Ätna & Syracusa: Herausforderung & Geschichte

Zweit Tage, zwei unterschiedliche Erfahrungen: Der Ätna- meine persönliche Herausforderung- ich meister sie! Syracusa- historische Stätte- sehenswert, liebenswürdig, quirlig…

Tag 21: 12.09. Grüne Energie auch auf Sizilien

Ca. 100km durch das sizilianische Hinterland nach Syracusa..
Eine landschaftliche reizvolle Tour, wenn da nicht im weiteren Hinterland die vielen Windräder wären. Jeder kennt meinen politisch nicht korrekten Hass auf die Dinger: Landschaftsverschandelnd müssen die Betonpfähle und Masten irgendwann entsorgt werden. Nur sind dann die einzelnen Betreiber-GmbH’s verschwunden, insolvent oder was auch immer und werden die Entsorgung der geneigten Allgemeinheit überlassen. Von den 50-70 Teilen da auf den Bergrücken drehte sich mangels Wind kein einziges. Glücklicherweise haben die Planer die Küste mit Dauerwind bisher davon verschont. Überraschenderweise findet sich in der europäischen Gegend mit den meisten Sonnenstunden kaum eine Solaranlage… mmmh?

Syracusa- toll!

Syracusa

Syracusa lockt mit jeder Menge Geschichte!

Ein kleiner geschichtlicher Abriss:  Syracusa wurde vor ca. 2800 Jahren gegründet und hat dann bis zu 500.000 Menschen beherbergt. Eine Wahnsinnsgröße für damalige Verhältnisse. Angekommen in Syracusa geht’s ab in den ärchäologischen Park. Hier kann man ein großes römisches Amphitheater, einen Altar von fast 200m Länge auf dem der Tyrann Hieron II. jährlich in einem Abwasch 450 Stiere Zeus opferte, das größte griechische Theater (größer als in Athen!) und Steinbrüche für die Aufbewahrung von 7.000 athenischen Kriegsgefangenen besichtigen.

Dann gings weiter auf die Gründeninsel Orthigia, wo ich auch das Hotel gebucht und sofort den einzigen freien Parkplatz gefunden habe. Von hier aus ist der Ätna nicht fern. Also das Auto abgeworfen und ab ins Gewimmel! Viele interessante Bauten, Kirche im Tempel, alte Normannenburg und v.a.m., aber verdammt touristisch… muss man sicher gesehen haben, aber der eine Tag dafür heute reicht mir.

Prüfung: Bin ich wirklich schon entspannter?

Syracusa

Syracusa- Lecker Essen, lecker Blick, lecker Meer!

Zur Zeit findet gerade eine Prüfung statt, wie entspannt ich bin. Für eine Focaccia und ein Caprese wurden bisher 45min gebraucht… und ich sitze noch hier und schlürfe mein Wasser, ohne ausgeflippt zu sein – mal schauen, wie lange da bei mir nichts anbrennt?
Ok… 65min, dann bin ich entspannt aufgestanden, habe mein Wasser bezahlt und bin ins Hotel. Sehr schönes Zimmer, naja 5* und als Sonderangebot bezahlbar. Ich bin halt außerhalb der Saison hier.
Dann wieder auf Rundgang: Tempel, Kirchen, Barock, Kneipen ohne Ende. Und in einer lacht mich die Bedienung beim Verlangen nach Aperol Sprizz aus und bringt mir Campari Sprizz und 2 Wraps mit Ruccola, Ricotta und Thunfisch. Meine einzige Angst, dass der auch frisch ist und ich morgen Radeln kann. Dazu kommt ein Quetschkommodenspieler, der gar liebliche italienische Weisen spielet und singet und am Ende einen Titel bringt, der einen Hund im Eckgebäude wahrlich zum Jaulen bringt… luschdig!

Erkenntnisse auch an Tag 21

Rissotto

Abend gut- alles gut… Rissotto wie immer bissfest- können Se halt

Da habe ich jetzt noch meinem Lieblingsschwager zum Geburtstag gratuliert und im Nachhinein das Gespräch analysierend bemerkt, warum ich so oft mit mir selbst spreche… ich brauche wieder sprachliche Kommunikationsäquivalente, soll heißen Gesprächspartner!!!

