch) und preislich bei 8 € bis 9.€. Ich habe in jedem Fall was zum Verkosten mitgenommen und dazu 2 Olivenöle von verschiedene Oliven. Ich freue mich schon auf die Verkostung. Und ich sehe die Notwendigkeit des biologischen Ausbaus… Der kostet halt.
Lustig war, die Winzerin Loredana sprach besser englisch als ich (keine Kunst) und französisch außerordentlich schnell mit Italienischem Dialekt, aber Italienisch war sie eine Uzzi…aber da war ich eh chancenfrei.

Auf Wiedersehen Sizilien

Apullien

Die Diva Ätna zeigt sich zum Abschied nochmal ohne Wolkenhäubchen… jetzt gehts ins Land der Trulli (das sind die Rundhäuser und nicht die Mehrzahl von Trullas ;-))

Insgesamt war die Insel schön … es war gut, dies so zu tun … ich werde sicher mit Heike nochmal paar Dinge anschauen (zB. Palermo) und viele auch nicht…
Es wird Zeit für mich, zu gehen!
Auf nach Puglia…

Tag 24: 15.09.

Heute war das große Umsetzen dran. Von Sicilia nach Pugliai. Immerhin 550 langweilige Kilometer mit dem Auto und dies teilweise auf Landstrassen. Jedenfalls hat sich die feuerspeiende Diva namens Ätna nochmal gezeigt.

 

Dorf in Italien

Eines der fünf schönsten Dörfer Italiens… Cistericeno… oder so 😉

Unambitioniert bin ich gegen 15:00 Uhr angekommen, habe ein schönes Zimmer gezeigt bekommen und bin dann aufs Radl und zu einem der 5 schönsten Dörfer Italiens… Ja, war ganz ok., aber das Andere in Umbrien gefiel mir besser. Immerhin waren es 200 Höhenmeter.
Schön war der entspannte Abend mit Wein und Vorspeisen draußen und den beste Oliven ever ever ever…

Nö, die waren ohne Haltbarkeitsverlängerer, einfach genial! Auch hier zeigt sich mal wieder, welche Vorteile der biologische Anbau von derlei Zeugs hat.

 

 

Es wird immer besser

Oliven

Essen unter Oliven… ich bin verliebt in Apullien

Dann im Restaurant kam es noch besser:
Erstens ein „Reisnudelsalat“ mit grünen Bohnen, getrockneten Tomaten und Zitronenzesten und dem fruchtigeren Olivenöl (ich hätte das andere genommen, aber er sagte: Frucht zu Frucht, bitter zu Fleisch).
Danach so eine Art Flankensteak in dicke Streifen geschnitten mit einem Salat…davor eine Flasche Weißwein (hab ich mit Studenten geteilt) und eine Rote (vor der sitze ich noch) ..wow, bin gleich breit…
Trotzdem richtig interessantes Öl… der vielgerühmte Locorrotondo war net schlecht… muss ja nicht alles mögen..

Tag 25: 16.09. Ich bin verliebt in Apulien

Sicilia war schön, aber ich bin hi

er, sehe die vielen schönen weißen Gebäude, die teilweise integrierten Trullis und vor allem diese vielen, wahnsinnig alten Olivenbäume. Die Besitzer sprechen davon, sie seien um die 600 Jahre alt. Das heißt auch, Sie haben
– beide Weltkriege und die Gründung des italienischen Staates im 19.Jh. als Methusalems erlebt,
– beim diese Region beeinflussenden Erdbeben um 1738 schon als alte Bäume die Oliven verloren,
– sind in der Zeit des 30-jährigem Krieges um die 200 Jahre alt gewesen,
– waren bei Luthers Übersetzung des Neuen Testamentes (1522) und der ganzen Bibel (1534) ins Meissnerische Kanzleideutsch (also DAS Standarddeutsch!) so alt, wie wir gesund gern werden würden (also 100) und
– wurden um die Zeit des Konziles von Konstanz (1414-1418) zur Beendigung des Abendländischen Schismas gesetzt.

 

Was für eine Lebenszeit, die sich in den Stammformen wieder findet..

Und ich liebe Bäume…

Oliven

Oliven, Oliven, Oliven… wohin das Auge blickt

Vor allen anderen jedoch diese schönen, durchsetzungsstarken, hornalten, Brände, Kriege, Trockenzeiten, Regenperioden überstehenden ungepflegt- natürlichen Olivenbäume!
Und so hatte ich heute eine Flachetappe mit ca.200 Höhenmetern, die für mich die entspannteste Radtour seit langem war. Es waren ca. 28- 34 °C, schöner Wind, sonnig, fast eben und überall Steinmauern und Olivenbäume auf einem ausgewiesenen Radweg (mit vielleicht 20 Autos in 2 Stunden).
Zurück gekommen, geduscht, für ca. 2 Stunden eine Siesta gemacht und dann für die kommenden 3 Tage ein Quartier (in Apulien!) ausgewählt. Ich habe Traubenmost gekauft, getankt und mich auf den Aperitif und das Essen vorbereitet.

