Pompeji, Vespas und eine Dorade

Tag 6: 28.08. Pompeji grüßt

Wieder zeitig raus…auf nach Pompeji!

Wunderschön... Pompeji

Pompeji… Geschichte, Kultur und jede Menge Sonne

Die anfangs wenigen Vespas und Autos – Italiener habens nicht so mit schon 08.00 Uhr am Sonntag losfahren- täuschen nicht drüber hinweg, dass die schlussendlich 50km heute allein wegen der Auspuffgase der Vespas schlecht riechend werden…außerdem arbeite ich mich durch Vorstädte und sehe trotz Sympathiebrille viel ungewohnten Umgang mit Abfall und eine andere Auffassung, wann ein Haus noch oder schon bewohnbar ist.

Die Hupe: Des Italieners liebstes Musikinstrument

Dafür klingen mir die Ohren heute! Der Italiener mit motorisiertem Fahrzeug hupt öfter in einer Stunde als ich bei meinen 35-65.000km pro Jahr in meinem ganzen Autofahrerleben…ergo, er hupt ständig – hier sähe ich einen Ansatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Ausstattung aller Fahrzeuge mit automatischen Hupen oder rund um das Lenkrad/den Lenker angebracht. Er hupt aus vielen Gründen:
Um zu zeigen, dass er sich an ein Feindfahrzeug mehr als 10/5/1m annähert; in 30-Sekunden-Abständen, um den vor ihm fahrenden Radfahrer zu zeigen,

    • dass er da ist und in den nächsten 10min überholt;
    • ihm dann zu annoncieren, dass er es vielleicht doch gleich macht;
    • zwischendurch, um Bekannte zu grüßen, andere darauf aufmerksam zu machen,
    • dass er Bekannte hat oder vielleicht gleich Bekannte treffen wird;
    • nach dem Überholvorgang, um Allen von seinem Erfolg zu berichten;
    • Anderen, vor allem mit Sehmängeln, darauf aufmerksam zu machen, dass er da ist;
    • aus purer Lebensfreude…

Und jetzt stelle man sich bitte vor, dass dieser Hupvorgang jedes einzelnen Autos begleitet wird von Vorgängern, der sie zwischendurch überholenden ca.15-20 Vespas und entgegen kommender sowie vor allem kreuzender Armaden von Autos begleitet mit sie umschwärmenden Vespas…das ist eine Hupen-(und Vespa-Abgas-)Kakophonie sondergleichen!
Aber man erschrickt nach kurzer Zeit nicht mehr und lernt schnell, einen wirklich betreffendes Hupen herauszufiltern.
Und ALLE fahren umsichtig und aufmerksam gegenüber den wenigen Radfahrern, da alle nach der Chaostheorie fahren und die Schilder eh nur als Hinweis betrachten, was hätte sein können…und weil, dies von allen Verkehrsteilnehmern erwartend, vorsichtshalber jeder auf jeden achtet! Ich habe jedenfalls bisher keinen Verkehrsunfall gesehen.

Pompeji- Tragödie und Kultur in einem

Touristische Attraktion- Pompeji

Pompeji am frühen Morgen lohnt sich! So bleibt man von Touristenschwärmen verschont!

Irgendwann mit einem Klingeln im Ohr bin ich dann in Pompeij angekommen, habe mein Rad mit kleinem Bauchgrummeln an einen massiven Zaun angeschlossen und diesen eindrucksvollen Ort besucht – er ist seine 13.-€ Eintrittsgeld jedenfalls wert, auch wenn ich dauerhaft das beklemmende Gefühl hatte, den größten Friedhof der Welt zu besichtigen…und hier überwog nicht die Ruhe und der Frieden sondern es war ein tödliches Unglück, welches auch noch durch entsprechend gefundene Getötete illustriert wurde. Also – dies ausblendend – fand ich die schöne Baustruktur der römischen Villen mit Atrium, Mosaiken, pastellenen Wandmalereien, schöner Begrünung und Wasserspielen sehr anregend..so würde ich auch wohnen wollen..rundherum interessant, besichtigungswürdig, beeindruckend..
Dann führte mich meine heutige Tour in Richtung Amalfiküste ans Meer, aber die Strände waren einfach belegt, mit typisch italienischen Bädern, Einlass, Umkleidekabinen…also so stark organisiert, dass ich mir das Mittelmeerbaden für einen anderen Ort aufgespart habe, zumal ja mein Rad mit mir war..
Rücktour bei 37 Grad in der brütenden Hitze von Basaltstrassen und Häuserschluchten führte zum Wasserverbrauch von 2,5 Liter und war sonst keine Bemerkungen wert.
Jetzt am Pool bei der Siesta und heute Abend will der Chef vom Lava Nova das dritte Menü zusammen stellen…mich freuts..

Lava Nova, die Dritte

Dorade im Lava Nova

„Never Change a winning team“ und so lande ich wieder im Lava Nova… Was soll ich sagen, der Koch hats einfach drauf!

Los geht es mit einem Prosecco mit Knuspergebäck (Kümmel, Fenchel, Kräuter)- „Stößchen“ 😉
Antipasto waren gegrillter Tintenfisch auf einem mit Tinte schwarz gefärbtem Kartoffelmus mit karamellisierten Lauchringen…Klasse!!! Dazu der Greco Di Tuffo…
Weiter ging es mit einer Velouté (gebundenes Kräutersüppchen) mit Scampis (ohne geröstete Knoblauchscheibchen).
Und ich trinke jetzt den Falanghina und finde ihn, obwohl der Greco weitaus größer ist, angenehmer, fruchtiger, leichter und sommerlicher…Hoch lebe der einfache Wein Falanghina!
Und weil in meinem Bäuchlein noch Platz ist gibt es Pagello = Dorade mit gerösteten schwarzen Oliven und Tomaten und gefüllt mit Salbei…leckerst! Aber Arbeit… 😉

Italienischer Wein

So kanns bleiben

Passito de Sicilienne zum Abschluss…das ist die Sonne Siziliens, ein fruchtsüsser Verführer, ein Dessert vom Feinsten in Weinform…
Und heute wars wegen der Dorade natürlich bissle teurer im Lava Nova.
Und zum Abschluss sitze ich in der Hotelterrassenbar ganz oben und genieße die Kühle beim Absacker…

Der Manager- Papa

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