Respekt…

Heute spare ich mir den zweiten Aperitif. Ich habe bissle Respekt vor der morgigen Ätna- Tour. Also steige ich mit einem Fiano-Inzolia aus Syracusa ein und habe einen leichten, fruchtigen Weißen für den Gruß der Küche, 2 gebratene Sardinen auf grünem Salat und zur sizilianischen Caponata: weich angeschmorte gewürfelte Zucchini, Möhre, Paprika, Aubergine mit Mandeln, ziemlich viel Rosinen und Pistazien mit süßen Balsamico.
Und jetzt habe ich noch mein erstes Risotto hier genommen und möchte dazu gern einen Perricone von Fina aus dem Gebiet Marsala. Der war natürlich zu warm und leider 2 Tage zu lange allein in der Flasche. Das erste Problem lösten 1, später 2 Eiswürfel, das zweite nur der schwäbische Geiz in mir. Das Risotto dagegen war bissfest und hatte neben Safran noch ein Zucchinicreme mit drin und Mandelkrustel drüber. Ordentlich gemacht, aber bissle risottotrist…hier muss mir Koch Sascha mal erzählen, wie das aufgepeppt und frischer gemacht werden kann!
Und das Aqua minerale gassata/con gas/frizzante von Surgiva war fast so gut, wie das Pellegrino und aus dem Trentino.
Ferdsch!

Tag 22: 13.09. DER Tag

Heute wollte ich mir beweisen, ob sich die letzten Wochen auch körperlich was getan hat und mit dem Radl auf den Ätna. Ohne Flüche, aber mit der Frage, die ich mir zwischendrin doch mal stellte, ob ich das will. Der Berg hatte einiges mit mir vor.

Ätna

Ätna- Herausforderung und Befreiung

Gestartet bei soliden 26 Grad mit Wechselradsachen ging es letztlich 3,5 Stunden nur bergan, glücklicherweise ziemlich gleichmäßig. Dabei bin ich die erste Stunde sehr ambitioniert gefahren und war da schon ziemlich fest gefahren. Also ausruhen, 1/3 weniger Tempo und schon war die Welt wieder heil. Der Berg blieb die ganze Zeit während meiner Fahrt wolkenverhangen. Die Fahrt selber war prinzipiell angenehm, zumindest für jemanden, der sich gern selbst herausfordert, war aber auch fordernd genug, dass man sich einfach mit Nichts beschäftigte. Zumal um einen herum nur beruhigendes schwarz war – deswegen trage ich gern schwarz, es beruhigt. Dann kam jedoch brutal kalter Nebel dazu, der von unten hoch zog und zu Temperaturen bis 14.1 grd führte. Wie sollte es auch anders sein, kam genau dann auch noch Regen. Der durchnässte die eilends übergezogene Windjacke von außen und von innen floss dann auch noch reichlich Schweiß.

Weitere Erkenntnisse am Ätna

Zufriedenheit

Da isser… Ätna und ein sehr zufriedener Manager- Papa

Wie auch immer, mit Pausen und Kurvenzählen… Ich kam an und traf deutsche Touristen aus Kiel. Die erzählten, dass sich in den letzten 20 Jahren kaum was verändert habe, aber alles schmutziger geworden sei…
Sicher muss sich in den Köpfen hier bezüglich der Art des Abfallentsorgens was tun, aber ich sehe weiter die schöne, warme Insel mit vielen kulturellen Höhepunkten und liebenswerten Menschen.
Pünktlich bei meinem Treffen zogen die Wolken weg und gaben den Blick auf einen sehr entspannten Etna frei… und ich war dort! Die noch möglichen 1000 Meter mit Seilbahn und Bus für 51.-€ für die Fremdbeförderung habe ich mir geschenkt. 1.920 m war mein diesmaliger Höhenrekord.
Die Abfahrt dauerte ca. 40min und war spektakulär. Man entdeckte viel mehr als beim „in-sich-gekehrten“ Hochfahren. Danach ging es weiter nach Giardino Naxos/Taormina und damit zur letzten Sizilienstation für 2 Nächte. Bissle abenteuerlich das Auto im Hotelinneren untergebracht (natürlich schütze ich mir anvertrautes fremdes Eigentum auch für 10.-€/Nacht) und nach dem Duschen zum Aperol an einem schönem Platz am Meer. Und ich war immer noch nicht Baden, vielleicht sollte ich morgen anstatt einer Radtour mit wieder etwa 1000Hm mal den Privatstrand nutzen und mich dann nach 1 h langweilen, jedenfalls würde ich dann meinen 16.00 Uhr-Termin morgen bei der Winzerin von Vivera einhalten. Schau mir jetzt dieses Touri-Städtle an und suche mir was zum Essen…

Essen

Abendlicher Ausklang eines sehr befriedigenden Tages!

Und wie immer auch etwas zu Essen

Machen wird kurz:
Una Zuppa Siciliana
Una Zuppa di Cozze
und dazu passender Inzolia-Hauswein für 3.-€ in einer Top-Qualität.
Eigentlich wollte ich noch als Secundi Rührei mit Schinken bestellen, aber die Bestellung war für die Lady beendet… also betrachte ich das auch als ausreichend, was es fast war…

Der Manager- Papa

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