Apulisches Essen… natürlich mit Oliven

Da gabs zu einem schön-leichten apulischen Prosecco nach den kleinen Vorspeisen und leckeren Oliven… Antipasti halt:

Hotel

Das erste jemals von mir fotografierte Hotelzimmer… Absolut empfehlenswert!

– Kartoffelmus mit Olivenöl und angeschwenktem Spinat mit Oliven
– in Olivenöl gebratene Paprikaringe mit Kapern
– Frischkäse mit Ruccola, Mandeln und Honig
-Pizzastückchen..
Danach:
Orecchiete mit Mandeln bestreut in einer Zucchini-Minz-Creme
Und zuletzt:
Eine halbe grillte, mit Olivenöl besprühte Aubergine mit einem Mozzarella und Tomatenhälften sowie ein schöner gemischter Salat mit Zitrone ne Olivenöl

Hatte ich schon erwähnt, dass ich auf einer apulischen Masseria (Pachthof) namens Narducci untergebracht bin und das jedem empfehlen kann (für 2-3 Nächte)!

 

Tag 26: 17.09. Vieste- Hauptstadt des Gargano

Vieste

Vieste und jede Menge Trulli… einfach bombastisch Land und Leute in Apullien

Heute ging es in einer Spontanentscheidung über viele Zwischenziele nach Vieste – das ist am Stiefelsporn Italiens.
Das waren die Zwischenziele:
– Locorotondo und Alberobello als wesentliche Städte des Trulligebietes
– Andria – Lieblingssitz von Kaiser Friedrich II. und Grabstääte von 2 seiner 4 Frauen
– Castel del Monte als von Friedrich II. initiiertes Bauwerk die reifste Schöpfung der staufischen Pfalzbaukunst und eines der bedeutendsten mittelalterlichen Architekturdenkmäler überhaupt – beeindruckend die exponierte Lage in der Landschaft
– Foggia – 1222 verlegte Friedrich II. seine Residenz von Palermo nach Foggia (nach dem Erdbeben 1731 ist vom Residenzschloss nur noch der Portalbogen erhalten)
– Manfredonia – von Manfred, Sohn Friedrich II. anstelle der beim Erdbeben 1223 in einen Sumpf verwandelten antiken Stadt Siponto neu gegründeten Stadt, deren Fertigstellung er wegen einer für ihn tödlichen Niederlage gegen die Anjous in Beneventum nicht mehr erlebte.

Ein Schwabe in Italien

Zwei interessante Aspekte bei dieser ganzen Stauferei Friedrich II. -die Italiener nennen ihn den Schwaben (Svevia…was aber sicher von dem westgermanischen Stamm der Sueben kommt?)- wurde mit 3 Monaten an die Herzogin von Spoleto übergeben und wuchs auf in Foligno… Meinem willkürlich gewählten Startort dieser Rundfahrt.

Wie auch immer, Ziel war Vieste, von dem ich außer ersten Eindrücken noch nichts sagen kann – außer, dass es schön liegt..

Auch hier gibts „lecker Essen“

Deswegen noch eine kleine Radtour durch und dann zum Essen in die Stadt.
Ich habe heute so normal Bresaola mit Ruccola und Orcchiette mit Gambas gegessen (und am Ende noch Bruschetta mit einem Sprizz nachgeschoben), dass nichts erwähnenswertes zu erwähnen ist – außer dem sympathischen Wirt (das ist eine komplette Geschichte für sich, die ich, wo auch immer erzählen werde) und der völlig desinteressierten jungen Kellnerin, die mit Augen und Körper schon weg ist, wenn sie noch den Teller hinstellt, sich aber aufopfernd und höchst interessiert um das kleine schreiende Kind am anderen Ende der Terrasse bemüht- die hat ja schonmal eine klare Vorstellung von Ihrer Zukunft..

Vollmond in Apulien

Meer

Traumhafte Blick… egal wo in Italien

Auffällig wurde mir aber am Meer sitzend, dass ich plötzlich Vollmond über dem Meer sehe…d.h.bei uns steht er jetzt über dem Tiefenbachtal und bei meinem Start war das wohl auch so…sind 4 Wochen (fast) um?!
Jedenfalls schaffe ich die 6 Wochen nicht, weil ich mit meiner Familie und deren Großfamilie das jährliche Familienwandern mitmachen möchte, nochmal meine Kinder danach heimsuchen will und Anfang Oktober ein interessantes Gespräch habe. Kurzum  es zieht mich zu meiner Familie.
Und jetzt habe ich meine angemessen kleine Rechnung bezahlen wollen, der noch ein Limoncello mit Mandorlas vorausging, da hat er mir noch 15% vom Rechungspreis gestrichen, das „Du“ (er spricht deutsch!) angeboten und mich zum nächsten Abendessen doch in sein Restaurant gebeten… und das werde ich annehmen, weil der Typ einfach so klasse ist!

Der Manager- Papa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dew Drop- (Kirsch-)Wein einmal anders
[caption id="attachment_1085" align="alignleft" width="133"] Dew Drop... Alles Kirsche, oder was?[/caption] Ein Kirschwein im Wein-Knueller- Quartier Alles Kirsche oder was? Die Frage stellte sich mir vor kurzem, als ich von Matthias Poja [...] mehr