Sizilianische Geschichte zum Anfassen

Gebündelte Weißheiten und ein bisschen Geschichte in zwei Tagen

Viele Eindrücke, Gedanken und Geschichten sammeln sich auf so einer Reise, bei vielen denkt man, sie sind schreibenswert, andere vergisst man und holt sie später wieder hoch. Heute habe ich mal zwei Tage zusammengefasst. Ich habe hier viel Gelacht, viele historische Geschichtsstätten gesehen und wie immer die italienische Kulinarik genossen. Wenn ihr noch Tipps habt, was ich mir in den nächsten Tagen auf Sizilien unbedingt ansehen, erradeln oder verkosten sollte… immer her damit!!

Tag 15: 06.09. … Quartierverlegung in den Südwesten

Hotel auf Sizilien

Neues Hotel… Gute Laune 😉

Da kommt erstmal der Höhepunkt: Hotel mit großem Pool und pünktlich 17:23 Uhr fängt ein leicht dickbäuchiger Typ mit orange Spiegelbrille und „Gaksch aufm Kopp“ mit luschdiger Wassergymnastik zu lauter Musik an… und 20 Urlauber machen mit… Der Typ hat eine azurblaue Badehose an, mit dem Italienschriftzug drauf…einfach Hammer!

Zur Krönung setzt sich der Bademeister (s. Bild) auf den Beckenrand und lässt weiter wie die letzten 80 min ab und an seine Trillerpfeife erklingen, um regelmäßig seine Landsleute darauf hinzuweisen, dass sie sich die Füße vor dem Beckensprung abzuspülen hätten und jener nicht vom Rand zu erfolgen hätte.
Gaaanz großes Kino! Ich merke, dass manche Klischees auch im 3.Jahrtausend Bestand haben und ich zwingend Alkohol brauche oder mich intensiv ablenken muss, um nicht brüllend loszulachen. Also lese ich Tommy Jauds Geschichte „Überman“ und muss auch lachen… und werde immer wieder gezwungen zu kucken…

Entspannung pur!

Donnafugata bei Marsala

Donnafugata… das bekannteste sizilianische Weingut bei Marsala… viel zu teuer!

Mazara del Vallo

Mazara del Vallo- eine stark arabisch beeinflusst Stadt

Ansonsten war es bis hierher normal, es gab einen schönen Blick auf das Bergdorf Erice und bei Marsala ein Blick auf das dortige Weingut von Donnafugata, wo mir ob der Preise gleich mal alles vergangen ist (dann besser den Wein trinken!!) und ich auch nicht die Stunde auf die Führung in Italienisch warten wollte.

Danach bin ich im arabisch-normannischen Mazara del Vallo (linkes Bild) gelandet. Geschichte pur! Hier findet man den damaligen Hafen von Selinunte (Erinnerung 409 v.Chr. von den Trojaaussiedlern zerstört) und eine nette Altstadt. Mal schauen, wie das Essen sein wird.

Essen

Lecker Essen!! Dazu ein bisschen sizilianische Mentalität- eine handgeschriebene „Karte“

Aperol Spritzz con Aperitifo…ist also mit kleinen Lustigkeiten..
Da wir im arabisch beeinflussten Teil sind, wird’s heute mal Couscous mit Lamm, dazu ein lokaler weißer Gataratto von Milazzo „Terre della Baronia“

Tag 16: 07.09. Endlich mal wieder richtig radeln…

Heute habe ich eine größere Tour geplant und viel Glück beim Wetter. So treffen mich die ersten 20km immer am Meer entlang so ca.100 Mini-Regentröpfchen. Soll heißen: Heute gibt’s den ganzen Tag keine pralle Sonne, sondern schön bedeckten Himmel. Am Ende fühlen sich heute am Vorabend die 29 °C so kühl an, dass ich lange Jeans anziehe…Huhuhuuuu, ich will nicht ins Kalte zurück und bleibe hier!

Selinunte und eine kleine Geschichtsstunde

Geschichte pur in Selinunte

Im Osten Tempel und im Westen Tempel und Buranlage (Akropolis) und Häuser… Geschichte pur

Also 09.00 Uhr auf das Rad und ab nach Selinunte. Hier verloren 409 v. Chr. (16.000 Tote) die punischen Gegner der Trojavertriebenen aus Selesta mit ihren kathargischen Verbündeten und wurden dann noch erdbebenmässig so durchgeschüttelt wurden, dass die ganze Stadt letztlich in den Sanddünen unterging. 400 Jahre vorher wurde die Stadt von griechischen Kaufleuten gegründet und sehr reich. Was letztlich, wenn man den helenaverursachten Grundh

Sizilianische Wolken

Selbst bedeckt wunderschön… der Himmel über Sizilien

ass der alten Elymer bzw. Trojaner gegen die Griechen vernachlässigt, wahrscheinlich eher die Ursache für das Bündnis des damals wahrhaft starken Kathargo mit Selesta war.
Also Radl draußen angeschlossen, durch die Tempel- und Ruinenpersonifizierte Geschichte geschlurft, dann auf die Küchenstufen einer Ruine gesetzt und mein Mittag (2 Tomaten und Panini rustico) genascht und dann zurück auf der Provinzstrasse: 74km- schöne Tour!

Essen fassen… leichter gesagt als getan

Danach das Übliche: Duschen, eine kurze Siesta und auf zu Aperitif und Abendessen…ist aber erst 18.00 Uhr…jetzt habe ich das Städtle ca.5x in alle Himmelsrichtungen durchforscht und finde mich bei den kasbahartigen Gassen nicht zurecht. Also erfolgt eine  Stärkung bei einem Glässle Cataratto.
Und dann zum gestrigen kulinarischen Erfolg… Ich bin wirklich konservativ, ich kann die Touristenmenüs für 30.-€ nicht wirklich genießen. Selbst mit einer kleinen Flasche Wein, Wasser und einer Hauptspeise, heute Busuata mit roten Gamberos (und selbst verordnetem Chili) bin ich beim gleichen Preis! Aber es ist individuell und schmeckt. Dann bekomme ich schon mal von der Insel Pantelleria einen Passito- was für ein volles Maul an Geschmack! Sowas genießt man bei uns leider nicht wirklich, weil ja Süsswein… Hammer, Hammer, Hammer!
Ich hopse übrigens die ganze Zeit um Keramiken von einer richtigen Künstlerin rum..und die lässt nicht/ kaum mit sich handeln… aber morgen ist auch noch ein Tag. Ich will die in unsere künftige Küche integrieren… Oder ins Gartenzimmer… oder…

Der Manager- Papa

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